Diplomarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Teil: Die Globalisierung aus ökonomischer Perspektive
1.1 Ursachen wirtschaftlicher Globalisierung - Die Herausbildung globaler Märkte
1.1.1 Weltwirtschaftliche Entwicklungen nach 1945
1.1.2 Das Ende von Bretton Woods
1.1.3 Das „neoliberale Projekt“
1.1.4 Neue Technologien
1.1.5 Das Ende des Ost-West-Konflikts
1.1.6 Ungleiche Integration
1.2 Die neue Dimension globaler Märkte
1.2.1 Globale Produktion und Investitionsströme
1.2.2 Globaler Handel
1.2.3 Globale Finanzmärkte
1.3 Das Primat globaler Märkte – Die Folgen
1.3.1 Die Instabilität des globalen Geldmarktes und die Finanzkrisen
1.3.2 Veränderte Rolle der Nationalstaaten
1.3.3 Kleiner Exkurs zu internationalen Beziehungen
1.3.4 „Gewinner“ und „Verlierer“ der Globalisierung
1.3.5 Zusammenfassung
2. Teil: Die ideologische Globalisierungsdebatte - Gesellschaftsentwürfe
2.1 Divergierende Verständnisse wirtschaftlicher Globalisierung
2.1.1 Die globalisierungskritische Bewegung
2.1.2 Globalisierung: Chance oder Katastrophe ?
2.2 Die Kritiker der Globalisierung
2.2.1 Kritik an der neoliberalen Ideologie
2.3 Perspektiven auf die wirtschaftliche Globalisierung
2.3.1 Wirtschaftliche Globalisierung als „Raubtierkapitalismus“
2.3.2 Wirtschaftliche Globalisierung als geopolitisches Instrument
2.3.3 Wirtschaftliche Globalisierung – Sozialdemokratische Perspektive
2.4 Die Antwort der Befürworter
2.4.1 Wirtschaftliche Globalisierung – liberale Perspektive
2.5. Einschätzung der Perspektiven
2.6. Die Gesellschaftsentwürfe
2.6.1 Die „Marktskeptiker“
2.6.2 Was der Markt kann…
2.6.3 …und was der Markt nicht kann
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen und politischen Dimensionen der Globalisierungsdebatte und analysiert die verschiedenen Gesellschaftsentwürfe, die von Kritikern und Befürwortern des Prozesses abgeleitet werden. Ziel ist es, das Verständnis für die divergierenden Perspektiven zu schärfen und zu hinterfragen, inwiefern globale Marktkräfte nationale Handlungsspielräume einschränken oder Chancen für Entwicklung bieten.
Die neue Dimension globaler Märkte
Von vielen Betrachtern wird in den heutigen Wirtschaftsbeziehungen nichts wirklich Neues gesehen. Denn internationale Handels- und Finanzvernetzungen hätten auch schon Ende des 19. Jahrhunderts, vor dem ersten Weltkrieg existiert: „Und nicht einmal multi- bzw. transnationale Unternehmen sind neu, nicht tief greifende Veränderungen von Transport- und Kommunikationssystemen. Auch gewaltige Wanderungen mobilen Kapitals hat es schon gegeben, sogar weltumspannende Schulden- und Währungskrisen haben eine längere Geschichte.“ (Borchardt 2004:21).29
Manche Daten (proportionale Statistiken) über transnationale Bewegungen von Menschen, Gütern und Kapital würden tatsächlich zeigen, so Scholte, dass zum Beispiel Kapitalflüsse am Ende des 19. Jahrhunderts größer als am Ende des 20. Jahrhunderts waren (Scholte 2001:522). Dies veranlasse viele dazu (Scholte nennt sie die „Skeptiker“), in den heutigen Entwicklungen nichts genuin Neues zu sehen. Aus dieser Sicht manifestiere sich in der heutigen Situation lediglich eine weitere wirtschaftliche Globalisierungswelle (wenn auch mit einer neuen Intensität und andersartigen Vernetzungen), deren Vorläufer bis sehr weit in die vorindustrielle Zeit zurück zu verfolgen sind und die jedes Mal von einer Welle der Desintegration der Wirtschaftsbeziehungen abgelöst wurde (siehe auch bei Borchardt 2004).
Dabei werde die These vertreten, dass Nationalstaaten durch protektionistische Maßnahmen imstande sind Globalisierungsprozesse oder besser Internationalisierungsprozesse zu steuern, und dass sich Phasen wirtschaftlicher Verflechtungen mit Phasen wirtschaftlicher Desintegration nationaler Volkswirtschaften ablösen.
1. Teil: Die Globalisierung aus ökonomischer Perspektive: Skizzierung der weltwirtschaftlichen Entwicklung seit 1945 sowie die Herausbildung und Folgen globaler Märkte.
2. Teil: Die ideologische Globalisierungsdebatte - Gesellschaftsentwürfe: Darstellung der verschiedenen Sichtweisen von Kritikern und Befürwortern sowie der daraus resultierenden Gesellschaftsentwürfe.
Fazit: Zusammenfassung der ökonomischen und politischen Herausforderungen und der Notwendigkeit institutioneller Reformen in einer globalisierten Welt.
Globalisierung, Weltwirtschaft, Finanzmärkte, Neoliberalismus, Marktfundamentalismus, Freihandel, Nationalstaat, Globalisierungskritik, ATTAC, Internationale Organisationen, Standortwettbewerb, Handelsliberalisierung, Soziale Ungleichheit, Supraterritorialität.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der ökonomischen Entwicklung der Globalisierung seit 1945 und den daraus resultierenden ideologischen Konflikten in Politik und Gesellschaft.
Zentral sind die Entwicklung globaler Märkte, die Rolle von Nationalstaaten, die Kritik am neoliberalen Paradigma sowie unterschiedliche Ansätze zur Reform der Weltwirtschaftsordnung.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die gesellschaftlichen Vorstellungen zu identifizieren, die sowohl Kritiker als auch Befürworter der Globalisierung aus den ökonomischen Entwicklungen ableiten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse wirtschafts- und politikwissenschaftlicher Texte, um die verschiedenen Perspektiven auf die Globalisierung strukturiert darzustellen.
Der erste Teil analysiert die ökonomischen Treiber und Folgen der Globalisierung. Der zweite Teil widmet sich der ideologischen Debatte, unterteilt in Kritik, Befürwortung und sozialdemokratische bzw. liberale Positionen.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie "Marktfundamentalismus", "supraterritoriale Märkte", "neoliberales Projekt" und "Global Governance" definieren.
Es dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, warum moderne ökonomische Prozesse zunehmend unabhängig von territorialen Grenzen und nationalstaatlicher Steuerung verlaufen.
Dies ist der zentrale Konfliktpunkt: Während die einen den Staat als hilfloses Opfer globaler Marktmacht sehen, plädieren andere für eine Rolle des Staates als Rahmengeber und Schiedsrichter, der jedoch nicht durch übermäßige Intervention das Marktgeschehen behindern sollte.
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