Bachelorarbeit, 2016
44 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Anwendungsbereich des Gerechtigkeitsbegriffs
2.1 Formen der Gerechtigkeit
2.1.1 Subjektive Verwendungsform
2.1.2 Institutionelle Verwendungsform
2.1.3 Theoretische Verwendungsform
2.1.4 Resultative Verwendungsform
2.1.5 Kosmische Dimension
3. Gerechtigkeit als ethische Tugend
3.1 Partikulare Gerechtigkeit
3.1.1 Ausgleichende Gerechtigkeit
3.1.2 Distributive Gerechtigkeit
4. Billigkeit als Sonderform der aristotelischen Gerechtigkeit
5. Die Bedeutung des Gerechten in der Polis
5.1 Grundlegende Prinzipien einer Polis
5.2 Verteilung der Ämter
5.3 Das Gleichheitsprinzip
6. Kritische Beurteilung
6.1 Die Problematik des Tugendbegriffs
6.2 Die Gesetze
7. Schlussbetrachtung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das aristotelische Gerechtigkeitsverständnis zu analysieren und aufzuzeigen, wie dieses als ethische Legitimation für die Verteilung politischer Ämter innerhalb der Polis dient. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit Aristoteles' theoretische Gerechtigkeitskonzeption eine gerechte Ämtervergabe begründet und welche Rolle das Gleichheitsprinzip sowie die Tugendhaftigkeit dabei einnehmen.
3.1.1 Ausgleichende Gerechtigkeit
Für den Philosophen besteht die Hauptfunktion der beiden Gerechtigkeitsformen in der Wiederherstellung gerechter Verhältnisse. Sowohl die ausgleichende als auch die distributive Gerechtigkeit arbeiten nach diesem höchsten Prinzip. Außerdem setzen sie eine Unrechtmäßigkeit voraus und können daher nur an Orten Anwendung finden, an denen bereits geklärt wurde, welche Handlung als gerecht und ungerecht definiert wird. Die Bestimmung des Ungerechten bzw. Unrechtmäßigen wird aus Gründen des vorgegebenen, geringen Umfangs nicht näher thematisiert, vielmehr wird das Wissen um das Unrechtmäßige im aristotelischen Sinne vorausgesetzt.
Die ausgleichende Gerechtigkeit ist zudem zweierlei: Sie findet sowohl Anwendung in der freiwilligen Transaktion der Bürger als auch in der unfreiwilligen. Dennoch handelt es sich bei beiden Anwendungen um einen Verkehr zwischen Bürgern einer Rechtsgemeinschaft. Sie sind im aristotelischen Sprachgebrauch als gleichwertig zu betrachten. Mit Blick auf die Ausübung eines Unrechts stellt sich weiterhin die Frage, wie eine gerechte Entschädigung aussehen könnte und darüber hinaus jene, welche Strafe für das begangene Unrecht angemessen wäre. Das Wiedervergeltungsrecht greift diese Fragen auf und kommt zur Anwendung, wenn die Gleichheit verletzt wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz des Gerechtigkeitsbegriffs ein und verortet das aristotelische Gerechtigkeitsverständnis als Schwerpunkt der Untersuchung.
2. Anwendungsbereich des Gerechtigkeitsbegriffs: Dieses Kapitel kategorisiert die vielfältigen Verwendungsformen des Gerechtigkeitsbegriffs, um eine systematische Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Gerechtigkeit als ethische Tugend: Hier wird die Gerechtigkeit als zentrale moralische Tugend definiert und die Differenzierung in allgemeine sowie partikulare Formen erörtert.
4. Billigkeit als Sonderform der aristotelischen Gerechtigkeit: Dieses Kapitel erläutert die Billigkeit als notwendiges Korrektiv, um allgemeine Gesetze bei besonderen Einzelfällen gerecht anzuwenden.
5. Die Bedeutung des Gerechten in der Polis: Die Untersuchung zeigt die enge Verflechtung von Gerechtigkeit, Verfassungsform und der Verteilung von Ämtern innerhalb der antiken Polis auf.
6. Kritische Beurteilung: Das Kapitel reflektiert kritisch über die Grenzen des aristotelischen Tugendbegriffs sowie die problematischen Aspekte der Gesetzesfunktion im aristotelischen System.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und diskutiert die Anwendbarkeit der aristotelischen Prinzipien auf moderne politische Herausforderungen.
Aristoteles, Gerechtigkeit, Polis, Tugend, Billigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Politische Ämter, Gleichheit, Nikomachische Ethik, Staatsform, Gemeinwohl, Gesetz, Ausgleichende Gerechtigkeit, Distributive Gerechtigkeit, Tugendethik
Die Arbeit befasst sich mit der Gerechtigkeitskonzeption des Aristoteles und untersucht deren theoretische Fundamente sowie deren Anwendung bei der Vergabe politischer Ämter in einer Polis.
Zentrale Themen sind die Systematisierung des Gerechtigkeitsbegriffs, die Bedeutung der Tugendethik, das Korrektiv der Billigkeit und der Zusammenhang zwischen Verfassung und Machtverteilung.
Das Ziel ist es, die aristotelische Theorie der Gerechtigkeit als ethische Legitimation für die Ämtervergabe in der Polis theoretisch aufzubereiten und kritisch zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die auf der Analyse von Originalschriften (insbesondere der Nikomachischen Ethik und der Politik) sowie der Auseinandersetzung mit der Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Gerechtigkeitsformen, die Rolle der Tugend, die Funktion der Billigkeit und die detaillierte Analyse der Ämtervergabe innerhalb der Polisstruktur.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie aristotelische Ethik, Verteilungsgerechtigkeit, Tugendhaftigkeit, politische Ordnung und Staatsverfassung charakterisiert.
Die Mitte definiert die Substanz der Tugend als Ausgleich zwischen Extremen, wie etwa Übermaß und Mangel, wobei die praktische Vernunft bestimmt, wo diese Mitte im Einzelfall liegt.
Aristoteles setzt das Gesetzliche mit dem Gerechten gleich, was bei Anwendung auf unterschiedliche Staatsformen – etwa eine Tyrannis – zu moralischen Problemen führt, da das Gesetz prinzipiell als gerecht deklariert wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

