Examensarbeit, 2011
76 Seiten, Note: 2,6
1. Einleitung
2. Die Anfänge des Motorrades bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
3. Die Entwicklung des deutschen Motorradmarktes zwischen den beiden Weltkriegen
3.1. Die Entwicklung des deutschen Motorradmarktes in der Zeit der Weimarer Republik (1918 bis 1933)
3.2. Die Bedeutung der britischen Motorradproduzenten in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen
3.3. Der deutsche Motorradmarkt: Erstarken weniger großer Hersteller sowie eine Vielzahl an Konfektionären
3.3.1. Die bedeutendsten Hersteller von Konfektionärmotoren in Deutschland
3.3.2. Erstarken weniger sehr großer Motorradhersteller
3.4. Die Motorradindustrie in der Zeit des Dritten Reiches (1933 bis 1939)
3.4.1. Erholung der deutschen Motorradindustrie nach der Weltwirtschaftskrise
3.4.2. Die NS-Verkehrspolitik – gezielter Ausbau des Pkw-Sektors
3.4.3. Gründung des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps - NSKK
3.4.4. Gründung der „Obersten Nationalen Sportbehörde“ – ONS, Gleichschaltung aller motorsportlichen Aktivitäten im Deutschen Reich
3.4.5. Sportfahrer im Dienst des NSKK
4. Motorradrennen
4.1. Die Bedeutung der britischen „Tourist Trophy“ auf der Isle of Man
4.2. Etablierung internationaler Motorradrennen – die Europameisterschaft
4.3. Nationale und regionale Rennveranstaltungen
4.4. Exemplarisch: Rennaktivitäten der Hersteller BMW und DKW
4.5. Sportliche Erfolge als Element in der zeitgenössischen Werbung der Motorradhersteller
5. Das zeitgenössische Bild der Rennfahrer in der Öffentlichkeit
5.1. Das Phänomen des „sportlichen Idols“ seit Beginn des 20. Jahrhunderts
6. Wahrnehmung und Darstellung von Rennfahrern und Motorrädern in den zeitgenössischen Presse- und Buchpublikationen
6.1. Buchpublikationen über Auto- und Motorradrennfahrer in den 1930er und frühen 1940er Jahren
6.2. Tageszeitungen und Illustrierte
6.2.1. Deutsche Allgemeine Zeitung, Ausgaben vom 10. Mai und 25. August 1926
6.2.2. Vossische Zeitung, Ausgaben vom 20. und 28. September 1928
6.2.3. Berliner Illustrirte Zeitung
6.2.4. Völkischer Beobachter
6.3. Fachzeitschriften über Pkw und Motorräder
6.3.1. Die Zeitschrift „Illustrierter Motorsport am Rhein“ (1924)
6.3.2. Die Zeitschrift „Allgemeine Automobil-Zeitung“
6.3.3. Die Zeitschrift „Das Motorrad“
6.3.4. Unternehmenspublikation „BMW-Blätter“
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Motorradrennsport und dem Absatz von motorisierten Zweirädern in Deutschland in der Zwischenkriegszeit, wobei insbesondere die Rolle von Motorsportlern als Idole und deren mediale sowie politische Instrumentalisierung analysiert wird.
3.3.2. Erstarken weniger sehr großer Motorradhersteller
Anders als in Frankreich, vor allem jedoch Großbritannien, setzte die Begeisterung wie auch die rasante Verbreitung von Motorrädern in Deutschland deutlich später ein. Die letztlich über Jahrzehnte am deutschen Markt etablierten Hersteller DKW, Zündapp und BMW verdankten ihre Aktivitäten der bereits in der zweiten Hälfte des Ersten Weltkriegs erforderlichen Neuausrichtung von Großunternehmen in ihrer Produktion. In großem Umfang eingebunden in die Rüstungsproduktion suchten die besagten Unternehmen bereits zur Mitte des Ersten Weltkriegs nachzukunftsträchtigen Betätigungsfeldern für die Nachkriegsproduktion, die sowohl ihren technischen Spezialisten als auch ihren umfangreichen Belegschaften eine ausreichende Auslastung bieten konnten.
Die Zündapp-Werke wurden noch während des ersten Weltkrieges im Jahr 1917 aus „Zünder- und Apparatebau Gesellschaft mbH“ heraus gegründet. Gründer war der 1875 im fränkischen Egloffstein geborene Geheime Landesbaurat Fritz Neumeyer. Obwohl im vierten Jahr des Ersten Weltkrieges die Anstrengungen zur Kriegsproduktion noch immer vorangetrieben wurden, war auch für Neumeyer der Ausgang des Krieges absehbar und Planungen für eine Nachkriegsproduktion wurden angestellt.
Zunächst fertigte man Anbauteile für die Automobilindustrie, Schreibmaschinen und Spezialmaschinen für die Pforzheimer Uhren- und Schmuckfabrikation. Neumeyer suchte jedoch nach einer Branche mit langfristigem Wachstumspotential, und auch ihm war die wachsende Akzeptanz des Motorrades nicht verborgen geblieben.
In der Konzeption schwebte dem Unternehmer nicht weniger als „das Motorrad für Jedermann“ vor, dass so möglichst große Absatzzahlen sicherstellen sollte. Es sollte ein Motorrad werden, das „in der Qualität nicht hinter der der großen Marken zurückstehen, das ihn, den Besitzer, vielmehr bei geringeren Kosten für Anschaffung und Unterhaltung dennoch in den vollen Genuss der Motorisierung bringen sollte, ohne ihn finanziell zu überfordern.“
1. Einleitung: Diese Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen dem Motorradrennsport und dem Absatz von Zweirädern in Deutschland zwischen den beiden Weltkriegen.
2. Die Anfänge des Motorrades bis zum Ende des Ersten Weltkriegs: Es wird die technische Entwicklung des Motorrades von Gottlieb Daimlers Patent bis zum Ende des Ersten Weltkriegs nachgezeichnet.
3. Die Entwicklung des deutschen Motorradmarktes zwischen den beiden Weltkriegen: Dieses Kapitel behandelt das Wachstum des Marktes, die Konfektionäre und die Motorradindustrie im Dritten Reich.
4. Motorradrennen: Die Bedeutung internationaler Rennen wie der „Tourist Trophy“ sowie nationaler Veranstaltungen für die Hersteller wird untersucht.
5. Das zeitgenössische Bild der Rennfahrer in der Öffentlichkeit: Hier wird die Rolle des „sportlichen Idols“ und dessen Wahrnehmung in der Gesellschaft analysiert.
6. Wahrnehmung und Darstellung von Rennfahrern und Motorrädern in den zeitgenössischen Presse- und Buchpublikationen: Eine Analyse, wie Presse und Literatur die Rennfahrer und den Motorsport darstellten.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert die wirtschaftliche Bedeutung des Motorradsports und die mediale Inszenierung der Rennfahrer als „Helden“.
Motorradrennsport, Deutschland, Zwischenkriegszeit, NSKK, ONS, Vermarktung, Tourist Trophy, Bernd Rosemeyer, Georg Meier, Ernst Henne, Motorisierung, Nationalsozialismus, Sport-Idol, Presseanalyse, Automobilindustrie
Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Motorradrennsports und dem Marktabsatz von Motorrädern in Deutschland während der Zwischenkriegszeit.
Die zentralen Felder umfassen die industrielle Entwicklung der Motorradmarken (BMW, DKW, Zündapp), die Rolle des NSKK im Sport sowie die mediale Konstruktion von Rennfahrern als öffentliche Helden.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie der Motorsport als Instrument zur Vermarktung von Motorrädern genutzt wurde und inwieweit die Fahrer dabei als gesellschaftliche Identifikationsfiguren instrumentalisiert wurden.
Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse, die zeitgenössische Quellen wie Firmenchroniken, Dissertationen, Fachzeitschriften und Tageszeitungen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in technische Entwicklungen, die industrielle Marktsituation, die Organisation des Sports im Nationalsozialismus und die Analyse der medialen Darstellung in Presse und Fachliteratur.
Wichtige Begriffe sind Motorradrennsport, NSKK, Vermarktung, Zwischenkriegszeit, nationale Heldeninszenierung und technischer Fortschritt.
BMW nimmt eine zentrale Stellung ein, da das Unternehmen mit technischen Innovationen wie dem Kompressormotor und sportlichen Erfolgen, insbesondere dem Sieg von Georg Meier bei der Tourist Trophy 1939, massiv zur Markenbildung beitrug.
Der Autor beschreibt das NSKK als paramilitärische Organisation, die den Motorsport gleichschaltete, um einerseits die technische Entwicklung zu fördern und andererseits die Fahrer als propagandistische „Aushängeschilder des neuen Deutschlands“ zu nutzen.
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