Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Arbeitsmarkttheorien
2.1 Neoklassisches Modell und Humankapitaltheorie
2.2 Segmentationsansätze
2.3 Diskriminierungstheorien
2.3.1 Präferenzmodell nach Gary S. Becker
2.3.2 Ansätze der statistischen Diskriminierung
2.4 Fazit aus den Betrachtungen theoretischer Ursachen
3 Daten und Methoden
3.1 Das sozioökonomische Panel (SOEP)
3.2 Lineare Regression
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Analysen
4.2 Multivariate Analysen
5 Regressionsdiagnostik
6 Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland, um zu klären, ob diese Differenzen durch Humankapitalausstattung und Marktsegmentierung erklärbar sind oder als Diskriminierung interpretiert werden müssen.
1 Einleitung
For the purposes of the present Convention, the term ‘discrimination against women’ shall mean any distinction, exclusion or restriction made on the basis of sex which has the effect or purpose of impairing or nullifying the recognition, enjoyment or exercise by women, irrespective of their marital status, on a basis of equality of men and women, of human rights and fundamental freedoms in the political, economic, social, cultural, civil or any other field. (CEDAW)
Seit 1981 berät und überprüft das Komitee der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeglicher Form von Diskriminierung der Frauen (kurz CEDAW) in regelmäßigen Abständen das Vorankommen der mehr als 180 Unterzeichner-Staaten in Frauendiskriminierungsfragen. Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIM) sieht im CEDAW-Übereinkommen „eines der wichtigsten UN-Menschenrechtskonventionen“, (DIM) um die Ungleichbehandlung von Frauen zu beseitigen. Deutschland hat sich als Unterzeichner-Staat des CEDAW seit 1985 verpflichtet, das Übereinkommen der UN umzusetzen und soll folglich geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Benachteiligung von Frauen in vielen Bereichen des öffentlichen (und privaten) Lebens zu beenden (ebd.).
Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2012 beziffert für Deutschland derzeit eine Differenz von 22% zwischen den Löhnen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (vgl. Statistisches Bundesamt). Diese Lohnlücke zwischen Frauen und Männern wird auch als Gender Pay Gap bezeichnet und „umfasst ökonomisch relevante Differenzen zwischen Frauen und Männern, die sich über Daten messen und beschreiben lassen“ (vgl. Kreimer 2009: 11).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Gender Pay Gaps ein, bettet diese in den rechtlichen Kontext des CEDAW-Übereinkommens ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Arbeitsmarkttheorien: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Erklärungsansätze für Einkommensunterschiede, insbesondere die Humankapitaltheorie, Marktsegmentationsansätze und verschiedene Diskriminierungstheorien.
3 Daten und Methoden: Hier werden die Grundlage der empirischen Analyse, das Sozioökonomische Panel (SOEP), sowie die angewandten statistischen Methoden der linearen Regression erläutert.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Analysen zur Einkommensverteilung sowie die multivariaten Regressionsmodelle, welche die Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Humankapital, Segmentation und Einkommen prüfen.
5 Regressionsdiagnostik: Dieser Abschnitt dient der Qualitätssicherung der angewandten Regressionsmodelle durch die Prüfung der Gauss-Markov-Annahmen.
6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert politische Handlungsempfehlungen, wie etwa die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und die Einführung einer Frauenquote, um die langfristige Benachteiligung von Frauen abzubauen.
Arbeitsmarkttheorien, Humankapitaltheorie, Marktsegmentation, Diskriminierung, Gender Pay Gap, Einkommensungleichheit, Sozioökonomisches Panel, SOEP, Lineare Regression, Arbeitsmarkterfahrung, Entgeltgleichheit, Frauenquote, Sozialpolitik, Geschlechtergerechtigkeit, statistische Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Gender Pay Gaps in Deutschland und analysiert, warum Frauen im Durchschnitt geringere Erwerbseinkommen erzielen als Männer.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Arbeitsmarktökonomie, die statistische Auswertung von Paneldaten und die familien- sowie gleichstellungspolitische Diskussion ab.
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob Unterschiede in der Humankapitalausstattung oder die Marktsegmentation die Lohnlücke erklären können, oder ob diese auf Diskriminierung zurückzuführen ist.
Die Autorin führt eine Sekundäranalyse des Sozioökonomischen Panels (SOEP) durch und nutzt multivariate lineare Regressionsanalysen (Ordinary-Least-Square), um Hypothesen zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriebetrachtung, die Vorstellung des Datensatzes, die Durchführung deskriptiver und multivariater Analysen sowie eine diagnostische Prüfung der verwendeten Modelle.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gender Pay Gap, Humankapitaltheorie, Marktsegmentierung, Diskriminierung und Regressionsanalyse charakterisiert.
Nach der Humankapitaltheorie resultieren Lohnunterschiede aus unterschiedlicher Investition in Bildung und Berufserfahrung, wobei Frauen aufgrund von familienbedingten Erwerbsunterbrechungen oft als weniger produktiv eingestuft werden.
Die Analyse liefert starke Hinweise auf Diskriminierung, da sich der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern auch unter Kontrolle von Humankapital- und Segmentationsvariablen nicht vollständig auflösen lässt.
Es zeigt sich, dass für Frauen mit steigender Firmengröße die Löhne zunehmen, wobei dieser Zusammenhang bei Männern in den Modellen weniger durchgehend signifikant ist.
Die Variable "Alter" wurde ausgeschlossen, da sie eine zu starke Korrelation mit der Variable "Arbeitsmarkterfahrung" aufweist, was die Schätzung der Koeffizienten ineffizient machen würde.
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