Bachelorarbeit, 2018
54 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Analytische und begriffliche Grundlegung
2.1 Neoklassische Annahmen des vollkommenen Marktes
2.1.1 Marktversagen
2.1.2 Staatseingriff
3. Regulatorische Maßnahmen im Personenfernverkehr
3.1 Der Personenfernverkehr
3.1.1 Der Markt
3.1.2 Die Preisentstehung
3.2 Regulatorische Maßnahmen
3.2.1 Gründe staatlicher Eingriffe
3.2.2 Regulatorische Maßnahmen zur Förderung des Wettbewerbs
4. Beurteilung regulatorischer Maßnahmen
5. Kritische Betrachtung der vertikalen Desintegration
5.1 Theoretische Grundlagen der vertikalen Desintegration
5.2 Bewertung und Relevanz der vertikalen Desintegration
5.3 Resümee
6. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit analysiert die Wettbewerbsproblematik im Schienenpersonenfernverkehr in Deutschland, insbesondere unter dem Einfluss der Deutschen Bahn AG. Das zentrale Ziel ist es, die Eignung der vertikalen Desintegration als regulatorische Maßnahme zur Förderung des Wettbewerbs auf dem Schienenmarkt zu bewerten.
3.1.1 Der Markt
Marktabgrenzung
Auf dem Markt des Personenfernverkehrs treffen die Anbieter- und die Nachfragerseite von Verkehr aufeinander (Ross 2001, S.65). In der Theorie des Wettbewerbs gibt es keine eindeutigen Merkmale, nach denen der wirtschaftlich relevante Markt eingegrenzt werden kann (Knieps 2005, S.48). Der wirtschaftlich bzw. ökonomisch relevante Markt umschließt alle konkurrierenden Anbieter und Nachfrager (Schmidt 2001, S.49). Daraus resultiert, dass die Abgrenzung des relevanten Marktes in unterschiedlicher Form vorgenommen werden kann (Schulz 2003, S.34). Zum ersten kann der Markt entsprechend der in 3.1 aufgeführten Verkehrsträger in unterschiedliche Teilmärkte aufgegliedert werden (Aberle 1997, S.16 f., zitiert nach Rühle 2007, S.33). Dies würde eine Abgrenzung nach Eisenbahn-, Luftverkehrs-, Straßenverkehrs-, Seeschiffs- und Binnenschiffsmärkten nach sich ziehen. Zum zweiten wird der Markt in individuellen und öffentlichen Verkehr unterteilt (ibid.). Weiterhin kann eine Differenzierung in intramodaler und intermodaler Hinsicht vorgenommen werden. Im intramodalen Wettbewerb stehen die Anbieter gleichartiger Verkehrsträger in Konkurrenz zueinander, also z.B. Anbieter des Bahnverkehrs (Allianz pro Schiene 2018). Im intermodalen Wettbewerb stehen die verschiedenen Verkehrsträger hingegen sich in Konkurrenz zueinander, also z.B. der Wettbewerb zwischen Schiene und Luft (Voigt 1973, S.256). Im intermodalen Wettbewerb müssen von den verschiedenen Verkehrsträgern unterschiedliche Anforderungen in gleichmäßiger Weise erfüllt werden, um von den Nachfragern als substituierbar erachtet zu werden. Diese Anforderungen umfassen bspw. die Geschwindigkeit, Pünktlichkeit, Anpassungsfähigkeit, die Befähigung zum Bilden von Netzen sowie die Fähigkeit, die Nachfrage einer großen Vielzahl von Personen zu bedienen, die Sicherheit und das Wohlbefinden (Voigt 1973, S.71 f.). Weitere Anforderungen sind die Umweltfreundlichkeit der Verkehrsträger (IRE/Rapp Trans AG 2005, S.21) und der Preis (Voigt 1973, S.74).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Wettbewerbsproblematik des deutschen Schienenpersonenfernverkehrs ein und stellt die Relevanz der Untersuchung sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Analytische und begriffliche Grundlegung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen wie Marktversagen und die Rolle staatlicher Eingriffe aus neoklassischer Sicht dargelegt.
3. Regulatorische Maßnahmen im Personenfernverkehr: Dieses Kapitel definiert den Markt des Personenfernverkehrs und analysiert bestehende sowie notwendige staatliche Interventionsmaßnahmen zur Wettbewerbsförderung.
4. Beurteilung regulatorischer Maßnahmen: Hier werden die in Kapitel 3 vorgestellten Regulierungsansätze einer kritischen Würdigung hinsichtlich ihrer praktischen Wirksamkeit unterzogen.
5. Kritische Betrachtung der vertikalen Desintegration: Dieses Kapitel beleuchtet theoretisch und praktisch die vertikale Desintegration als Instrument der Marktstrukturregulierung im Schienenverkehr.
6. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Bachelorarbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Maßnahmen.
Schienenpersonenfernverkehr, Deutscher Markt, Wettbewerbsförderung, Marktversagen, Staatseingriff, Vertikale Desintegration, Deutsche Bahn AG, Trassenpreise, Zugangsregulierung, Preisregulierung, Qualitätsregulierung, Essential Facilities, Wettbewerb, Infrastruktur, Deregulierung
Die Arbeit behandelt die Wettbewerbssituation im deutschen Schienenpersonenfernverkehr und untersucht, welche regulatorischen Maßnahmen sinnvoll sind, um den Wettbewerb zu fördern und die marktbeherrschende Stellung der Deutschen Bahn AG zu regulieren.
Die Arbeit deckt die ökonomischen Grundlagen des Marktversagens, die Funktionsweise des Eisenbahnmarktes, verschiedene Regulierungsansätze (Zugang, Preis, Qualität) und die spezifische Strategie der vertikalen Desintegration ab.
Die Forschungsfrage lautet: „Stellt die vertikale Desintegration des Eisenbahnsektors eine regulatorische Maßnahme zur Förderung des Wettbewerbs im Schienenpersonenfernverkehr dar?“
Es handelt sich um eine analytische wissenschaftliche Arbeit, die auf einer Literatur- und Theorieanalyse basiert, um regulatorische Maßnahmen zu beschreiben, zu hinterfragen und kritisch zu bewerten.
Im Hauptteil werden zunächst die Marktstrukturen und Regulierungsnotwendigkeiten analysiert, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung verschiedener Regulierungsmaßnahmen und deren anschließender kritischer Bewertung und Beurteilung.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schienenpersonenfernverkehr, Marktversagen, Vertikale Desintegration, Deutsche Bahn AG, Regulierungsmaßnahmen und Wettbewerbsförderung.
Da die Deutsche Bahn AG eine marktbeherrschende Stellung im Schieneninfrastruktur- und Transportbereich innehat, ist ihre Rolle als „Essential Facility“-Betreiber entscheidend für die Analyse von Marktzutrittsbarrieren für konkurrierende Unternehmen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die vertikale Desintegration zwar eine hohe Separationsstufe bietet und Diskriminierungspotenziale reduzieren kann, jedoch auch mit hohen Kosten und dem Verlust von Synergien verbunden ist.
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