Bachelorarbeit, 2018
61 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
1.1. RELEVANZ DER THEMATIK
1.2. ZENTRALE FRAGESTELLUNG
1.3. FORSCHUNGSSTAND
2. THEORIETEIL
2.1. SPRACHKONTAKT
2.1.1. Definition von Sprachkontakt
2.1.2. Funktionen von Sprachkontakten innerhalb der betroffenen Sprachen
2.2. LEXIKALISCHE ENTLEHNUNGSVORGÄNGE
2.3. GESCHICHTE TSCHECHIENS UND IHR EINFLUSS AUF DAS TSCHECHISCHE
2.4. GESCHICHTE UNGARNS UND IHR EINFLUSS AUF DAS TSCHECHISCHE
2.5. VERLORENGEGANGENE UNGARISCHE ENTLEHNUNGEN IM TSCHECHISCHEN
2.6. ZUSAMMENFASSUNG
3. UNTERSUCHUNGSTEIL
3.1. LEXIKALISCHE ENTLEHNUNGEN AUS DEM UNGARISCHEN IM HEUTIGEN TSCHECHISCHEN
3.1.1. Phonetische und morphologische Entlehnungsvorgänge und Beispiele
3.1.2. Zum Bedeutungswechsel einzelner Entlehnungen im Lauf der Geschichte
3.2. ZUSAMMENFASSUNG
4. SCHLUSS: FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den historischen Sprachkontakt zwischen dem Tschechischen und dem Ungarischen. Das primäre Ziel ist es, lexikalische Entlehnungen aus dem Ungarischen im Tschechischen zu identifizieren, deren Entstehungskontext zu beleuchten sowie deren Vorkommen und Klassifizierung zu analysieren.
Die Entstehung von Sprachkontakten – wie und warum
Im vorigen Kapitel wurden Definitionen von Sprachkontakt aus zwei Publikationen aufgeführt und ausführlich erklärt. Die Tatsache, dass Sprachkontakte entstehen und über verschieden lange Zeiträume hinweg und in verschiedenen Epochen existieren, wirft die Frage auf, wie sie genau entstehen und warum sie überhaupt entstehen bzw. existieren. Dieses Unterkapitel soll Antworten auf diese Fragen geben.
Es gibt verschiedene Arten des Sprachkontaktes. Wie schon von Newerkla erklärt, spielen verschiedene innersprachliche und außersprachliche Faktoren eine entscheidende Rolle. Alles hängt auch davon ab, in welchem Maße und in welcher Zeitepoche all diese Faktoren vorhanden sind und wie sie zusammenspielen. Ist der Sprachkontakt beispielsweise stark durch politische Ereignisse und wichtige militärische Einsätze bedingt, wird die Entlehnung von einzelnen Wörtern aus dem militärischen oder politischen Bereich des Wortschatzes der Gebersprache L2 begünstigt. Kommen Händler und Kunden miteinander in Kontakt, ist der Alltagswortschatz und/oder die Kaufmanns- und Handelslexik besonders stark beeinflusst. Im Falle des Kontaktes zwischen Reisenden, die die Gebersprache L2 sprechen, und beispielsweise Bauern, deren Sprache die Zielsprache L1 ist, hat dieser Umstand Einfluss auf den Alltagswortschatz, wie etwa die gastronomische Lexik und die Lexik der Landwirtschaft und häufig auch auf die regionalen Dialekte in einem Gebiet. Im Falle des tschechisch-ungarischen Sprachkontaktes ist diese Art des Sprachkontaktes womöglich die häufigste gewesen, da sich beispielsweise bei Machek (1968) vergleichsweise viele Hungarismen in mährischen, walachischen, hanakischen usw. Dialekten widerfinden, sehr viel häufiger als im Böhmischen; mit dem allmählichen Schwund von Dialekten durch die Verbreitung der tschechischen Standardsprache sind diese dialektalen Hungarismen jedoch ebenfalls z. T. verschwunden bzw. veraltet, was sich bei Rejzek (2015) beobachten lässt, denn dort sind viele der Wörter, die bei Machek (1968) verzeichnet sind, nicht mehr wiederzufinden.
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Sprachkontakts zwischen Tschechen und Ungaren ein, definiert die Relevanz der Arbeit und erläutert den aktuellen Forschungsstand.
2. THEORIETEIL: Hier werden theoretische Grundlagen des Sprachkontakts, Entlehnungsmechanismen sowie die gemeinsame politische und historische Entwicklung von Tschechien und Ungarn detailliert erörtert.
3. UNTERSUCHUNGSTEIL: Dieser Teil präsentiert ein Verzeichnis von Lexemen mit ungarischem Ursprung im Tschechischen und analysiert deren phonetische, morphologische und semantische Integration.
4. SCHLUSS: FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf den Bedarf an weiterer linguistischer Forschung in diesem Bereich.
Sprachkontakt, Tschechisch, Ungarisch, Kontaktlinguistik, Entlehnung, Hungarismen, Etymologie, Sprachgeschichte, Mähren, Dialektologie, Lexikologie, Kulturkontakt, Sprachwandel, Integration, Mitteldeutschland.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem diachronischen Sprachkontakt zwischen dem Tschechischen und dem Ungarischen sowie den daraus resultierenden lexikalischen Entlehnungen.
Die zentralen Themen sind die historische Beeinflussung der tschechischen Sprache durch das Ungarische, die Rolle des mährischen Dialekts und die Prozesse der linguistischen Integration von Fremdwörtern.
Die Forschungsfrage lautet, welche ungarischen Entlehnungen es im Tschechischen gibt, wie häufig diese vorkommen, wie sie entstanden sind und nach welchem Muster sie sich klassifizieren lassen.
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte etymologische und diachronische Analyse von Lexemen unter Verwendung etablierter Wörterbücher und fachwissenschaftlicher Literatur der Kontaktlinguistik.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zur Kontaktlinguistik und Geschichte sowie einen umfangreichen Untersuchungsteil, der eine alphabetische Liste und Analyse spezifischer Entlehnungen enthält.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Sprachkontakt, Hungarismen, Etymologie, Sprachgeschichte und Kontaktlinguistik charakterisiert.
Viele der Hungarismen waren vorwiegend in regionalen Dialekten verankert, die mit der Ausbreitung der tschechischen Standardsprache und gesellschaftlichen Veränderungen an Bedeutung verloren haben.
Das Slovakische diente oft als wichtige Vermittlungssprache, da geographische Nähe und historische politische Verbindungen den Transfer ungarischer Begriffe in das Tschechische begünstigten.
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