Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Bedeutung des Abendmahls
2.1. Die Suche nach Wahrheit und Heilsgewissheit
2.2. Luthers Abendmahlsverständnis
2.3. Die Bedeutung des Worts
2.4. Was ist ein Sakrament?
2.5. Entwicklung des Abendmahlsverständnisses
2.6. Unterschiede zwischen den Reformatoren
3. Biographischer Überblick zu Karlstadt
4. Karlstadts Verhältnis zu Luther
5. Theologische Position und Kirchenverständnis Karlstadts
6. Von dem widerchristlichen mißbrauch des hern brodt vnd kelch.
6.1. Warum wurde diese Schrift gewählt
6.2. Zeit/Ort und Anlass
6.3. Literarische Gestalt
6.4. Aufbau
6.4.1. Einleitung
6.4.2. Ob das Sacrament die sünde vergäbe.
6.4.2.1. Verkündigung des Todes des Herrn
6.4.2.2. Was gedechtnüs sey.
6.4.2.3. Unwürdigkeit
6.4.3. Das sacrament ist kein Arrabo / Arra/Pfandt/oder gottispfennig.
7. Nachwirkungen
8. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Abendmahlsverständnis von Andreas Karlstadt und setzt es in den Kontext seiner Theologie sowie in Abgrenzung zu Martin Luther. Das primäre Ziel besteht darin, durch die Analyse der Schrift „Von dem widerchristlichen mißbrauch des hern brodt vnd kelch“ die theologischen Knackpunkte und die Radikalität von Karlstadts Position herauszuarbeiten, um den Ursprung des folgenreichen Bruchs zwischen den beiden ehemaligen Weggefährten besser zu verstehen.
6.4.2.1. Verkündigung des Todes des Herrn
Hier erfolgt nun ein interessanter Schwenk. Und zwar konzentriert sich Karlstadt auf den letzten Teil des Satzes, auf die Verkündigung. Was – mit Berücksichtigung auf die weiter oben angeführte Wichtigkeit des Wortes – wiederum klar ist. Abermals sei betont, dass es Karlstadt m.E. um die Glauben weckende/stärkende/zueignende Rolle des Wortes und eben nicht um die Einsetzungsworte geht. Er geht jedoch nicht weiter darauf ein, weil er das gleich als Anfahrtsweg für das wohl Eigentliche nutzt, um sein Abendmahlsverständnis darzulegen: Das Gedächtnis.
„Es ist aber zu mercken / das diese verkündigung ein frucht eynes baumes ist / nemlich des gedechtnüs des leybs unnd bluts Christi / von welchem Paulus baldt droben vorge sagt / und die wort des heren Jesu Christi eingefürt hat.“ [4]
Es ist aber anzumerken, dass diese Verkündigung die Frucht eines Baumes ist, nämlich des Gedächtnisses des Leibes und Blutes Christi, von dem Paulus oben sprach, als er die Worte des Herrn Jesus Christus angeführt hat. [Übertragung DB]
Auffallend die Gleichstellung des Gedächtnisses mit einer Frucht. Soll hier ein Verweis auf den Wein oder auf den Weinstock gelegt werden? Der unedle Weinstock, dem ein edler eingepfropft wird und ihn somit verbessert? In diesem Bild wäre der eingepfropfte Stock wohl die Verkündigung. Oder – ganz der Mystiker und allegorische Exeget wie Karlstadt nun einmal ist – ist es gar eine Eigendefinition? Er, Karlstadt, als der edle Weinstock, der in den wilden Stock der Wittenberger/Lutherischen Reformation eingepfropft wird, um sie zu veredeln, um ihren Wildwuchs zu beseitigen?
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Abendmahlsstreit nicht als bloße Liturgiefrage, sondern als fundamentalen theologischen Disput über das Verhältnis von Gott, Mensch und Heilsgewissheit.
2. Bedeutung des Abendmahls: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Rolle des Abendmahls als Sakrament und Kontroverspunkt, wobei insbesondere die unterschiedlichen Ansätze von Luther und Karlstadt hinsichtlich Realpräsenz und Gedächtnismahl gegenübergestellt werden.
3. Biographischer Überblick zu Karlstadt: Die tabellarische Zusammenstellung bietet einen Überblick über die wesentlichen Lebensstationen und theologischen Entwicklungen Andreas Karlstadts.
4. Karlstadts Verhältnis zu Luther: Hier wird die komplexe Beziehung zwischen Mentor und Schüler sowie der spätere Bruch im Zuge der radikalen Reformation in Wittenberg beleuchtet.
5. Theologische Position und Kirchenverständnis Karlstadts: Dieses Kapitel analysiert Karlstadts Einordnung als Vertreter des radikalen Flügels der Reformation, geprägt durch eine spezifische Verbindung von Spiritualismus und Literalismus.
6. Von dem widerchristlichen mißbrauch des hern brodt vnd kelch.: In diesem Hauptteil wird Karlstadts Traktat analysiert, um seine Kritik am traditionellen Abendmahlsverständnis und seine Radikalität offen zu legen.
7. Nachwirkungen: Der Abschnitt betrachtet den geografischen und ideellen Einfluss Karlstadts auf verschiedene reformatorische Strömungen und seine spätere Rezeption im Pietismus.
8. Resümee: Die Zusammenfassung bewertet die historische Tragweite des Streits und schlussfolgert, dass Luthers Erfolg die lutherische Identität festigte, während Karlstadts Ideen über Umwege den reformierten Zweig beeinflussten.
Abendmahl, Andreas Karlstadt, Martin Luther, Realpräsenz, Gedächtnismahl, Reformation, Sündenvergebung, Heilsgewissheit, Sakrament, Spiritualismus, Literalismus, Abendmahlsstreit, Theologie, Kirchengeschichte, Kreuzestheologie
Die Arbeit untersucht den theologischen Abendmahlsstreit zwischen Andreas Karlstadt und Martin Luther, um die Ursachen für ihre fundamentale Entfremdung und die unterschiedlichen theologischen Positionen zu beleuchten.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Abendmahlsverständnis, der Bedeutung des Wortes Gottes, dem Einfluss von Karlstadts mystischer Theologie und der kritischen Analyse eines spezifischen Traktats von 1524.
Ziel ist es, Karlstadts Abendmahlslehre in den Kontext seiner gesamten Theologie zu stellen und zu klären, warum dieser Streit zu einem kirchentrennenden Ereignis wurde.
Der Autor führt eine deskriptive und vergleichende Analyse durch, die auf der Untersuchung von Primärquellen, insbesondere Karlstadts Traktat, sowie auf kirchengeschichtlicher Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil analysiert intensiv die Schrift „Von dem widerchristlichen mißbrauch des hern brodt vnd kelch“, wobei Karlstadts Konzepte von Verkündigung, Gedächtnis, Unwürdigkeit und seine Ablehnung des Sakraments als Heilsmittel im Fokus stehen.
Wesentliche Begriffe sind Abendmahl, Realpräsenz, Gedächtnismahl, Karlstadt, Luther, Reformation, Heilsgewissheit und Kreuzestheologie.
Weil Karlstadt in dieser Schrift nicht nur theologische Kritik übte, sondern die Grenze zur polemischen Rebellion überschritt, indem er Luthers Abendmahlsverständnis als irrtümlich und die Einbeziehung von Brot und Wein als unbiblisch brandmarkte.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Karlstadt zwar als "Verlierer" des Streits gilt, seine Ideen jedoch als Wegbereiter für andere Reformatoren wie Zwingli und spätere Strömungen im Pietismus von Bedeutung waren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

