Bachelorarbeit, 2018
36 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begriffsklärung: Ästhetisieren und Ästhetik
2.1 Wolfgang Welsch: Ästhetisierungsprozesse
2.2 Ralf Schnell: Medienästhetik
3. Beschreibung A Clockwork Orange, Mord an der Cat Lady
3.1 Exposition
3.2 Mise en Scène / Interieur
3.3 Kampfverlauf
3.4 Kamera
3.5 Schnitt
3.6 Auditive Ebene
4. Beschreibung 12 Years a Slave, Folterung Solomon Northups
4.1 Einleitung und Verlauf
4.2 Raum
4.3 Kamera und Schnitt
4.4 Auditive Ebene
5. Analyse
5.1 Auditive Ebene
5.2 Interieur und Mise en Scène
5.3 Montage
6. Ästhetisierung der Gewalt?
7. Von der Intention zur Wirkung: Effekte und Relevanz der Darstellung
8. Die Gewalt des Filmes: Die Medium-Zuschauer-Beziehung
9. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob und wie Gewalt in audiovisuellen Medien ästhetisiert wird, wobei der Fokus auf den filmischen Inszenierungsmitteln und deren Wirkung auf den Betrachter liegt. Anhand von Stanley Kubricks "A Clockwork Orange" und Steve McQueens "12 Years a Slave" wird analysiert, inwiefern Montage, Kameraführung und Musikeinsatz dazu beitragen, Gewalt nicht nur abzubilden, sondern ihr eine ästhetische oder manipulative Qualität zu verleihen.
3.2 Mise en Scène / Interieur
Die Inszenierung der Gewalt steht in engem Zusammenhang mit den begleitenden Aspekten – der Mise en Scène. Darunter fallen Aspekte wie die Beleuchtung, die Raumgestaltung und ferner sogar die Interaktion zwischen Kamera und Schauspieler, die wichtige Bestandteile der räumlichen Organisation sind und in den Aufgabenbereich des Regisseurs fallen.
Im Fall der Cat Lady findet der Kampf in ihrem eigenen Haus statt. Die Funktion des Zimmers bleibt unklar, es scheint eine Mischung aus Büro und Trainingsraum zu sein. Auffällig sind jedoch andere Merkmale des Raumes: Der rechteckige Raum hat eine grüne Decke, die Teppiche sind rotbetont und somit entsteht ein Komplementärkontrast. Auch das Outfit der Cat Lady unterliegt diesem Muster; sie hat rote Haare und ein grünes Oberteil, ihre enge weiße Hose entspricht der Farbe der Wand.
An den Wänden sind Pop-Art-Gemälde angebracht. Es sind durchweg pornographische Werke mit femininen Körpern. Auch hier gibt es eine Überschneidung zur Darstellung der Cat Lady – sie scheint geradezu ein lebendes Modell der Pop-Art zu sein. Die Farben ihrer Kleidung und ihr Erscheinungsbild lassen sie wie ein Motiv aus ihren Gemälden erscheinen, insbesondere als sie ihren Körper während ihrer Übungen surreal verzerrt.
Direkt vor einem Bild positioniert befindet sich eine Skulptur eines Porzellanphallus, den Alex im Folgenden als Waffe benutzt. Was genau es mit der pornografischen Inneneinrichtung auf sich hat, wird nicht erklärt, jedoch ist Alex von dem Ambiente sehr angetan; die Kamera ist anfangs hinter dem Phallus montiert, der von Alex angestoßen das einzige sich bewegende Objekt im Raum ist. Die Beleuchtung der Szene erfolgt aus um das Geschehen angeordneten kalten Lichtquellen.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema filmische Gewalt, deren öffentliche Wahrnehmung sowie die Problemstellung hinsichtlich des Zusammenhangs von Ästhetisierung und Glorifizierung.
2. Begriffsklärung: Ästhetisieren und Ästhetik: Theoretische Fundierung durch Definitionen von Wolfgang Welsch zu Ästhetisierungsprozessen sowie Erläuterungen von Ralf Schnell zur Medienästhetik.
3. Beschreibung A Clockwork Orange, Mord an der Cat Lady: Detaillierte deskriptive Analyse der Schlüsselszene unter Berücksichtigung von Inszenierung, Kamera, Schnitt und musikalischer Gestaltung.
4. Beschreibung 12 Years a Slave, Folterung Solomon Northups: Deskriptive Analyse der Gewaltdarstellung im Film, um als Vergleichsfolie für unterschiedliche Inszenierungsstrategien zu dienen.
5. Analyse: Systematische Untersuchung der beiden Fallbeispiele unter dem Aspekt, wie filmtechnische Mittel gezielt zur Gestaltung der Wahrnehmung eingesetzt werden.
6. Ästhetisierung der Gewalt?: Synthese der theoretischen Erkenntnisse mit den Analyseergebnissen zur Klärung, ob die Gewalt in den untersuchten Beispielen tatsächlich ästhetisiert vorliegt.
7. Von der Intention zur Wirkung: Effekte und Relevanz der Darstellung: Diskussion der Regieabsicht hinter den ästhetisierten Gewaltdarstellungen und deren Rezeptionssteuerung beim Zuschauer.
8. Die Gewalt des Filmes: Die Medium-Zuschauer-Beziehung: Reflexion über die Macht des Mediums Film und die mediale Ohnmacht des Zuschauers bei der Betrachtung von Gewaltbildern.
9. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Ausblick auf die Bedeutung der qualitativen Analyse für die medienwissenschaftliche Forschung.
Ästhetisierung, Gewaltinszenierung, Medienästhetik, Montage, A Clockwork Orange, 12 Years a Slave, Wolfgang Welsch, Ralf Schnell, Mise en Scène, Mickey Mousing, Filmtheorie, Kontrapunktierung, Zuschauerrezeption, Wahrnehmung, Filmkunst.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der ästhetisierten Gewalt im Spielfilm und hinterfragt, durch welche filmtechnischen Verfahren und gestalterischen Prinzipien Regisseure Gewalt inszenieren, um beim Zuschauer spezifische Wirkungen zu erzielen.
Die zentralen Themen umfassen die medienästhetischen Begriffe "Ästhetisierung" und "Montage", das Verhältnis zwischen Bildgestaltung (Mise en Scène) und Wirkung, sowie die ethischen Implikationen der Darstellung von Gewalt.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der technischen Inszenierung von Gewalt und deren ästhetischer Wahrnehmung zu klären sowie kritisch zu prüfen, ob eine solche Ästhetisierung zwangsläufig eine Glorifizierung oder ethische Verklärung mit sich bringt.
Die Arbeit stützt sich auf eine medienwissenschaftliche Filmanalyse, die sowohl theoretische Konzepte (insbesondere von Wolfgang Welsch und Ralf Schnell) als auch eine detaillierte deskriptive Untersuchung ausgewählter Szenen kombiniert.
Im Hauptteil werden zwei gegensätzliche Filme analysiert: Stanley Kubricks "A Clockwork Orange" als Beispiel einer komplexen Ästhetisierung durch Musik und Montage, und Steve McQueens "12 Years a Slave" als nüchterne, realistische Gewaltdarstellung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ästhetisierungsprozesse, Medienästhetik, Montage-Prinzipien, Mickey Mousing, Kontrapunktierung und die Beziehung zwischen Medium und Zuschauer definiert.
Während in "A Clockwork Orange" die Musik (Mickey Mousing) und eine virtuose Kameraarbeit eine ironische Distanz schaffen, setzt "12 Years a Slave" auf eine reduzierte Montage und realistische Darstellung, um das Leid des Opfers unmittelbar erfahrbar zu machen.
Musik fungiert laut der Analyse als kontrapunktierendes Element oder ironisches Stilmittel. In Kubricks Film dient sie dazu, Gewalt in eine choreografierte Form zu überführen, während sie in McQueens Film eher atmosphärisch-konnotativ wirkt.
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