Masterarbeit, 2017
104 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. SPRACHERWERB UND MEHRSPRACHIGKEIT
2.1 Phasen der monolingualen kindlichen Sprachentwicklung
2.2 Bedeutung von Mehrsprachigkeit
2.3 Typen und Formen der Mehrsprachigkeit
2.3.1 Zweitspracherwerb
2.3.2 Doppelspracherwerb oder Bilingualismus
2.3.3 Sprachtrennungsregeln
2.3.4 Bedeutung der Erstsprache
3. BEDEUTUNG UND FUNKTION VON SPRACHE FÜR KINDER
3.1 Sprache und Identität
3.2 Kultur, Sprache und Identität
3.2.1 Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund
4. MEHRSPRACHIGKEIT IN INSTITUTIONELLEN BILDUNGSEINRICHTUNGEN
4.1 Statistiken
4.2 Mehrsprachigkeit aus Sicht des pädagogischen Fachpersonals in Kitas und der Kinder
4.3 Sprachförderkonzepte und -maßnahmen in der Kita
4.4 Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung: Der pädagogische Auftrag der Kita
4.5 Bikulturelle Bildung als Konzept
5. DAS KONZEPT „ONE PERSON – ONE LANGUAGE“ IN DER KITA: MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER UMSETZUNG
5.1 Beschreibung des Konzepts
5.2 Einsatz von ausländischen Fachkräften
5.3 Interkulturelle Erziehung: Voraussetzungen, Ziele und Grenzen
5.3.1 Elternarbeit
5.4 Qualitative Interviews mit Kita-Personal
5.4.1 Qualitative Befragung - Das Leitfadeninterview
5.4.2 Auswertungsmethode
5.4.3 Ergebnisse
6. AUSBLICK
Die Masterthesis untersucht, inwieweit eine mehrsprachige Erziehung in Kindertagesstätten möglich ist und wie vorschulische Institutionen die kulturelle und sprachliche Vielfalt aktiv unterstützen können, anstatt sich ausschließlich auf die Förderung der deutschen Sprache zu konzentrieren.
2.1 Phasen der monolingualen kindlichen Sprachentwicklung
Betrachtet man die Stadien des kindlichen Spracherwerbs, so ist der Schrei als erste Lautproduktion von primärer Bedeutung. Er stellt ein Warnsystem zur Überlebenssicherung dar und informiert über den Zustand des Säuglings. Vokalartige Grundlaute stellen den Ausgangspunkt vokaler Kommunikation dar. Diese Vorstufe des Spracherwerbs wird die Lallphase genannt. In dieser Phase können bereits Unterschiede beim Schreien des Säuglings wahrgenommen werden (Ringler & Küpelikilinc, 2004, S. 41). Während dieses in den ersten Wochen Grund- und Gurrlaute von sich gibt, treten nach circa sechs Wochen die ersten melodischen Modulationen sowie Anklänge an Vokale und weiche Gaumenlaute auf (Klann-Delius, 2016, S. 21f). Die Lautäußerungen werden im Alter von zwei bis drei Monaten differenzierter (Ringler & Küpelikilinc, 2004, S. 41), die neuronalen Strukturen entwickeln sich so weit, dass es mittlerweile erste Laute, meist Vokale und kurze Zeit später Silben produzieren kann (Stamm, 2010, S. 68). Diese Phase wird als stimmliche Expansion bezeichnet, denn hier wird das Potential des Stimmapparates ausprobiert, das Kind wiederholt Laute und reagiert immer mehr auf Sprachanregungen. Gegen Ende der Phase kann das Kind bereits einzelne Wörter erkennen. Mit circa sechs Monaten beginnt die Phase des Babbelns, die ersten Konsonanten werden systematisch gebildet und mit Vokalen kombiniert (Klann-Delius, 2016, S. 22).
Mit circa einem Jahr stellt das Kleinkind eine Verbindung zwischen dem Laut und dem Inhalt her, was als Ein-Wort-Phase bezeichnet wird. Die Laute werden zielgerichtet eingesetzt, wobei sich die Ein-Wort-Äußerungen immer auf eine Gesamtsituation beziehen (Ringler & Küpelikilinc, 2004, S. 41f). In diesem Zeitraum wird ein Wortschatz von etwa 50 Wörtern aufgebaut (Klann-Delius, 2016, S. 23). Das zweite Stadium der Syntaxentwicklung, die Zwei-Wort-Phase, setzt zwischen eineinhalb und zwei Jahren ein, wenn das Kind immer häufiger Wörter miteinander verbindet.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz der Migrationsdebatte und die Bedeutung von Sprache für die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern.
2. SPRACHERWERB UND MEHRSPRACHIGKEIT: Darstellung der Entwicklungsphasen sowie Definitionen und Formen des simultanen und sukzessiven Spracherwerbs.
3. BEDEUTUNG UND FUNKTION VON SPRACHE FÜR KINDER: Analyse der engen Verknüpfung von Sprache, Identitätsbildung und kognitiver Entwicklung im Kindesalter.
4. MEHRSPRACHIGKEIT IN INSTITUTIONELLEN BILDUNGSEINRICHTUNGEN: Untersuchung statistischer Daten und der Haltung des pädagogischen Fachpersonals zur kulturellen und sprachlichen Vielfalt in Kitas.
5. DAS KONZEPT „ONE PERSON – ONE LANGUAGE“ IN DER KITA: MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER UMSETZUNG: Kritische Evaluation der Umsetzungschancen und Schwierigkeiten des One-Person-One-Language-Ansatzes sowie Präsentation empirischer Interviewergebnisse.
6. AUSBLICK: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit einer wertschätzenden Haltung gegenüber Herkunftssprachen zur Förderung eines positiven Selbstkonzepts.
Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Zweitspracherwerb, Migrationshintergrund, Kindertagesstätte, One Person – One Language, Interkulturelle Erziehung, Bildungsauftrag, Sprachförderung, Identitätsentwicklung, Bilingualismus, Pädagogisches Fachpersonal, Inklusive Pädagogik, Sprachvermittlung, Kulturelle Identität
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen einer mehrsprachigen Erziehung in vorschulischen Bildungseinrichtungen für Kinder mit Migrationshintergrund.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Spracherwerb, der Bedeutung der Herkunftssprache für die Identität, der Haltung pädagogischer Fachkräfte und der Umsetzung spezifischer Förderkonzepte wie "One Person – One Language".
Ziel ist es zu klären, wie Kitas die Vielfalt an Kulturen und Sprachen unterstützen können, um Kindern eine optimale sprachliche und persönliche Entwicklung zu ermöglichen.
Es wurde eine theoretische Fundierung durch Fachliteratur vorgenommen, ergänzt durch eine qualitative Forschung mittels Leitfadeninterviews mit Kita-Leitungen.
Der Hauptteil analysiert Spracherwerbstheorien, die Bedeutung der Herkunftssprache, aktuelle Konzepte der Kita-Arbeit sowie praktische Umsetzungsstrategien und deren Grenzen.
Kernbegriffe sind Mehrsprachigkeit, Identitätsentwicklung, Sprachförderkonzepte, interkulturelle Pädagogik und Bildungserfolg.
Im Zentrum steht das Konzept "One Person – One Language", bei dem idealerweise pro Sprache eine spezifische Bezugsperson in der Kita agiert.
Die größten Hürden sind die Finanzierung, der Mangel an qualifiziertem mehrsprachigem Personal und der hohe organisatorische Aufwand bei heterogenen Gruppen.
Die Experten sind sich einig, dass die Stärkung der Erstsprache essenziell ist, da sie die Basis für die Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen weiterer Sprachen bildet.
Sie befürworten den interkulturellen Ansatz grundsätzlich, weisen jedoch auf Diskrepanzen zwischen dem pädagogischen Anspruch und den realen Rahmenbedingungen (Personalmangel, finanzielle Engpässe) hin.
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