Masterarbeit, 2010
103 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Definition von Mobbing und Befunde zum Ausmaß
2.1.1. Zur Klärung des Begriffes Mobbing
2.1.2. Eine Definition von Mobbing
2.2. Mobbing als Gruppenphänomen
2.2.1. Gründe und Motive für Mobbing
2.2.2. Mobbing als gruppendynamischer Prozess
2.2.3. Die Entstehung des „Participant Role“ Ansatzes
2.2.4. Die Mitschülerrollen im Mobbingprozess
2.2.5. Die Sekundärrollen im Mobbingprozess
2.2.6. Geschlechtsunterschiede bei Mobbing
2.2.7. Altersunterschiede bei Mobbing
2.3. Die „Resource Control“ Theorie
2.3.1. Entwicklungspsychologische Grundlagen
2.3.2. Die „Resource Control Groups“
2.3.3. Geschlechterunterschiede in Bezug auf die Ressourcenkontrolle
2.4. Zum Zusammenhang zwischen Mobbing und Ressourcen-kontrolle
2.5. Die Forschungsfragen der vorliegenden Arbeit
3. Methode
3.1. Stichprobe
3.2. Durchführung
3.3. Erhebungsinstrument
3.3.1. Participant Role Questionaire
3.3.2. Ressourcenkontrolle
3.4. Zusammenfassung
4. Ergebnisse
4.1. Deskriptive Analyse der Mobbingrollen
4.1.1. Die Primärrollen
4.1.2. Die Sekundärrollen
4.1.3. Die Doppelrollen
4.2. Deskriptive Analyse der Ressourcenkontrolle
4.2.1. Prävalenz der Ressourcenkontroll-Gruppen
4.2.2. Ressourcenkontrolle in Abhängigkeit der Ressourcenkontroll-Gruppen
4.3. Der Zusammenhang zwischen den Participant Roles und der Ressourcenkontrolle
4.3.1. Verteilung der Ressourcenkontroll-Gruppen in Abhängigkeit der Primärrollen
4.3.2. Verteilung der Ressourcenkontroll-Gruppen in Abhängigkeit der Doppelrollen
4.3.3. Ressourcenkontrolle in Abhängigkeit der Mobbingrollen
4.3.4. Die Bistrategen
5. Zusammenfassung und Diskussion
5.1. Prävalenz der Mobbingrollen
5.1.1. Die Primärrollen
5.1.2. Die Konsistenz der Participant Roles
5.2. Die Ressourcenkontrollstrategien
5.2.1. Die Verteilung der Ressourcenkontroll-Gruppen
5.2.2. Die Ressourcenkontrolle der Ressourcenkontroll-Gruppen
5.3. Der Zusammenhang zwischen den Participant Roles und den Ressourcenkontrollstrategien
5.3.1. Die Ressourcenkontrolle der Participant Roles
5.3.2. Die Verteilung der Ressourcenkontroll-Gruppen in Bezug auf die Participant Roles
5.3.3. Die Bistrategen
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht das Gruppenphänomen Mobbing in Grundschulen in Bezug auf das Streben nach sozialer Dominanz und die Anwendung unterschiedlicher Strategien zur Ressourcenkontrolle. Das primäre Ziel ist die Analyse, inwieweit die Mitschülerrollen beim Mobbing (nach dem "Participant Role Ansatz") mit den verwendeten Kontrollstrategien (nach der "Resource Control Theory") korrelieren.
2.2. Mobbing als Gruppenphänomen
Wie in 2.1. bereits festgehalten, findet Mobbing nur in sozialen Gruppen statt, wie etwa einer Schulklasse. Die in der Wissenschaft gängige Definition von Mobbing, die beinhaltet, dass Mobbing nur möglich ist, wenn zwischen Täter und Opfer ein Machtgefälle herrscht, macht wiederholt deutlich, dass Mobbing nur im Gruppenkontext möglich ist und das außerdem Macht und soziale Dominanz beim Mobbingverhalten eine Rolle spielen.
2.2.1. Gründe und Motive für Mobbing
Die Ursachen und Motive von Mobbing sind schon lange Gegenstand der Mobbing-Forschung. Pikas ging 1975 davon aus, dass Täter mit ihren Attacken kein bestimmtes Ziel anstreben, sondern Mobbing allein der Schikane wegen betreiben und beschreibt die Ziele der Täter als irrational (Lagerspetz et al., 1982). Eine Betrachtung von Mobbing als kollektiven Prozess, macht aber deutlich, dass die Gründe für Mobbing komplexer sind und im sozialen Kontext begründet liegen.
Sutton und Smith (1999) konnten belegen, dass Mobbingattacken ein Streben nach einem erhöhten Selbstbewusstsein und dem Gewinnen sozialer Macht in einer Gruppe zu Grunde liegen und dass der Mobbingprozess deswegen erst in einer Gruppe möglich ist. Mobbing muss dementsprechend als gruppendynamischen Prozess verstanden werden, der erst auf der Basis von asymmetrischen Beziehungen entstehen kann (Hörmann & Schäfer, 2009).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen Mobbing als Gruppenprozess an Grundschulen ein und beleuchtet die Rolle von Macht und Dominanzstrebung als soziale Einflussfaktoren.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert Mobbing, erläutert den "Participant Role Ansatz" und die "Resource Control Theory" und stellt den theoretischen Zusammenhang zwischen diesen beiden Konzepten dar.
3. Methode: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Stichprobenzusammensetzung von 331 Grundschülern sowie die Anwendung des "Participant Role Questionaire" und der Messinstrumente zur Ressourcenkontrolle.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptive Analyse der Mobbingrollen und Ressourcenkontrollgruppen sowie die statistische Untersuchung der Zusammenhänge zwischen beiden Variablen.
5. Zusammenfassung und Diskussion: Dieser Abschnitt fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert diese im Kontext bisheriger Forschungsergebnisse und beleuchtet insbesondere die Rolle der Bistrategen.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Untersuchung für den Grundschulbereich und gibt Anregungen für zukünftige Forschung sowie Präventionsmaßnahmen.
Mobbing, Grundschule, Participant Role Ansatz, Ressourcenkontrolle, Soziale Dominanz, Bistrategen, Coercive Strategien, Prosoziale Strategien, Gruppenphänomen, Schikanieren, Mitschülerrollen, Machtverhältnis, Aggression, Schulklasse, Peer-Nominierung
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des Mobbingphänomens an Grundschulen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie soziale Strategien zur Ressourcenkontrolle das Verhalten und die Rollenverteilung innerhalb einer Schulklasse beeinflussen.
Die zentralen Themenfelder sind Mobbing als gruppendynamischer Prozess, die Rolle von sozialer Dominanz, die Kategorisierung von Schülern in Mitschülerrollen sowie die Differenzierung nach prosozialen und coerciven Kontrollstrategien.
Das primäre Ziel ist die Analyse der Mitschülerrollen beim Mobbing in Abhängigkeit von den verwendeten Ressourcenkontrollstrategien der Schüler. Es soll geklärt werden, ob und wie Dominanzstreben mit aggressivem oder prosozialem Verhalten bei Mobbing zusammenhängt.
Es wird ein quantitatives Design mit strukturierten Einzelinterviews und Peernominierungen (Participant Role Questionaire) bei 331 Grundschülern angewandt, wobei die Daten z-standardisiert und statistisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund, die methodische Erläuterung der Untersuchung sowie eine detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich Mobbingrollen, Hybridrollen und Ressourcenkontrollgruppen.
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Ressourcenkontrolle, Participant Roles, Bistrategen, Soziale Dominanz, Coercive und prosoziale Strategien sowie Schul- und Gruppenkontext.
Bistrategen sind eine Gruppe von Kindern, die sowohl prosoziale als auch coercive Strategien überdurchschnittlich häufig anwenden. Sie verfügen über eine sehr hohe Ressourcenkontrolle und werden als sozial dominant wahrgenommen.
Die Studie zeigt signifikante Geschlechtsunterschiede: Jungen werden häufiger für aggressive Rollen nominiert, während Mädchen häufiger in prosozialen Rollen wie Verteidiger zu finden sind. Auch bei der Wahl der Ressourcenkontrollstrategien zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede.
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