Bachelorarbeit, 2014
55 Seiten, Note: 1,65
1. Einleitung
2. Strategisches Management
2.1. Definition der strategischen Unternehmensführung
2.2. Einordnung und Aufgaben des strategischen Managements
2.3. Der marktorientierte Ansatz
2.4. Der ressourcenorientierte Ansatz
3. Grundlagen des Wettbewerbs im professionellen Fußball
3.1. Struktur und Rechtsform der Fußballvereine
3.2. Strukturen und Regularien des lizenzierten Fußballs
3.2.1. Organisation der Fußball Bundesliga
3.2.2. Zentralvermarktung
3.2.3. Lizenzierungsverfahren und Financial Fairplay
3.3. Professionelle Vereine als Dienstleistungsunternehmen
4. Der marktorientierte Ansatz im Lizenzfußball
4.1. Der sportliche Wettbewerb – Einfluss auf die Wettbewerbsintensität
4.2. Interdependenz zwischen wirtschaftlichem und sportlichem Erfolg
4.3. Die potenziellen neuen Konkurrenten
4.4. Die Verhandlungsstärke der Abnehmer
4.4.1. Die Zuschauer und Fans als Nachfrager
4.4.2. Die Medien als Nachfrager
4.4.3. Die Sponsoren als Nachfrager
4.5. Bedrohung durch Substitutionsprodukte
4.6. Die Verhandlungsstärke der Lieferanten
4.7. Komprimiertes Resümee des marktorientierten Ansatzes
5. Der ressourcenorientiere Ansatz
5.1. Ressourcenorientierung im Fußball
5.2. Das Bosman-Urteil
5.3. Die Bedeutung des Faktors Humankapital
6. Strategische Handlungsfelder im professionellen Fußball
6.1. Aufgaben des Managements
6.2. Das Markenmanagement
6.3. Die Balanced Scorecard
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Anwendung klassischer Modelle des strategischen Managements auf die besondere Branche des professionellen Fußballs. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Fußballvereine als moderne Sportorganisationen unter Berücksichtigung spezifischer Rahmenbedingungen nachhaltige Wettbewerbsvorteile erzielen und ihr strategisches Handeln optimieren können.
Die Bedeutung des Faktors Humankapital
Die Bedeutung des Humankapitals zeigt sich bereits in den Personalaufwendungen, die die Vereine in der Saison 2012/2013 tätigten: 847 Mio. Euro. Das ergibt eine Personalkostenquote von 39 % und ist damit das höchste je gezahlte Gehaltsniveau im deutschen Fußball (vgl. DFL, 2014a). Im Fußball sind es die operativ tätigen Spieler, die die höchsten Gehälter beziehen. Das Bosman-Urteil ist ein wesentlicher Faktor für diese hohen Gehälter (vgl. Teichmann, 2007: 67–68). Anfänglich wurde befürchtet, dass die großen Vereine von der Neuregelung profitieren, da sie nun ohne Zahlung einer Transfersumme die besten Spieler unter Vertrag nehmen können. Der wesentlichere Trend betrifft dennoch die Spieler selbst, die nun jene Transfergelder als Handgeld kassieren, die vorher am Ende der Vertragslaufzeit gezahlt wurden (vgl. Gaede et al., 2003: 61; Vöpel, 2011: 16). Es hat nicht nur eine signifikante Anhebung der Gehälter, sondern auch eine Umverteilung dieser von den schlechteren zu den besseren Spielern gegeben. In den Vereinen sind die Spieler die mächtigste Anspruchsgruppe geworden (vgl. Gaede & Grundmann, 2003: 78). Dies ergibt sich aus mehreren Faktoren: Zum einen genießen die Spieler Expertenmacht aufgrund ihrer hochgradigen Spezialisierung und ihrer Fähigkeit, über den sportlichen Erfolg eines Vereins zu entscheiden. Zum anderen führt der Personenkult in der Gesellschaft dazu, dass besonders die guten Spieler eine besondere Wertschätzung erfahren. Einzelne Fußballspieler genießen aufgrund ihrer Leistungen und ihres Auftretens eine sehr hohe Popularität, welche wiederum ihre Verhandlungsmacht erhöht (vgl. Gaede & Grundmann, 2003: 70; Köster, 1999: 124–125).
Die qualitativ hochwertigen Fußballer mit Steigerungspotential sind in der Lage, in Vertragsverhandlungen sowohl einen langfristigen als auch einen hoch dotierten Vertrag zu bekommen. Das Gehalt ist positiv mit der Vertragslaufzeit korreliert (vgl. Frick & Prinz, 2000). Die Vereine sind gezwungen diesen Weg mitzutragen, da sie es sich nicht leisten können die besten Spieler ohne eine Ablösesumme am Vertragsende zu verlieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fußballbranche als Teil der Unterhaltungsindustrie ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, Basismodelle des strategischen Managements auf den Profifußball zu übertragen.
2. Strategisches Management: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der strategischen Unternehmensführung und stellt den marktorientierten sowie den ressourcenorientierten Ansatz gegenüber.
3. Grundlagen des Wettbewerbs im professionellen Fußball: Hier werden die strukturellen Besonderheiten der Fußballvereine, die Regularien des Verbandssystems und die Einordnung als Dienstleistungsunternehmen analysiert.
4. Der marktorientierte Ansatz im Lizenzfußball: In diesem Kapitel wird das Porter-Modell der fünf Wettbewerbskräfte auf den Lizenzfußball angewandt, um Wettbewerbsintensität und Abhängigkeiten von Stakeholdern wie Fans, Medien und Sponsoren zu untersuchen.
5. Der ressourcenorientiere Ansatz: Dieses Kapitel betrachtet die internen Potenziale der Vereine, insbesondere das Humankapital und die Auswirkungen des Bosman-Urteils auf die Spielermobilität und Gehälter.
6. Strategische Handlungsfelder im professionellen Fußball: Die Arbeit diskutiert hierbei spezifische Managementaufgaben, Markenbildung sowie den Einsatz der Balanced Scorecard als Instrument zur strategischen Steuerung.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der untersuchten Ansätze zusammen und betont die Notwendigkeit einer nachhaltigen, betriebswirtschaftlich orientierten Professionalisierung in einem komplexen Umfeld.
Strategisches Management, Profifußball, Fußball-Bundesliga, marktorientierter Ansatz, ressourcenorientierter Ansatz, Wettbewerbsvorteil, Dienstleistungsmanagement, Humankapital, Bosman-Urteil, Balanced Scorecard, Markenmanagement, Zentralvermarktung, Stakeholder, Sponsoring, Lizenzierungsverfahren.
Die Arbeit analysiert, wie professionelle Fußballvereine in einem dynamischen und komplexen Marktumfeld Strategien entwickeln können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit durch moderne Managementansätze zu sichern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Übertragung industrieller Strategiemodelle auf den Sport, der Analyse von Marktbarrieren, der Rolle des Humankapitals und der Bedeutung von Markenbildung.
Das Ziel ist es, Besonderheiten der Fußballbranche herauszuarbeiten und zu prüfen, wie Basismodelle des strategischen Managements zur Herleitung von Wettbewerbsvorteilen für Vereine genutzt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der theoretische Managementmodelle (Market Based View und Resource Based View) auf das spezifische System des Lizenzfußballs angewendet und kritisch diskutiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die spezifische Branchenanalyse (Wettbewerb, Dienstleistungscharakter), die Untersuchung interner Ressourcen sowie die Ableitung praktischer Handlungsfelder für das Management.
Zentral sind Begriffe wie Strategisches Management, Profifußball, Wettbewerbsvorteile, Humankapital, Markenführung und die spezifischen Ansätze wie die Balanced Scorecard.
Das Bosman-Urteil wird als zentraler Wendepunkt dargestellt, der die Spielermobilität und die Gehaltsstrukturen fundamental veränderte und somit das Management von Humankapital und die damit verbundenen finanziellen Risiken in den Fokus rückte.
Der Wirkungskreis verdeutlicht die Interdependenz zwischen sportlichem Erfolg und den Erlösquellen, was für das Management bedeutet, dass sportliche Ergebnisse direkten Einfluss auf die ökonomische Stabilität haben.
Fans werden als essenzielle Anspruchsgruppe und konstitutives Merkmal des Produkts "Fußball" betrachtet, deren Bindung über Merchandising und Markenimage für den langfristigen Erfolg entscheidend ist.
Die größte Herausforderung besteht im Spannungsfeld zwischen der notwendigen langfristigen strategischen Planung und dem oft kurzfristigen, von unvorhersehbarem sportlichem Erfolg geprägten Handlungsdruck in den Vereinen.
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