Masterarbeit, 2018
60 Seiten
1. Einführung
2. Forschungsstand
3. Narratologische Konzepte zwischen Faktualität und Fiktionalität
3.1 Der literarische Fiktionsbegriff
3.2 Fiktion vs. Faktualität - eine Gegenüberstellung von Fiktion und Wirklichkeit
4. Dokumentarliteratur
4.1 Definitionsbestimmung: vom Dokument zur Dokumentarliteratur
4.2 Die stilistischen Mitteln, ihre Funktion und öffentliche Wirkung
5. Dokumentarliteratur bei Kluge
5.1 Montageverfahren bei Kluge
5.2 Strategien der Authentizität
6. Analyse: Alexander Kluge „Der Luftangriff auf Halberstadt 8. April 1945“
6.1 Strategien der Darstellung
6.1.1 Montage
6.1.2 Plötzlichkeit und Ferne
6.1.3 Strategie von „Oben“
6.1.4 Strategie von „Unten“
6.2 Die Reaktion der einzelnen Figuren auf die Katastrophe
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand Alexander Kluges Werk „Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945“ die spezifischen Verfahren der Dokumentarliteratur, wobei insbesondere das Montageverfahren sowie die emotionale und physische Reaktion der Figuren auf die Katastrophe im Fokus der Forschungsfrage stehen.
6.1.1 Montage
Alexander Kluges Erzählung „Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945“133, die erstmals 1977 erschien, beruht in ihrer Konzeption auf dem Montageprinzip und setzt sich aus faktografisch-dokumentarischem Material und fiktionalen Passagen zusammen. Das Prinzip der Montage, das „Alles“ aneinander anschließen lässt, verfolgt Kluge bis zum Ende des entstandenen Textes: „alle Teilmomente eines einzigen Katastrophen-Geschehens, wie es sich zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort ereignet, werden in der Montage zu einer historischen „Totale“ zusammengeführt“.134 Die Diskussion der Luftkrieg-Thematik innerhalb der Gesellschaft, dürfte Kluge thematisch beeinflusst haben. Der Täter∕Opfer-Diskurs war Ende der 1970er Jahre ein anderer als kurz nach dem Krieg. Kluge kann vielleicht als der einzige Autor gezählt werden, der die Wirklichkeit aus beiden Sichten, aus der Sicht der Täter und der Opfer, dargestellt hat. Halberstadt ist die Heimatstadt von Alexander Kluge, als der Angriff in dieser Stadt passierte, war er 13 Jahre alt.
Die Frage nach der literarischen Gattung der Erzählung über den Luftangriff auf Halberstadt ist nicht einfach zu beantworten. Laut Christian Schulte ist es vielmehr eine Collage als ein Erlebnisbericht.135 Für den Autor Kluge sind der „organisatorische Aufbau“ des Unglücks und die dadurch entwickelten Kräfte, Beziehungen und die „aktiven und passiven Aktionsfelder der Katastrophe“ 136 viel wichtiger. Volker Hage bezeichnete die Erzählung als eine „Textmontage“, was zwar ein treffender Begriff zur Beschreibung des Werkes ist, jedoch um den Aspekt der intermedialen Text-Bild-Bezüge zu ergänzen wäre.137 Um das Geschehen zu beschreiben verwendet Kluge Tabellen, Diagramme, Fotografien und andere Mittel, die er dazu benutzt Fiktion mit Fakten geschickt zu vermischen.
1. Einführung: Das Kapitel stellt das Werk „Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945“ vor und umreißt die methodische Herangehensweise an Kluges Mischform aus Fiktion und Faktualität.
2. Forschungsstand: Hier wird der akademische Diskurs über Alexander Kluge nachgezeichnet, wobei die Forschungslücken und die Entwicklung seiner Anerkennung als Chronist beleuchtet werden.
3. Narratologische Konzepte zwischen Faktualität und Fiktionalität: Es werden die theoretischen Grundlagen des Fiktionsbegriffs sowie das Verhältnis zur Realität und faktualem Erzählen erörtert.
4. Dokumentarliteratur: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Dokument“ und untersucht die Entwicklung sowie die stilistischen Mittel der Dokumentarliteratur.
5. Dokumentarliteratur bei Kluge: Hier werden das spezifische Montageverfahren Kluges und seine Strategien zur Erzeugung von Authentizität analysiert.
6. Analyse: Alexander Kluge „Der Luftangriff auf Halberstadt 8. April 1945“: Das Kernstück der Arbeit untersucht anhand der Kategorien Montage, Nähe/Ferne sowie der Perspektiven „Oben“ und „Unten“ die literarische Umsetzung des Luftangriffs.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung von Kluges Werk als hybrider Dokumentarliteratur, die durch ihre Komposition neue Blickwinkel auf die Geschichte ermöglicht.
Alexander Kluge, Luftangriff auf Halberstadt, Dokumentarliteratur, Montageverfahren, Fiktion, Faktualität, Authentizität, Kriegsgeschichte, Katastrophe, Literaturwissenschaft, Perspektivdarstellung, Text-Bild-Montage, Narratologie, Historische Darstellung.
Die Arbeit untersucht, wie Alexander Kluge in seiner Erzählung „Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945“ durch ein spezielles Montageverfahren Realität und Fiktion verwebt, um ein historisches Ereignis darzustellen.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Fiktion und Dokumentation, die Bedeutung des Montageprinzips für die Vermittlung von Geschichte sowie die konträren Perspektiven der Täter und Opfer.
Ziel ist es, die Verfahren der Dokumentarliteratur bei Kluge zu analysieren und aufzuzeigen, wie er durch die Darstellung von Erlebnissen und Emotionen ein historisches „Szenario des Unglücks“ konstruiert.
Die Arbeit nutzt eine narratologische Analyse und wertet Fachliteratur sowie Primärtexte aus, um Kluges Montagetechnik und dessen Umgang mit dokumentarischen Quellen zu hinterfragen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Darstellungsstrategien, insbesondere der Montage von Text und Bild sowie der Unterscheidung der Perspektiven von „Oben“ (Planer/Piloten) und „Unten“ (Betroffene).
Wichtige Begriffe sind Dokumentarliteratur, Montageverfahren, Fiktionalität, Authentizität, Luftkrieg und die wechselseitige Beziehung von Fakten und Erzählung.
Kluge kontrastiert die rationale, technokratische Sichtweise der Bomberbesatzungen („Oben“) mit der von Hilflosigkeit und sinnlicher Wahrnehmung geprägten Realität der Halberstädter Zivilbevölkerung („Unten“).
Fotografien fungieren nicht nur als Beleg, sondern als autonomes Mittel der Montage, das erst im Kontext mit anderen Textfragmenten die Dimension des historischen Ereignisses für den Leser erfahrbar macht.
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