Bachelorarbeit, 2018
70 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Problemstellung und Ziel der Arbeit
3. Begriffsbestimmungen und theoretische Verortung der Thematik
3.1 Web 2.0
3.2 Social Media
3.2.1 Nutzen von Social Media im privaten Kontext
3.2.2 Nutzen von Social Media im beruflichen Kontext
3.3 Die Theorie des Sozialen Raumes und das Konzept des Habitus nach Pierre Bourdieu
3.3.1 Medialer Habitus
3.3.2 Digital Natives und Digital Immigrants
4. Forschungsmethode
4.1 Datenerhebung
4.1.1 Sampling
4.1.2 Leitfadenkonstruktion
4.1.3 Durchführung der Experteninterviews
4.1.4 Transkription des Datenmaterials
4.2 Datenanalyse
5. Ergebnisse
5.1 Nutzungsverhalten der Lehrperson von Web 2.0 und Social Media
5.1.1 Vertrauensdefizit im Hinblick auf die Qualität neuer Medien
5.1.2 Unsicherheit beim Einsatz von webbasierten Diensten
5.1.3 Widerstand gegen die Darstellung der eigenen Person im Internet
5.2 Erleben der Lehrenden im Hinblick auf die Nutzung von Web 2.0 und Social Media durch die Lernenden
5.2.1 Unterrichtsstörung „Smartphone“
5.2.2 Erlebte Kluft im Mediennutzungsverhalten zwischen Lehrenden und Lernenden
5.2.3 Reduzierte Lese- und hermeneutische Kompetenz bei den Lernenden
5.2.4 Reduzierte Konfliktlösungskompetenz bei den Lernenden
5.3 Beziehungsgestaltung zwischen Lehrenden und Lernenden im Zeitalter des sich verändernden Mediennutzungsverhalten
5.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Diskussion der Ergebnisse
6.1 Kontrolle und Kontrollverlust im berufspädagogischen Kontext
6.2 Milieugrenzen und deren Reproduktion durch Unterschiede im medialen Habitus
6.2.1 Ambivalenz und Überforderung bei der Nutzung von Web 2.0 und Social Media durch die Lehrenden
6.2.2 Unterschiede in der digitalen Sprache zwischen Lehrenden und Lernenden
7. Chancen und Grenzen dieser Arbeit für den berufspädagogischen Kontext
7.1 Bedeutung dieser Arbeit für die Pädagogik in den Pflegeberufen
7.2 Möglichkeiten für eine Implementierung neuer Medien im Bereich der Pädagogik der Pflegeberufe
8. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Erleben von Lehrenden in der Pflegeausbildung im Kontext der digitalen Transformation. Ziel ist es, die subjektiven Haltungen gegenüber der Digitalisierung zu erfassen, bestehende Widerstände zu analysieren und Chancen sowie Grenzen für den berufspädagogischen Kontext aufzuzeigen.
3.3.1 Medialer Habitus
Der mediale Habitus stellt einen Teilbereich des gesamten intrapersonellen Habitus dar, wobei der mediale Habitus vor allem auf die Medienaffinität und möglichen Präferenzen in der Mediennutzung visualisiert (Kommer, 2010; Mutsch, 2012). So haben die Art und Weise der Sozialisation der einzelnen Individuen Einfluss auf deren Vorstellungen und Wahrnehmungen im Hinblick auf die Nutzung von digitalen Medien. Kommer (2016) untersuchte den medialen Habitus von angehenden Lehrpersonen und ordnete deren Habitus dem Milieu der ambivalenten Bürgerlichen (ebd.) zu. Jenes Milieu kann sich in Anlehnung an die Definition der Sinus-Milieus in der Mitte des Sozialraums verorten lassen (Sinus-Institut, 2017). Während die bürgerliche Mitte als „anpassungs- und leistungsbereiter bürgerliche[r] Mainstream“ (ebd.) beschrieben wird, stellt Kommer (2016) das Milieu der ambivalenten Bürgerlichen als widerständig gegenüber dem Einsatz und der Nutzung von digitalen Medien dar. Werden so im Elternhaus neue Medien skeptisch betrachtet, werden konventionelle Medien den der neueren Art vorgezogen. So ist davon auszugehen, dass das heranwachsende Subjekt sich ebenfalls skeptisch gegenüber den sich wandelnden Medien zeigt (ebd.). Mit der Sozialisation und der Adaption in der Lebenswelt der ambivalenten Bürgerlichen etabliert sich ein Geschmack für die konventionellen Medien, deren Inhalte als vor allem qualitativ hochwertig eingeschätzt werden. Neuen Medien wird weniger Qualität zugesprochen (Kommer, 2016, S. 60). Die persönliche Einschätzung und subjektive Wahrnehmung der Menschen des ambivalenten bürgerlichen Milieus beschreibt einen Unterschied im Nutzen von digitalen Medien. Printmedien werden als der Bildung dienend und daher positiv konnotiert, während digitale Medien mehr der Unterhaltung dienend erlebt und so als negativ und unproduktiv eingeschätzt werden (Kommer, 2016, S. 60–61). Neue Medien, wie sie aktuell Social Media und Web 2.0 darstellen, werden von Lehrenden mit Skepsis behandelt. Als ambivalente Bürgerliche sind sie sozialisiert, an bewährten und zielführenden Handlungsabläufen festzuhalten und neuen Möglichkeiten, die vor allem der Unterhaltung dienen, kritisch zu begegnen.
1. Vorwort: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Motivation und die Entstehung der Arbeit, eingebettet in ihre Erfahrungen als Lernende und angehende Lehrkraft.
2. Problemstellung und Ziel der Arbeit: Das Kapitel erläutert den digitalen Wandel in der Pflegeausbildung und leitet die Forschungsfrage ab, die sich auf das Erleben und die Wahrnehmung von Chancen und Grenzen durch Lehrende fokussiert.
3. Begriffsbestimmungen und theoretische Verortung der Thematik: Es erfolgt eine theoretische Einordnung der Begriffe Web 2.0, Social Media sowie die Darstellung der Habitus-Theorie nach Bourdieu zur Erklärung von Milieugrenzen.
4. Forschungsmethode: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative, explorative Design, die Durchführung von Experteninterviews sowie die angewandte Methode der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse beleuchten das Nutzungsverhalten der Lehrenden, das Erleben der Lernenden als "Digital Natives" und die daraus resultierende Beziehungsgestaltung sowie die Problematik des Kontrollverlusts.
6. Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden theoretisch reflektiert, wobei der Fokus auf dem Kontrollbegriff, dem medialen Habitus und den daraus resultierenden Barrieren zwischen den Generationen liegt.
7. Chancen und Grenzen dieser Arbeit für den berufspädagogischen Kontext: Das Kapitel schließt mit einer Bewertung der Bedeutung für die Pflegepädagogik und zeigt Möglichkeiten für die Implementierung digitaler Lehrkonzepte auf.
8. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.
Pflegeausbildung, Digitalisierung, Web 2.0, Social Media, Medialer Habitus, Digital Natives, Digital Immigrants, Kontrollverlust, Pflegepädagogik, Experteninterviews, Inhaltsanalyse, Medienkompetenz, Soziale Netzwerke, Wissenskonstruktion, Blended Learning.
Die Arbeit analysiert, wie Lehrende an Pflegeschulen den Prozess der Digitalisierung wahrnehmen, welche Herausforderungen sie dabei erleben und wie sie auf die veränderte Mediennutzung ihrer Auszubildenden reagieren.
Zu den Kernbereichen gehören das Nutzungsverhalten von Web 2.0 und Social Media, das Spannungsfeld zwischen der Generation der "Digital Natives" und "Digital Immigrants" sowie die Bedeutung des medialen Habitus für pädagogische Entscheidungen.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie erleben Lehrende in der Pflegeausbildung den Prozess der Digitalisierung und welche Chancen und Grenzen nehmen sie wahr?“ Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die subjektiven Haltungen und Ängste der Lehrpersonen zu entwickeln.
Die Autorin wählt ein qualitatives, exploratives Forschungsdesign und nutzt leitfadengestützte Experteninterviews. Die Auswertung erfolgt mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmungen und Bourdieu-Theorie), die Darstellung des methodischen Vorgehens und eine detaillierte Ergebnisanalyse, die das Erleben der Lehrenden sowie die Diskussion der Ergebnisse umfasst.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienaffinität, Kontrollverlust, mediale Sprachbarrieren, professionelle Abgrenzung und die Rolle als "Konsument" versus "Prosumer".
Die Lehrenden befürchten einen Kontrollverlust über ihre Privatsphäre, eine Aufweichung der beruflichen Grenzen sowie eine unvorhersehbare Belastung durch zeitlich nicht steuerbare Nachrichten (Push-Benachrichtigungen).
Die Habitus-Theorie dient dazu, soziale Unterschiede und Milieugrenzen zu erklären. Sie hilft zu verstehen, warum Lehrende, die den "Digital Immigrants" zugeordnet werden, skeptisch gegenüber neuen Medien sind und dadurch Distinktionen reproduzieren.
Der Begriff beschreibt Lehrende, die im Gegensatz zu den "Digital Natives" nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen sind und daher Schwierigkeiten haben, die digitale "Muttersprache" intuitiv zu beherrschen.
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