Ausarbeitung, 2018
42 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung – Menschen der Wende
2. „Roter Faden“ – Veränderungen an der KJS?
3. Methodik – alternativlose Interviews
4. Ausgangslage – Umbruch, Recht und Realität
5. Ergebnisse und Befunde – Beharrung und vertane Chancen?
6. Von der KJS zur EdS – Renaissance in „Geist und Seele“?
7. Eliteschule der Zukunft – Seriöse Bildungsanstalt und Garant für sportliche Erfolge?
8. Leistungssport, Schule, Geld – Wechselwirkungen!
9. Fazit – Weiter Anstöße
Die Studie untersucht die Auswirkungen der gesellschaftlichen Umbrüche während der Wendezeit (1988–1991) auf die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) der DDR und analysiert, inwiefern diese Institutionen ihre Strukturen und Bildungsmerkmale an die neuen politischen Rahmenbedingungen anpassten oder an alten Mustern festhielten.
Die Kinder- und Jugendsportschule der DDR im neuen Kleid?
Die Kinder- und Jugendsportschulen der DDR unterlagen wegen ihrer Bedeutung für den Hochleistungssport der DDR einer besonderen Beobachtung und erfreuten sich einer zuverlässigen Alimentation durch Partei und Staat. Mehr als auf viele andere Schulen wirkten neben dem Ministerium für Volksbildung weitere äußere Einflüsse aus diversen politischen und gesellschaftlichen Bereichen wie dem Deutscher Turn- und Sportbund der DDR, dem Staatssekretariat für Körperkultur und Sport, dem Ministerium für Nationale Verteidigung und dem Ministerium für Staatssicherheit auf ihre Bildungsmerkmale ein und bestimmten die Arbeit dieser Spezialschulen.
Dem standen, wie in der folgenden Abbildung dargestellt, permanent innere, schulinterne Einflussgrößen, bestimmt u.a. durch beteiligte Menschen, Unterricht und Training, Sozialbetreuung und Infrastruktur gegenüber, unter Umständen auch entgegen.
1. Einleitung – Menschen der Wende: Diese Einleitung beschreibt die fundamentalen gesellschaftlichen Veränderungen nach der Wende und die Herausforderungen für ehemalige DDR-Lehrkräfte an Eliteschulen.
2. „Roter Faden“ – Veränderungen an der KJS?: Das Kapitel beleuchtet das Zusammenspiel zwischen den inneren schulischen Einflussgrößen und den vielfältigen staatlichen Institutionen, die auf die KJS einwirkten.
3. Methodik – alternativlose Interviews: Der Autor erläutert hier die Herangehensweise der Arbeit, insbesondere die narrative Interviewmethode mit Zeitzeugen und die Nutzung von Archivquellen.
4. Ausgangslage – Umbruch, Recht und Realität: Hier wird der historische Kontext der DDR-Bildungssystematik und die spezifische Ausrichtung der KJS auf den Leistungssport analysiert.
5. Ergebnisse und Befunde – Beharrung und vertane Chancen?: Das Kapitel zeigt auf, dass die KJS trotz der Wende lange Zeit in ihren alten Strukturen verharrten, anstatt notwendige Reformen einzuleiten.
6. Von der KJS zur EdS – Renaissance in „Geist und Seele“?: Es wird untersucht, wie die heutigen Eliteschulen des Sports in der Tradition der KJS stehen und inwieweit sie die damalige Mentalität fortführen.
7. Eliteschule der Zukunft – Seriöse Bildungsanstalt und Garant für sportliche Erfolge?: Hier wird die Daseinsberechtigung von EdS kritisch diskutiert und der Zielkonflikt zwischen sportlichem Erfolg und schulischer Bildung analysiert.
8. Leistungssport, Schule, Geld – Wechselwirkungen!: Dieses Kapitel befasst sich mit der zunehmenden Bedeutung wirtschaftlicher Interessen im Leistungssport und deren Einfluss auf die Sportschulen.
9. Fazit – Weiter Anstöße: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und regt eine intensivere wissenschaftliche sowie politische Auseinandersetzung mit der Zukunft der leistungssportlichen Ausbildung in Deutschland an.
Kinder- und Jugendsportschule, KJS, DDR, Wendezeit, Eliteschule des Sports, EdS, Leistungssport, Transformationsprozess, Bildungsmerkmale, Sportpädagogik, Zeitzeugen, Sportpolitik, Schulentwicklung, DDR-Schulwesen, Nachwuchsförderung.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Kinder- und Jugendsportschulen der DDR während der Wendezeit und deren Transformation hin zu den heutigen Eliteschulen des Sports.
Im Zentrum stehen die inneren und äußeren Einflussgrößen auf die Bildungsmerkmale der Schulen, die Rolle der beteiligten Akteure sowie die Kontinuität bestimmter Strukturen über die Wende hinweg.
Ziel ist es zu eruieren, wie die KJS auf die gesellschaftlichen Umbrüche reagierten und warum ein Wandel in ihrer Mentalität und Praxis lange Zeit ausblieb.
Der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Archivdokumentenanalyse und der Auswertung von 28 qualitativen, narrativen Leitfadeninterviews mit 33 Zeitzeugen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Rolle der Trainer und Lehrer, der Diskrepanz zwischen sportlicher Spezialisierung und schulischer Allgemeinbildung sowie den Herausforderungen bei der Etablierung moderner Eliteschulstrukturen.
Die wichtigsten Schlagworte sind DDR-Sportsystem, KJS, Eliteschule des Sports, Transformationsprozess, Leistungssport, Bildungsmerkmale und Zeitzeugen.
Viele Akteure betrachteten die KJS als „letzte Bastion“ des DDR-Systems und hielten an ihrer privilegierten Rolle fest, da sie keine Notwendigkeit für einen schnellen Wandel sahen.
Die Studie zeigt, dass viele heutige Eliteschulen des Sports, insbesondere in den neuen Bundesländern, strukturell in der Tradition der KJS stehen und ähnliche Zielkonflikte bewältigen müssen.
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