Bachelorarbeit, 2018
67 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Unterrichtskommunikation
2.1 Die Besonderheit „Unterrichtskommunikation“ mit Bezug auf Alltagskommunikation
2.2 Die Schwierigkeit der gelungenen Unterrichtskommunikation
2.2.1 Unterrichtskommunikation als soziale Wirklichkeit
2.2.2 Kommunikation mit einem Common Ground
2.2.3 Kommunikation als Interaktion und Aktivität
2.3 Rahmungen innerhalb der Unterrichtskommunikation
2.4 Bildungssprache, Schulsprache, Lehrersprache
3. Der Beziehungsaspekt in der Sprache
3.1 Die Beurteilung des Beziehungsaspekts nach Adamzik (1984)
3.2 Integration des Beziehungsaspekts in die Sprechackttheorie
4. Positionierung im Gespräch
5. Die linguistische Gesprächsanalyse
6. Analyse
7. Ergebnis der Analyse
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie sich die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern innerhalb der Unterrichtskommunikation sprachlich manifestiert. Da Beziehungen nicht direkt beobachtbar sind, dient die linguistische Analyse von Unterrichtsgesprächen als Methode, um durch die Untersuchung von Äußerungen, Positionierungsvorgängen und rituellen Mustern auf die Beziehungsgestaltung und das bestehende Machtgefälle zu schließen.
3.1 Die Beurteilung des Beziehungsaspekts nach Adamzik (1984)
Adamziks (1984) verwendeter Beziehungsbegriff meint nicht die zwischenmenschliche, enge persönliche Bindung, sondern er wird von ihr als Kategorienbegriff genutzt. Somit umfasst dieser alle möglichen auftretenden Partnerkonstellationen, welche in einer „Skala von Beziehungstypen“, von fremd sein bis zu einer intimen Beziehung, aufgereiht werden können (vgl. Adamzik 1984, S. 128). Sie unterscheidet drei mögliche Arten von Beziehungen zwischen Interaktanten:
1. Die sozial vorgegebene, institutionelle Beziehung
2. Die im längeren persönlichen Umgang freiwillig vereinbarte Beziehung
3. Affektive Einstellungen (vgl. ebd.)
Die erste Art ist für diese Arbeit besonders interessant.
Die Beziehungstypen sind nicht irreversibel, da eine Beziehung verschiedene Kategorien erfüllen kann, z.B. können Kollegen (1) auch Freunde werden (2) (vgl. ebd., S. 129). Adamzik legt neben den Arten von Beziehungen auch ein Kriterium fest, welches zur Beurteilung von bestehenden Beziehungen hinzugezogen werden kann; die soziale Distanz (vgl. ebd.). Unterschieden werden die vertikale und die horizontale soziale Distanz. Die vertikale Distanz umfasst die Gleichstellung und das Positionsgefälle. Dies ist jedoch keine entweder-oder-Feststellung, sondern es handelt sich dabei um graduelle Varianzen. „Die – immer gegebene – vertikale soziale Distanz zwischen Vorgesetztem und Untergebenem kann z.B. unterschiedlich stark ausgeprägt sein.“ (ebd.). Je nach Verhaltensmuster der Beteiligten kann das Machtgefälle stets präsent sein oder sie verstehen sich als wesentlich gleichberechtigt (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Lehr-Schüler-Beziehung und definiert die Forschungsfrage, wie sich diese Beziehung in der Unterrichtskommunikation äußert.
2. Unterrichtskommunikation: Dieses Kapitel stellt die Besonderheiten des Unterrichts gegenüber der Alltagskommunikation dar und thematisiert Herausforderungen sowie formale Rahmenbedingungen und Sprachniveaus.
3. Der Beziehungsaspekt in der Sprache: Hier werden theoretische Ansätze zur Erfassung von Beziehungen in der Sprache, insbesondere nach Adamzik und Holly, detailliert erarbeitet.
4. Positionierung im Gespräch: Dieses Kapitel führt das Konzept der Positionierung ein, um zu erklären, wie Gesprächsteilnehmer soziale Rollen und Identitäten im Diskurs aushandeln.
5. Die linguistische Gesprächsanalyse: Die methodischen Grundlagen der Gesprächsanalyse zur Untersuchung von Dialogen in sozialen Situationen werden hier dargelegt.
6. Analyse: Die praktischen Analysen von neun Transkripten aus Grundschulen untersuchen konkrete Gesprächssituationen auf Hinweise zur Beziehungsgestaltung.
7. Ergebnis der Analyse: Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Transkripten werden tabellarisch zusammengefasst und mit den theoretischen Aspekten der vorangegangenen Kapitel in Bezug gesetzt.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der untersuchten Faktoren wie Machtgefälle, Common Ground und Lehrersprache für die Beziehungsgestaltung im Klassenraum zusammen.
Unterrichtskommunikation, Lehrer-Schüler-Beziehung, Gesprächsanalyse, Positionierung, Machtgefälle, Sprechakttheorie, soziale Distanz, Bildungssprache, Grundschule, Common Ground, Interaktion, Lehrersprache, Identitätsfrage, soziale Wirklichkeit, Unterrichtsritual.
Die Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung der Beziehung zwischen Lehrkräften und Schülern im schulischen Alltag.
Im Fokus stehen das Machtgefälle im Unterricht, sprachliche Anpassungsprozesse (Lehrersprache), rituelle Muster und die wechselseitige Positionierung der Akteure.
Das Ziel ist es, auf Basis einer qualitativen Analyse von Transkripten herauszufinden, ob und wie sich zwischenmenschliche Beziehungen in der Unterrichtskommunikation widerspiegeln.
Es kommt die linguistische Gesprächsanalyse zur Anwendung, kombiniert mit theoretischen Konzepten wie der Sprechakttheorie nach Holly und dem Konzept der Positionierung nach Lucius-Hoene/Deppermann.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung (Rahmenbedingungen, Beziehungsbegriff, linguistische Analysemethoden) als auch die praktische Anwendung anhand von neun Transkripten aus Grundschulklassen.
Kernbegriffe sind Unterrichtskommunikation, Machtgefälle, Positionierung, Lehrer-Schüler-Beziehung und soziale Distanz.
Das Machtgefälle wird als strukturell gegebenes Element der Institution Schule betrachtet, das die Distanz zwischen Lehrenden und Lernenden maßgeblich beeinflusst, aber durch die Kommunikation der Lehrkraft variabel gestaltet werden kann.
Die Lehrersprache zeichnet sich durch eine gezielte Anpassung an den Entwicklungsstand der Kinder aus, um komplexe Sachverhalte verständlich zu machen und den Bildungserfolg zu fördern.
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