Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
16 Seiten, Note: sehr gut
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
I. Ausgangslage und Anlass der Verfassungsdiskussion
II. Der Verfassungskonvent
III. Weitere Behandlung des Entwurfs im Europäischen Rat
IV. Zum Inhalt des Verfassungsvertrags
1. Grundordnung und Ziele der Union
2. Kompetenzordnung
3. Institutionelle Architektur
4. Demokratische Elemente
5. Finanzordnung
6. Weiteres im Überblick
V. Kritik an Verfahren und Inhalt des Verfassungsvertrages
1. Kritik am Verfahren
2. Kritik am Verfassungsinhalt
Die vorliegende Arbeit analysiert die Entstehung, den Inhalt sowie die kritische Würdigung des europäischen Verfassungsvertrages (VVE) vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung und der gescheiterten Ratifizierungsversuche. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern der Verfassungsvertrag als Antwort auf die institutionellen Integrationsherausforderungen geeignet ist und wo die Gründe für den Widerstand in den Mitgliedstaaten liegen.
III. Weitere Behandlung des Entwurfs im Europäischen Rat
Bereits gleich nach Vorlage des Verfassungsentwurfs im Juli 2003 begann eine Debatte, in der eine ganze Reihe von Regelungen kritisiert und Änderungen gefordert wurden. Zu Beginn der Regierungskonferenz am 4. Oktober 2003, die den Entwurf als Grundlage für weitere Beratungen angenommen hatte, lag somit eine stattliche Liste von Änderungsvorschlägen vor. Da fast sämtliche neuerlich vorgebrachten Forderungen schon im Konvent beraten worden waren, ohne eine ausreichende Unterstützung zu erhalten, wurde mehrfach davor gewarnt, das Gesamtpaket des Verfassungsentwurfs aufzuschnüren, weil damit das Gesamtprojekt gefährdet würde.
Insbesondere nachfolgende Themen waren, wie die Diskussion seit Juli 2003 gezeigte, besonders umstritten. Auf der einen Seite handelte es sich um die im Verfassungsentwurf vorgeschlagene neue zahlenmäßige Zusammensetzung der Kommission. Eine Gruppe von vorwiegend kleineren und neuen Mitgliedstaaten beharrte darauf, dass jeder Mitgliedstaat auch künftig mit einem Mitglied im Gremium der Kommission gleichberechtigt vertreten sein muss. Ein zweiter Themenkreis bezog sich auf die Regelungen über die qualifizierte Mehrheit im Rat. Die Regierungen Polens und Spaniens lehnten eine Verringerung ihres Gewichts gegenüber den Regelungen im Vertrag von Nizza strikt ab. Für wieder eine andere Reihe von Staaten waren die Aufnahme eines Hinweises auf das christliche Erbe Europas und ein Gottesbezug in der Präambel des VVE von großer Bedeutung. Auf dem Gipfeltreffen im Dezember 2003 in Rom scheiterte zunächst die Annahme des VVE durch die Regierungs und Staatschefs. Dort zeigten sich die Regierungen von Polen und Spanien in der Tat nicht bereit, einer Änderung des Abstimmungsmodus bezüglich der qualifizierten Mehrheit im Rat zuzustimmen.
I. Ausgangslage und Anlass der Verfassungsdiskussion: Dieses Kapitel erläutert die Probleme der EU nach der Erweiterung und den Reformbedarf, der zur Einberufung des Konvents führte.
II. Der Verfassungskonvent: Hier wird der Aufbau des Konvents, seine Zusammensetzung aus Parlamentariern und Regierungsvertretern sowie der Konsensfindungsprozess beschrieben.
III. Weitere Behandlung des Entwurfs im Europäischen Rat: Dieses Kapitel beleuchtet die schwierigen Verhandlungen nach Vorlage des Entwurfs, insbesondere die strittigen Punkte bei Kommission und Mehrheitsentscheidungen.
IV. Zum Inhalt des Verfassungsvertrags: Dieser Abschnitt analysiert die Grundordnung, die Kompetenzverteilung, die institutionellen Änderungen, demokratische Elemente und die Finanzordnung der EU.
V. Kritik an Verfahren und Inhalt des Verfassungsvertrages: Abschließend werden die Vorwürfe mangelnder Transparenz im Prozess sowie inhaltliche Bedenken hinsichtlich der Militarisierung und neoliberaler Wirtschaftspolitik erörtert.
Europäische Union, Verfassungsvertrag, EU-Erweiterung, Europäischer Konvent, Kompetenzordnung, Subsidiarität, Institutionelle Architektur, Demokratische Legitimation, Ratifizierung, Europäischer Rat, Mehrheitsentscheidung, Wirtschaftsordnung, Grundrechte, Finanzrahmen, Vertrag von Nizza.
Die Arbeit analysiert den Entwurf für eine Verfassung für Europa (VVE), dessen Entstehungsgeschichte, Inhalte und die kontroverse Debatte, die letztlich zur Ratifizierungskrise führte.
Die Schwerpunkte liegen auf der institutionellen Reform der EU, der Abgrenzung von Kompetenzen zwischen Union und Mitgliedstaaten sowie der Stärkung der demokratischen Legitimation.
Das Ziel ist es, die Komplexität des VVE aufzuzeigen und zu evaluieren, warum das Dokument trotz hoher Ambitionen auf erheblichen politischen Widerstand stieß.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und juristische Analyse, die auf Primärquellen, den Verfassungsentwürfen sowie begleitender Fachliteratur und Dokumentationen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der institutionellen Architektur, die Kompetenzordnung, die Finanzregeln und die detaillierte Kritik am Prozess sowie am Inhalt des Vertrages.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Verfassungsvertrag, Subsidiaritätsprinzip, institutionelle Reform, Ratifizierungskrise und demokratische Legitimation.
Der Konvent bestand mehrheitlich aus Parlamentariern und wurde als transparenteres und offeneres Format gegenüber den bisherigen, rein intergouvernementalen Regierungskonferenzen konzipiert.
Die "Passerelle" ermöglicht es dem Europäischen Rat, einstimmig zu beschließen, in bestimmten Rechtsetzungsverfahren von der Einstimmigkeit zur qualifizierten Mehrheit überzugehen, um Blockaden zu vermeiden.
Der Autor schätzt die Zukunft als ungewiss ein und schlägt vor, zumindest den Teil I und ggf. Teil II in das bestehende Vertragswerk zu inkorporieren, um die Handlungsfähigkeit der EU zu erhalten.
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