Masterarbeit, 2016
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
Fragestellung
Forschungsstand, verwendete Literatur und Quellen
2. Einführung
Das alte Recht
Das Recht der Landesherren
Der wachsende Einfluss der Landesherrschaft
3. Die Bundschuh-Verschwörungen
Die Vorgeschichte
Die Bundschuhverschwörungen
Der Bundschuh zu Schlettstadt 1493
Der Bundschuh zu Untergrombach 1502
Der Bundschuh zu Lehen 1513
Der Bundschuh von 1517
Zusammenfassung
4. Vergleich der Verschwörungen
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die Kontinuitäten der Bundschuhverschwörungen im Oberrheingebiet zwischen 1493 und 1517, wobei der Fokus auf den Initiatoren, Rekrutierungsmustern, Forderungen und der Reaktion der Obrigkeit liegt.
Der Bundschuh zu Schlettstadt 1493
Der Auftakt des Verschwörungs-Kanons bildet die Bundschuhverschwörung zu Schlettstadt im Jahre 1493 und dessen Umgebung. Wie bereits erwähnt, war Schlettstadt im betrachteten Zeitraum eine freie Reichsstadt und konnte sich dadurch vieler Privilegien erfreuen. Wer waren nun die Menschen die hinter dieser ersten Verschwörung steckten? In der ersten Quelle, die Albert Rosenkranz in sein Werk aufgenommen hat, gibt es schon konkrete Hinweise. So stammten die Verschwörer aus Schlettstadt und dem näheren Umland: „[...] etliche von Schlettstatt, Sultz, Dambach, Epffich, Andlaw, Stotzheim, Kestenholtz, Dieffenthal, Schwerweiler, Blienßweiler, Nothalden [...]“70. Auch konkrete Namen der Anführer werden in dieser Quelle genannt. „[...] Hans Ulman zu Schlettstatt, Jacob Hanser zu Blienschweiler, Hans Ziegler zu Stotzheim71 und Schultheiß Ulrich den Jungen zu Andlaw.“72 In einer weiteren Quelle werden nochmals Hans Ziegler aus Stotzheim und der Schultheiß von Blienschweiler als Hauptmänner der Verschwörung genannt.73 Ein Bekenntnis von Klaus Ziegler untermauert die Annahme, dass diese Personen die wichtigsten Akteure der Verschwörung waren.74 Die Quellen 975, 1876, 3177, sowie 3778 bestätigen das noch einmal. Auch die neueste Forschungsliteratur bestätigt diese Liste.79 Wer aber waren diese Männer und aus welchen gesellschaftlichen Schichten stammten sie?
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Bundschuhverschwörungen als Vorläufer des Bauernkriegs 1525 sowie Darlegung der Forschungsfragen und Quellenlage.
2. Einführung: Analyse der Rechts- und Herrschaftsverhältnisse im späten Mittelalter, insbesondere der Konflikt zwischen dem alten Gewohnheitsrecht und dem neuen, landesherrlichen Recht.
3. Die Bundschuh-Verschwörungen: Detaillierte chronologische Untersuchung der vier Verschwörungen von 1493, 1502, 1513 und 1517 hinsichtlich ihrer Hintergründe und Abläufe.
4. Vergleich der Verschwörungen: Synthese der Ergebnisse aus den Einzelanalysen, um Entwicklungen und Kontinuitäten über den gesamten Zeitraum von 24 Jahren aufzuzeigen.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der Entwicklung von Zielen, Rekrutierung und Radikalität der Bundschuh-Bewegung.
Bundschuhverschwörung, Bauernkrieg, Oberrhein, Herrschaftsverhältnisse, Landesherrschaft, Joß Fritz, Schlettstadt, Geheimbünde, Rechtsgeschichte, Sozialgeschichte, Radikalisierung, Widerstand, Untergrombach, Lehen, Bauernstand
Die Arbeit analysiert die Bundschuhverschwörungen im Oberrheingebiet zwischen 1493 und 1517 als Vorläufer des großen Bauernkrieges von 1525.
Im Zentrum stehen die rechtlichen und sozialen Spannungen zwischen der Landbevölkerung und den aufstrebenden Landesherrschaften, die Organisation der Geheimbünde sowie deren Ziele.
Die Leitfrage lautet, wie und in welchen Bereichen sich die Bundschuhverschwörungen im Laufe der Zeit entwickelt oder verändert haben und welche Kontinuitäten dabei erkennbar sind.
Der Autor führt eine quellenkritische Analyse durch, basierend auf historischen Dokumenten, Quelleneditionen (insb. von Albert Rosenkranz) und aktueller Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine einführende Betrachtung der Zeitumstände und eine detaillierte, chronologische Analyse der vier spezifischen Verschwörungen.
Bundschuhverschwörung, Oberrhein, Herrschaftsverhältnisse, Joß Fritz, Radikalisierung und Widerstand sind zentrale Begriffe der Untersuchung.
Besonders beim Bundschuh von 1502 und 1513 lässt sich eine tiefreligiöse Komponente in Form von Initiationsriten und einem Erkennungsglauben feststellen, die den Bund moralisch legitimieren sollten.
Die Reaktion war durchgehend mit aller Härte geprägt, wobei Schutznetzwerke zwischen Gebieten aufgebaut, Krisensitzungen einberufen und drakonische Strafen verhängt wurden.
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