Bachelorarbeit, 2017
43 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Demografische Entwicklung
2.1 Gründe für die gesteigerte Lebenserwartung
2.2 Zunahme der Morbidität im Alter
2.3 Herausforderungen
3. Das österreichische Pflegesystem
3.1 Monetäre Leistung
3.2 Mobile und stationäre Betreuungsangebote
3.3 Die informelle Pflege
3.4 Finanzierung
3.5 Kritik am derzeitigen System
4. Das Pflegegeld
4.1 Situation vor der Einführung
4.2 Entstehung
4.2.1. Kompetenzenverteilung
4.2.2. Bestimmungen zum Pflegegeld
4.3 Bezugsvoraussetzungen
4.4 Einstufungsverfahren
4.4.1 Die Pflegegeldstufen
4.4.2 Höhe des Pflegegeldes
5. Reformen des BPGG
5.1 Strukturanpassungsgesetz 1996/1997
5.2 Änderungen in den Jahren von 1998 - 2011
5.3 Pflegegeldreformgesetz 2012
5.4 Änderung des Bundespflegegeldgesetzes 2014
6. Zur Bedeutung des Pflegegeldes für Betroffene
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Pflegegeldes innerhalb des österreichischen Pflegesystems vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft und steigender Pflegebedürftigkeit. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle dieses Instruments bei der Bewältigung der Herausforderungen einer alternden Bevölkerung.
4.2.2. Bestimmungen zum Pflegegeld
Der Gesetzgeber erklärt das Pflegegeld als einen Beitrag zu den pflegebedingten Mehraufwendungen. Unter Mehraufwendungen werden „…nicht alle Aufwendungen auf Grund einer Behinderung, sondern nur bestimmte – durch die vorgelagerte Beurteilung der Pflegebedürftigkeit – qualifizierte...“ (Gruber/Pallinger 1994: 19) verstanden. Beispielsweise sind kurzfristig notwendige Leistungen infolge einer schweren Krankheit keine pflegebedingten Mehraufwendungen. Das Pflegegeld soll alters- und einkommensunabhängig gewährt werden und alle pflegebedürftigen Personenkreise umfassen. Geistig, psychisch und physisch beeinträchtigte Personen, sowie schwerstbehinderte Kinder sollen hier ebenso miteinbezogen werden, wie ältere pflegebedürftige Personen. Bei Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahren gelten, auf Grund der allgemeinen Betreuungs- und Aufsichtspflicht, nur Aufwendungen, die über das altermäßig erforderliche Ausmaß hinausgehen, als Mehraufwendungen (vgl. §4 Abs 3 BPGG).
Es wurden sieben Pflegestufen festgelegt, mit Hilfe dieser, unabhängig der Ursache der Pflegebedürftigkeit, das tatsächliche Betreuungsausmaß festgestellt werden soll und Anspruchsberechtige nach einem Zuordnungsverfahren das Pflegegeld in der jeweiligen Pflegestufe pauschaliert erhalten. Hinsichtlich der Höhe der gewährten Zuschüsse und der tatsächlich anfallenden Kosten, ist es nicht Ziel des Pflegegeldes, die Betreuungskosten gänzlich abzudecken und ist durch die Zweckgebundenheit auch nicht einkommenserhöhend. Pflegebedürftigen Personen soll jedoch durch den Zuschuss die Wahlmöglichkeit erleichtert werden, zwischen der häuslichen Pflege, mit Hilfe von Angehörigen oder durch Zukauf von professioneller Assistenz, oder der stationären Pflege in einer Einrichtung (vgl. Gruber/Pallinger 1994: 14-19).
Im neuen Bundespflegegeldgesetz wurden die Sachleistungen gesondert lediglich in dem Sinne erwähnt, dass Geldleistungen durch den Entscheidungsträger durch Sachleistungen ausgetauscht werden können, sollte die monetäre Leistung ihre Zweckgebundenheit nicht erfüllen. Die Entscheidungsträger haben das Recht, dies zu kontrollieren und gegeben falls das Pflegegeld vorübergehend durch eine Sachleistung zu ersetzen, um eine ausreichende Betreuung sicherzustellen zB. bei Verwahrlosung oder drohender Unterversorgung. Die Sachleistung wird in diesem Fall in der Höhe des zustehenden Geldbetrages geleistet. Betroffene Personen können in diesem Fall frühestens nach einem Jahr wieder einen Antrag auf das Pflegegeld stellen (vgl. ebd. 90-92).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und beleuchtet die steigende Lebenserwartung sowie die Notwendigkeit des Pflegegeldes als zentrales Instrument der österreichischen Sozialpolitik.
2. Demografische Entwicklung: Hier werden die Gründe für die gestiegene Lebenserwartung und die damit einhergehende Zunahme von Alterskrankheiten sowie die resultierenden Herausforderungen analysiert.
3. Das österreichische Pflegesystem: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über monetäre Leistungen, Betreuungsangebote, die informelle Pflege, die Finanzierungsstruktur sowie die Kritik am aktuellen System.
4. Das Pflegegeld: Hier wird die historische Entstehung, der gesetzliche Rahmen, die Bezugsvoraussetzungen und das detaillierte Einstufungsverfahren erläutert.
5. Reformen des BPGG: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über die wichtigsten Gesetzesänderungen und Reformschritte seit der Einführung des Pflegegeldes im Jahr 1993.
6. Zur Bedeutung des Pflegegeldes für Betroffene: Abschließend wird die tatsächliche Wirkung des Pflegegeldes auf die Lebens- und finanzielle Situation der Pflegebedürftigen sowie der Angehörigen untersucht.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf notwendige Optimierungen des österreichischen Pflegesystems.
Pflegegeld, österreichisches Pflegesystem, demografischer Wandel, Pflegebedürftigkeit, Bundespflegegeldgesetz, informelle Pflege, pflegende Angehörige, Pflegestufen, Sozialpolitik, Langzeitpflege, Leistungsanspruch, Gesundheitswesen, Altersvorsorge, Finanzierung, Reformen.
Die Arbeit analysiert das Pflegegeld in Österreich als zentrales Instrument der Pflegepolitik im Kontext einer alternden Gesellschaft.
Die Publikation befasst sich mit der demografischen Entwicklung, der Struktur des Pflegesystems, den gesetzlichen Bestimmungen zum Pflegegeld und dessen Bedeutung für Betroffene.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche Bedeutung das Pflegegeld angesichts der steigenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft in Österreich hat.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse existierender Daten, Berichte, Gesetzesnovellen sowie Ergebnisse aus wissenschaftlichen Evaluierungen des österreichischen Pflegevorsorgesystems.
Der Hauptteil beschreibt die historische Entstehung des Pflegegeldes, die Kompetenzverteilung, das Einstufungsverfahren, die Reformen seit 1993 sowie die Bedeutung der finanziellen Unterstützung für Angehörige.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Pflegegeld, Pflegestufen, informelle Pflege, demografischer Wandel, BPGG und Pflegepolitik.
Die Einstufung basiert auf dem monatlichen Pflegebedarf in Stunden, wobei zwischen einer funktionsbezogenen Einstufung und diagnosebezogenen Mindesteinstufungen differenziert wird.
Die informelle Pflege, die zu etwa 80% durch Angehörige erbracht wird, bildet eine tragende Säule des österreichischen Systems, steht jedoch aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen unter Druck.
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