Bachelorarbeit, 2018
35 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Beschleunigung in der modernen Gesellschaft
2.1. Die moderne Gesellschaft
2.2. Beschleunigung nach Hartmut Rosa
3. Burn-out und der Zusammenhang mit dem Kapitalismus
3.1. Was ist Burn-out?
3.2. Moderne Arbeitswelt – geprägt durch Flexibilisierung und Teamwork
3.2.1. Fordismus als geschichtliche Voraussetzung
3.2.2. Entgrenzung und Flexibilisierung der Arbeitswelt – Team- und Projektarbeit
3.2.3. Identitäts- und Sinnkrise als Folge
4. Empirische Daten zum Ausmaß psychischer Erkrankung auf dem deutschen Arbeitsmarkt (1997-2017)
5. Conclusio
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen Beschleunigung im Kontext des modernen Kapitalismus und dem Anstieg psychischer Erkrankungen, insbesondere des Burn-out-Syndroms, in der Arbeitswelt. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei die Ursachen der zunehmenden psychischen Belastungen durch moderne Arbeits- und Lebensbedingungen.
3.1. Was ist Burn-out?
Der Ursprung des sogenannten Burn-out Syndroms findet sich in den 1970er Jahren in New York, wo es zum ersten Mal von Herbert J. Freudenberger, seines Zeichens Psychoanalytiker, beschrieben wurde. Dieser beobachtet wie Menschen, die in sozialen Berufen mit Drogensüchtigen arbeiteten zunehmend an einem Zustand innerer Erschöpfung litten, was nicht letzt mit ihrem hohen persönlichen Einsatz und ihrer Leidenschaft für das was sie taten zu tun hatte. Übermäßige Belastung und enttäuschte Erwartungen waren unter die Folgen ihrer Tätigkeit und schließlich ursächlich für die Entstehung des Gefühls des Ausgebrannten-Seins, weil die zuvor brennende Begeisterung für das eigene Wirken an ihr Ende kam, wodurch es zu der Bezeichnung Burn-out Syndrom kam (vgl. Neckel/Wagner 2014, S. 8 ff.).
Als typische Symptome dessen, was wir als Burn-out Syndrom bezeichnen, lassen sich Erschöpfung, Entfremdung und Ineffektivität benennen. So macht sich Erschöpfung emotional zum Beispiel in Form von Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und/oder Angstgefühlen bemerkbar. Körperlich spiegelt es sich beispielsweise in Verspannungen, Infektanfälligkeit, Schlafstörungen und so weiter wider (vgl. Stock 2015, S. 14 f.). Das Gefühl der Entfremdung gegenüber der eigenen Arbeit wird deutlich, wenn Betroffene sich selbst, Anderen, der Arbeit und gar dem Leben gegenüber negativ gegenüberstehen, die Freude an Kontakten und den eigenen Selbstwert verlieren, indem sie sich unzulänglich und minderwertig fühlen (vgl. Stock 2015, S. 17). Wie es in der modernen Arbeitswelt zu Entfremdung kommen kann wird in einem späteren Abschnitt noch genauer erörtert. Kennzeichnend für den Eindruck von Ineffektivität sind beispielsweise der Verlust des inneren Antriebs, ein Mangel an Tatkraft und Motivationsaufbau, sowie das Gefühl des ständigen Versagens (vgl. Stock 2015, S. 19.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der gesellschaftlichen Beschleunigung ein und erläutert die persönliche sowie wissenschaftliche Motivation für die Untersuchung des Burn-out-Syndroms.
2. Beschleunigung in der modernen Gesellschaft: Das Kapitel definiert den Begriff der sozialen Beschleunigung und beleuchtet die soziologischen Konzepte der Moderne sowie die Theorien von Hartmut Rosa.
3. Burn-out und der Zusammenhang mit dem Kapitalismus: Hier wird der Kern der Arbeit behandelt, indem das Burn-out-Syndrom definiert und dessen Verbindung zu den modernen Arbeitsstrukturen wie Flexibilisierung und Entgrenzung aufgezeigt wird.
4. Empirische Daten zum Ausmaß psychischer Erkrankung auf dem deutschen Arbeitsmarkt (1997-2017): Dieses Kapitel untermauert die theoretischen Ausführungen mit statistischen Daten von Krankenkassen zur Zunahme psychisch bedingter Fehltage.
5. Conclusio: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Reflexion über die gesellschaftlichen Entwicklungen und einem Ausblick auf mögliche Gegenstrategien.
Burn-out, Soziale Beschleunigung, Moderne Gesellschaft, Kapitalismus, Arbeitswelt, Entgrenzung, Flexibilisierung, Psychische Erkrankungen, Erschöpfung, Identitätsverlust, Krankenkassendaten, Hartmut Rosa, Arbeitsbelastung, Leistungsgesellschaft, Entfremdung.
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen den soziologischen Bedingungen der modernen, kapitalistisch geprägten Gesellschaft und dem Anstieg von psychischen Erkrankungen, mit einem speziellen Fokus auf das Burn-out-Syndrom.
Die zentralen Themen umfassen die Theorie der gesellschaftlichen Beschleunigung, die soziologische Definition der Moderne, die Entgrenzung und Flexibilisierung der Arbeitswelt sowie die empirische Analyse von Fehlzeiten im deutschen Arbeitsmarkt.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche und ökonomische Strukturen – insbesondere der zunehmende Beschleunigungsdruck – die individuelle psychische Gesundheit beeinflussen und zur Entstehung von Burn-out beitragen.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche soziologischer und ökonomischer Theorien sowie auf eine quantitative Sekundärdatenanalyse aktueller Daten gesetzlicher Krankenkassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung soziologischer Konzepte (Moderne, Beschleunigung), eine Analyse des Arbeitsmarktes (Fordismus, neue Arbeitsformen) und einen empirischen Teil, der die Zunahme psychischer Erkrankungen belegt.
Wichtige Schlüsselwörter sind Burn-out, Soziale Beschleunigung, Kapitalismus, Entgrenzung, psychische Erkrankungen und Arbeitswelt.
Die Autorin bezieht sich maßgeblich auf Hartmut Rosa und beschreibt soziale Beschleunigung als ein Phänomen, das sich in der technischen Beschleunigung, der Steigerung des Lebenstempos und der Veränderungsrate der gesellschaftlichen Institutionen manifestiert.
Die Analyse zeigt, dass insbesondere Berufe mit hohem Bedarf an sozialer Kompetenz und emotionalem Einsatz, wie in der Pflege, im Sozialwesen und im Dienstleistungssektor, überdurchschnittlich häufig von Burn-out-bedingten Fehltagen betroffen sind.
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