Diplomarbeit, 2018
98 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Ziel der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Besteuerung des Einkommens
2.1. Einordnung, Prinzipien und Bedeutung der Einkommensteuer
2.2. Ermittlung und Erhebung der Einkommensteuer
3. Öffentliche Diskussion zur Reform des Ehegattensplittings
3.1. Verfassungsmäßigkeit des Ehegattensplittings
3.2. Unzureichende Förderung von Familien
3.3. Ungerechter Splittingvorteil
3.4. Benachteiligung von Frauen
3.5. Ableitung des Reformbedarfs
3.6. Definition der Kriterien zur Bewertung der Reformmodelle
4. Reformmodelle zum Ehegattensplitting
4.1. Familiensplitting
4.1.1. Funktionsweise
4.1.2. Auswirkungen
4.1.3. Bewertung
4.2. Realsplitting
4.2.1. Funktionsweise
4.2.2. Auswirkungen
4.2.3. Bewertung
4.3. Individualbesteuerung
4.3.1. Funktionsweise
4.3.2. Auswirkungen
4.3.3. Bewertung
5. Abschließende Beurteilung und Ausblick
Die Arbeit untersucht kritisch die anhaltende Debatte um das deutsche Ehegattensplitting, prüft die Berechtigung der Vorwürfe hinsichtlich Ungerechtigkeit, Unsozialität und Frauenfeindlichkeit und analysiert, ob existierende Reformmodelle diese Kritikpunkte adressieren können.
3.3. Ungerechter Splittingvorteil
Kritiker sehen in dem durch das Splitting entstehenden Unterschiedsbetrag einen vom Staat zugewandten Vorteil an Ehegatten zum Nachteil von Alleinstehenden oder unverheirateten Paaren mit gleich hohem Einkommen. Ungerechtigkeit wird aber auch von Unverheirateten mit Kindern empfunden, weil diese bei gleichem Einkommen mehr Steuern bezahlen als verheiratete Eltern, obwohl deren Leistungsfähigkeit gleichermaßen gemindert sei.
VOLLMER kritisiert die hälftige Verteilung des Einkommens auf beide Ehegatten. Stattdessen fordert sie die Anknüpfung an die Unterhaltspflichten gegenüber Kindern, Eltern, Lebenspartnern und anderen im Zivilrecht verankerte Unterhaltsberechtigte. Aus ihrer Sicht handelt es sich beim Ehegattensplitting um eine einseitige Begünstigung, von der vor allem gutsituierte Hausfrauen-Ehen profitieren. Unverheiratete Paare mit einem Einkommen sowie Ehepaare, in denen beide Ehegatten Einkommen erzielen, würden benachteiligt. Die Ungleichbehandlung trifft nach Ansicht von VOLLMER jedoch auch die Alleinerziehenden. Dabei wird in der Literatur angemerkt, dass sich die Diskussion um die Reform des Ehegattensplittings vor allem aus einem falsch verstandenen Vorteil für Ehegatten nährt. Der Begriff hätte sich in der Steuerberaterpraxis herausgebildet, um den Mandanten den entstehenden Unterschiedsbetrag zu erklären. Er ist jedoch nicht geeignet, da er eine Besserstellung gegenüber einem vermeintlich „normalen Zustand“ suggeriert. Solange im Ehegattensplitting ein ungerechtfertigter Vorteil gesehen wird, werde es Bestrebungen geben, diese vermeintliche Steuervergünstigung einzuschränken oder zu streichen. Die Schritte gegen das Splitting erweisen sich jedoch als „Verstoß gegen die Prinzipien einer sachgerechten, dem Leistungsprinzip verpflichteten Einkommensbesteuerung“, so SCHERF.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik und Zielsetzung der Arbeit, die das Ehegattensplitting und dessen Reformdiskussion beleuchtet.
2. Besteuerung des Einkommens: Erläuterung der Grundlagen der Einkommensteuer in Deutschland, einschließlich der Prinzipien der Leistungsfähigkeit und der Funktionsweise des Splittingtarifs.
3. Öffentliche Diskussion zur Reform des Ehegattensplittings: Analyse der Argumente gegen das Splitting, insbesondere Verfassungsmäßigkeit, soziale Gerechtigkeit und Auswirkungen auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen.
4. Reformmodelle zum Ehegattensplitting: Detaillierte Untersuchung und Bewertung von Familiensplitting, Realsplitting und Individualbesteuerung hinsichtlich ihrer Eignung als Alternativen.
5. Abschließende Beurteilung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Reformmodelle und Ausblick auf die politische Umsetzbarkeit.
Ehegattensplitting, Einkommensteuer, Steuergerechtigkeit, Leistungsfähigkeitsprinzip, Reformmodelle, Familiensplitting, Realsplitting, Individualbesteuerung, Erwerbsbeteiligung, Gender Pay Gap, Familienförderung, Steuerklassen, Verfassungsrecht, Steuerreform, Ehe.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des deutschen Ehegattensplittings, den dagegen vorgebrachten Argumenten in der öffentlichen Diskussion und der Prüfung potenzieller Reformmodelle.
Zentral sind die Steuergerechtigkeit, der Schutz von Ehe und Familie durch das Steuerrecht, die Auswirkungen auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen sowie die Bewertung alternativer Besteuerungsmodelle.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Argumente gegen das Ehegattensplitting sachlich belegbar sind und ob vorgeschlagene Reformmodelle diese Kritikpunkte wirksam entkräften können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, Verfassungsinterpretationen sowie der Auswertung von Studien und statistischen Daten zur Steuerlastverteilung basiert.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Besteuerung, die Kritikpunkte am Splitting sowie die drei Haupt-Reformmodelle: Familiensplitting, Realsplitting und Individualbesteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag.
Ehegattensplitting, Steuergerechtigkeit, Leistungsfähigkeitsprinzip, Erwerbsanreize, Familienpolitik und Reformmodelle.
Die Arbeit betont, dass die Wahl der Steuerklassen (z. B. III/V) eine reine Erhebungstechnik ist und die Steuerlast lediglich unterjährig beeinflusst, nicht aber die endgültige jährliche Steuerschuld.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass sich eine direkte Benachteiligung durch das Splitting kaum belegen lässt; negative Erwerbsanreize für Zweitverdiener ergeben sich eher aus dem progressiven Steuertarif und anderen gesellschaftlichen Faktoren.
Die Autorin hält die Einführung eines Familiensplittings für am realistischsten, falls eine Reform politisch und gesellschaftlich als notwendig erachtet wird.
Die Arbeit diskutiert, dass der Begriff "Splittingvorteil" in der Praxis irreführend ist, da er eine Privilegierung suggeriert, während das Splitting verfassungsrechtlich als Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit begründet ist.
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