Diplomarbeit, 2005
94 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Problemstellung
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Moral Hazard, Prinzipal-Agent-Beziehung und Signalling-Theorie
3.2 Transaktionskostentheorie
3.3 Vertragstheorie
3.4 Zusammenfassung
4. Die steuerliche und rechtliche Struktur der Beteiligungsgesellschaften
4.1 Private independent funds und public independent funds
4.2 Captive funds, semi captive funds und government funds
4.3 Besteuerung des Investors und der Beteiligungsgesellschaft
4.4 Zusammenfassung
5. Die Portfolioentscheidungen des Investors und der Beteiligungsgesellschaft
5.1 Private Equity als Anlagekategorie
5.2 Portfolio der Beteiligungsgesellschaft
5.2.1 Diversifikation nach der Investitionsphase
5.2.2 Diversifikation nach der Branche der Portfoliounternehmungen
5.2.3 Diversifikation nach dem Standort der Portfoliounternehmungen
5.2.4 Diversifikation nach Anzahl und Höhe der Beteiligungen
5.3 Beurteilung des Portfolios der Beteiligungsgesellschaft
5.3.1 Beurteilung der Entwicklungsphasen aus Investorensicht
5.3.2 Beurteilung der anderen Diversifikationsmöglichkeiten aus Investorensicht
5.3.3 Beurteilung der Investitionsstrategie
5.4 Private Equity-Portfolio des Investors
5.5 Beteiligungsformen im Private Equity-Portfolio des Investors
5.6 Zusammenfassung
6. Das Management der Beteiligungsgesellschaft
6.1 Fonds-Performance in Abhängigkeit vom Management
6.2 Allgemeine Fondsdaten zur Beurteilung der Managementqualität
6.2.1 Track Record
6.2.2 Draw Down Rate
6.2.3 IPO
6.2.4 Fondsvolumen
6.3 Fondsinterne Kriterien als Qualitätsmerkmal
6.3.1 Managementqualifikation und Managementerfahrung
6.3.2 Beteiligungswürdigkeitsprüfungen
6.3.3 Lead Investor
6.3.4 Zusammenarbeit des Managements
6.4 Vintage-Jahr
6.5 Zusammenfassung
7. Der Beteiligungsvertrag
7.1 Vergütungsregeln
7.1.1 Management Fee
7.1.2 Carried Interest und Hurdle Rate
7.1.3 Kritische Betrachtung der Vergütungsregeln
7.2 Vertragsklauseln
7.2.1 Regelung des allgemeinen Fondsmanagements
7.2.2 Regelung der Aktivitäten der Fondsmanager
7.2.3 Regelung der Investments
7.2.4 Kritische Betrachtung der Vertragsklauseln
7.3 Zusammenfassung
8. Investor Relations
8.1 Kommunikationsinstrumente
8.2 Finanzwirtschaftliche Instrumente
8.3 Kritische Betrachtung und Zusammenfassung
9. Ergebnisse
Die Arbeit untersucht, welche Konstruktionsmerkmale Private-Equity-Anlagen aus Sicht eines institutionellen Investors aufweisen sollten, um eine fundierte Beteiligungswürdigkeitsprüfung zu ermöglichen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie ein Investor diese Merkmale bewerten kann, um das Risiko-Rendite-Profil seiner eigenen Anlagestrategie durch die Integration von Private-Equity-Fonds zu optimieren und agency-theoretische Probleme zu minimieren.
3.1 Moral Hazard, Prinzipal-Agent-Beziehung und Signalling-Theorie
Die vertragliche Beziehung zwischen Investor und KBG ist eine Prinzipal-Agent Beziehung, wobei der Investor als Prinzipal auftritt und die KBG als Agent. Auf dem PE-Markt gibt es neben dieser originären Agency-Beziehung noch die derivative Beziehung zwischen KBG und kapitalsuchender Unternehmung. In dieser Beziehung tritt die KBG als Prinzipal auf, die Unternehmung als Agent. Diese derivative Agency-Beziehung wird im weiteren Verlauf vernachlässigt, da sie den Investor nicht direkt betrifft.
Annahmegemäß versuchen Investor und KBG im Rahmen der Prinzipal Agent-Beziehung ihren individuellen Nutzen zu maximieren. Innerhalb der Prinzipal Agent-Beziehung kann es durch Informationsasymmetrien, sogenannten „hidden information“, zu drei verschiedenen Problemen kommen. Der Begriff „hidden information“ beruht auf der Annahme, dass es in einer vertraglichen Beziehung für den Investor versteckte relevante Informationen gibt , die nur dem Agenten zur Verfügung stehen.
So kann der Prinzipal ex ante, also vor Abschluss des Beteiligungsvertrages, nicht wissen, wie sich der Agent ex post verhält. Es kann hier zu opportunistischen Verhaltensweisen kommen, die sogenannte Moral Hazard-Problematik. Unter opportunistisch versteht man Verhaltensweisen, die vertragswidrig sind, bzw. die aus Sicht des Prinzipals ökonomisch nicht rational sind. Da die Verteilung der Rendite eines Projektes nicht exogen gegeben ist, sondern von den Handlungen des Investor und der KBG abhängt, schaden opportunistische Verhaltensweisen dem Investor. Darunter fallen sämtliche Aktionen des Agenten die dem Gewinnmaximierungspostulat des Prinzipals widersprechen, z.B. indem er seine Aufgaben qualitativ schlechter erfüllt.
1. Einleitung: Grundlegende Definitionen und Einführung in den Private-Equity-Markt sowie die Akteure.
2. Problemstellung: Beschreibung des Auswahlproblems für Investoren und die Relevanz der Beteiligungswürdigkeitsprüfung.
3. Theoretische Grundlagen: Ökonomische Theorien wie Agency- und Transaktionskostentheorie als Basis für Investitionsentscheidungen.
4. Die steuerliche und rechtliche Struktur der Beteiligungsgesellschaften: Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen und steuerlicher Implikationen für den Investor.
5. Die Portfolioentscheidungen des Investors und der Beteiligungsgesellschaft: Analyse von Diversifikationsstrategien und der Rolle von Private Equity als Anlagekategorie.
6. Das Management der Beteiligungsgesellschaft: Identifikation von Qualitätsmerkmalen für das Management und Analyse von Performancedaten.
7. Der Beteiligungsvertrag: Gestaltung von Vergütungsmodellen und Vertragsklauseln zur Risikominimierung.
8. Investor Relations: Instrumente für das Monitoring und die Kommunikation nach Vertragsschluss.
9. Ergebnisse: Zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Prüfungskriterien für den Investor.
Private Equity, Venture Capital, Buyout, Agency-Theorie, Moral Hazard, Beteiligungswürdigkeitsprüfung, Risikodiversifikation, Fondsmanagement, Management Fee, Carried Interest, Hurdle Rate, Vertragstheorie, Transaktionskosten, Monitoring, Kapitalbeteiligungsgesellschaft
Die Arbeit analysiert, wie ein institutioneller Investor die Qualität und Beteiligungswürdigkeit von Kapitalbeteiligungsgesellschaften (KBG) prüfen kann, um eine erfolgreiche Investition im Bereich Private Equity zu tätigen.
Die Arbeit deckt theoretische Grundlagen, steuerliche und rechtliche Strukturen, Portfolio-Diversifikationsstrategien, die Bewertung von Fondsmanagement-Qualität sowie die vertragliche Gestaltung der Investor-Fonds-Beziehung ab.
Das Ziel ist die Identifikation und Bewertung von Konstruktionsmerkmalen einer Private-Equity-Anlage, damit der Investor das Risiko-Rendite-Verhältnis seines Gesamtportfolios verbessern kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse ökonomischer Theorien sowie der Auswertung empirischer Studien zur Performance von Private-Equity-Fonds und deren vertraglicher Ausgestaltung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der steuerlichen Struktur, die Analyse der Portfoliostrategien der Fonds, die Bewertung der Managementqualität anhand verschiedener Indikatoren sowie die Gestaltung von Beteiligungsverträgen.
Die zentralen Begriffe sind Private Equity, Moral Hazard, Managementqualität, Risikodiversifikation, Beteiligungsvertrag, Agency-Kosten und Performance-Messung.
Die Arbeit zeigt, dass Early-Stage-Fonds aufgrund des Diffusionsrisikos und Informationsasymmetrien ein höheres Ausfallrisiko bei Einzelprojekten aufweisen, was durch ein höheres Maß an Quersubventionierung und diversifizierte Portfolios ausgeglichen werden muss.
Die Tätigkeit als Lead Investor wird als Qualitätsmerkmal gewertet, da andere professionelle Investoren durch ihr Co-Investment signalisieren, dass sie die Qualität des Projektes und das Management des Lead Investors nach eingehender Prüfung für gut befunden haben.
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