Masterarbeit, 2018
81 Seiten, Note: 1,0
1. Kulturgeschichte des Dandytums
1.1. Der Typus des Dandys
1.2. Leben und Macht des Urvaters aller Dandys
1.3. Brummells Modereformen: Des Mannes neue Kleider
2. Masculinity Studies - mehr als ein Geschlecht
2.1. Modelle der Männlichkeitsforschung
2.1.1. Raewyn Connells Ansatz der hegemonialen Männlichkeit
2.1.2. Pierre Bourdieus Konzept der männlichen Herrschaft
2.2. Vom Ritter zum Dandy - Männlichkeiten in der französischen Literatur
2.3. Der Dandy und die Masculinity Studies
3. Androgyn, Asket, Verführer - literarische Dandyfiguren
3.1. Jules Amédée Barbey d’Aurevilly
3.1.1. Aristokratischer Dandy, armer Literat
3.1.2. Du dandysme et de George Brummell
3.2. Charles Baudelaire
3.2.1. Dichter, Dandy, Asket
3.2.2. Le Dandy und Le Peintre de la vie moderne
3.3. Honoré de Balzac
3.3.1. Das Schöne und ein Lebemann
3.3.2. Comte Henri de Marsay - Der reinste aller Dandys
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Dandys" im 19. Jahrhundert, insbesondere seine Darstellung in der französischen Literatur, und analysiert dessen ambivalente Männlichkeit im Kontext der Masculinity Studies.
1.2. Leben und Macht des Urvaters aller Dandys
Der Urvater aller Dandys George Bryan ‘Beau’ Brummell wurde am 7. Juni 1778 als jüngster Sohn eines Privatsekretärs in London geboren und gerade dieser bürgerliche Ursprung ließ das Stigma der Bourgeoisie in ihm nie verblassen. Er selbst wollte ein König sein, da es ihm aber an blauem Herrscherblut mangelte, erschuf er sich sein „eigenes Königreich, ein Imperium, in dem er über sich selbst bestimmte, wenn schon nicht über Untertanen“ . Da Brummell ein Freund des Prinzregenten George IV. war und dieser ihn gewähren ließ, konnte der Junge, dem sie in der Schule den Spitznamen für Stutzer ‘Buck’ gaben, in der Gunst und im Schatten des Monarchen ein Regiment der Eleganz, Exzentrik und Bonmots aufbauen.
Brummells Eltern starben 1793 und 1794, was den brillanten, aber faulen Schüler zum Vollwaisen und Erben machte. Da er zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig war, wurde sein Anteil von circa 22 Tausend Pfund Sterling bis zu seiner Volljährigkeit einem Treuhänder übergeben. Nach seinem Besuch der Eliteschule Eton, an der er durch seinen Kleidungsstil und seine tadellosen Manieren auffiel, ging er mit 15 Jahren auf das Oriel-College in Oxford. Dort suchte er so intensiv Kontakt zu Studenten aus besten Familien, dass ihm keine Zeit zum Lernen blieb, weshalb er die Hochschule nach nur einem Jahr wieder verließ und zum Militär ging. Mit nur 16 Jahren wurde der Beau der jüngste Fahnenführer und Offizier bei den Tenth Hussars, die direkt vom Prinzen von Wales kommandiert wurden. Dieser Zugehörigkeit zu diesem Hausregiment war es zu verdanken, dass er nun hier den ersehnten Kontakt zu den höchsten Gesellschaftskreisen aufbauen konnte.
1. Kulturgeschichte des Dandytums: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Dandykults nach, ausgehend von der Mode des französischen Hofes bis hin zum Aufstieg von George Beau Brummell in London.
2. Masculinity Studies - mehr als ein Geschlecht: Hier werden theoretische Grundlagen der Männlichkeitsforschung (insbesondere Connell und Bourdieu) erläutert, um den Dandy als konstruierte Sozialfigur zu begreifen.
3. Androgyn, Asket, Verführer - literarische Dandyfiguren: Dieses Kapitel analysiert anhand der Autoren Barbey d’Aurevilly, Baudelaire und Balzac, wie der Dandy in der Literatur als ambivalentes Modell von Männlichkeit inszeniert wird.
Dandy, Dandytum, Männlichkeit, Masculinity Studies, George Beau Brummell, Barbey d’Aurevilly, Charles Baudelaire, Honoré de Balzac, Hegemoniale Männlichkeit, Bourdieu, Connell, Mode, Performanz, Identität, Literatur.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Dandys im 19. Jahrhundert als kulturelle und literarische Figur sowie dessen ambivalente Männlichkeitskonstruktion.
Zentral sind die Kulturgeschichte des Dandytums, die theoretische Männlichkeitsforschung und die literarische Analyse spezifischer Autoren, die das Dandy-Modell prägten.
Ziel ist es, den Dandy aus der Sicht der Masculinity Studies zu beleuchten und zu verstehen, wie er sich von anderen Männlichkeitsmodellen abgrenzt und seine Identität inszeniert.
Die Arbeit basiert auf einer kulturwissenschaftlichen und literaturwissenschaftlichen Analyse, die durch die Theorien hegemonialer Männlichkeit nach Raewyn Connell und männlicher Herrschaft nach Pierre Bourdieu gestützt wird.
Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung des Dandys, die theoretischen Modelle von Männlichkeit und die detaillierte Betrachtung von drei spezifischen literarischen Dandy-Vertretern.
Zu den Kernbegriffen gehören Dandyismus, Männlichkeit, Performanz, soziale Konstruktion und die französische Literatur des 19. Jahrhunderts.
Brummell gilt als "Urvater" des modernen Dandytums, dessen Lebensstil und Kleidungsstil als Referenzpunkt für alle nachfolgenden Dandy-Entwürfe dient.
Während Barbey d’Aurevilly den Dandy heilig spricht und historisch verankert, radikalisiert Baudelaire den Dandyismus zu einer Ersatzreligion der Kälte, wohingegen Balzac durch seine fiktiven Figuren eine Brücke zwischen Dandytum und der Realität des Lebens eines Schriftstellers schlägt.
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