Bachelorarbeit, 2010
51 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemaufriss und Fragestellung
1.2 Methodische Vorgehensweise
2 Grundlagen
2.1 Gesellschaft und Gemeinschaft
2.2 Begriff der Teilhabe
2.3 Rechtslage
2.4 Zusammenfassung
3 Alltag
3.1 Entwicklung
3.2 Soziale Netzwerke psychisch Kranker
3.3 Zusammenfassung
4 Das Konzept Kwartiermaken
4.1 Inhalte des Konzeptes
4.2 Andersdenken über Anderssein
4.3 Die Gastfreundschaft als Raum für das Anderssein
4.4 Freundschaftsdienst
5 Freundschaft
5.1 Definition von Freundschaft
5.2 Aufgaben von Freundschaft
5.3 Zusammenfassung
6 Psycho-Patenschaften
6.1 Verbundenheit vs. Soziale Unterstützung
6.2 Verbundenheit als wichtigstes Element der Freundschaft nach Anil Ramdas
6.3 Soziale Unterstützung
6.4 Präsenztheorie nach Adries Baart
6.5 Kooperation „Psycho-Paten“-Professionelle
6.6 Schlussfolgerungen für die Profession Soziale Arbeit
7 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine Psycho-Patenschaft auf Grundlage des niederländischen Konzeptes „Kwartiermaken“ erfolgreich gestaltet werden kann, um eine uneingeschränkte soziale Teilhabe für psychisch kranke Erwachsene zu ermöglichen und Ausgrenzungsmechanismen entgegenzuwirken.
4.4 Freundschaftsdienst
Als wesentlicher Bestandteil der sozialen Integration wird der Freundschaftsdienst oder auch die benannte Gastfreundschaft im Konzept Kwartiermaken angesehen. Die Problematik der Gastfreundschaft lässt sich schon an der Übersetzung festmachen. Das lateinische „hostis“- Gastfreundschaft, bedeutet sowohl Gast als auch Feind. Diese Wörter könnte man mit „Fremder“ oder „Fremdling“ assoziieren. Ein Fremder kann Angst haben, dass man ihn für verrückt oder gestört hält, er kann möglicherweise die Sprache nicht sprechen, kennt Codes nicht, beherrscht Umgangsformen nicht, ist unbeholfen, läuft Gefahr, sich nicht verteidigen zu können, weil er nicht weiß, wie er das machen soll. Gastfreundschaft soll „Freunde“ für psychisch kranke Menschen schaffen, die sie durch ihre psychischen Probleme verloren haben. Der Freundschaftsdienst ist eine Antwort auf die Frage: Wer begleitet mich außerhalb der psychosozialen Versorgung, bei der Suche nach einem Platz in dieser oft als ungastlich erfahrenen Welt?
Doortje Kal nennt die ehrenamtlichen Bürger, die diesen Freundschaftsdienst leisten, ´Buddys`. In Deutschland selbst, nennen sich Freundschaftsdienstleistende Bürger und Bürgerinnen ´Psycho-Paten`. Diese Bezeichnung hat mit dem Begriff des Psychopathen nichts gemeinsam. Die provozierende Bezeichnung soll allerdings die Gemeinschaft anregen sich mit dieser Begrifflichkeit und den Hintergründen des Konzeptes auseinanderzusetzen. Somit geht diese Benennung wieder im Gesamtkonzept auf. Einen wichtigen Betrag zur Teilhabe psychisch kranker Menschen leistet der Freundschaftsdienst. Der allgemeine Gedanke ist der, dass die ´Psycho-Paten` mit dem Adressaten oder der Adressatin eine Beziehung der Freundschaft aufbauen. Der „Psycho-Pate“ ist im Sinne Kals ein Katalysator, ein Motivierender, ein Inspirierender, ein Vermittler und Makler bzw. ein Netzwerkentwickler, Kampangenführer und Wegbereiter, der alles ankurbelt.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation und Relevanz des Themas vor, formuliert die Forschungsfrage und erläutert die methodische Gliederung der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden die soziologischen Begrifflichkeiten Gesellschaft und Gemeinschaft sowie der Begriff der Teilhabe erörtert und in den rechtlichen Kontext der Behindertenrechtskonvention eingebettet.
3 Alltag: Dieses Kapitel beleuchtet die geschichtliche Entwicklung des Umgangs mit psychisch kranken Menschen und analysiert die Bedeutung sozialer Netzwerke für deren Lebensalltag.
4 Das Konzept Kwartiermaken: Es wird das niederländische Konzept Kwartiermaken als Ansatz zur Schaffung von Gastfreundschaft und sozialen Räumen für ausgegrenzte Menschen vorgestellt und dessen Kerninhalte beschrieben.
5 Freundschaft: Das Kapitel definiert den vielschichtigen Begriff der Freundschaft und untersucht deren zentrale Aufgaben sowie deren Stellenwert für das psychische Wohlbefinden.
6 Psycho-Patenschaften: Hier findet die praktische Umsetzung der Psycho-Patenschaft unter Einbeziehung von Theorien wie der Präsenztheorie statt und es wird die Kooperation mit der professionellen Sozialen Arbeit reflektiert.
7 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer gelingenden Psycho-Patenschaft.
Kwartiermaken, Psycho-Paten, Soziale Integration, Psychische Erkrankung, Teilhabe, Freundschaftsdienst, Soziales Netzwerk, Inklusion, Gastfreundschaft, Soziale Arbeit, Präsenztheorie, Bürgerschaftliches Engagement, Stigmatisierung, Sozialpsychiatrie.
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der sozialen Integration von psychisch kranken Erwachsenen durch die Umsetzung von „Psycho-Patenschaften“ basierend auf dem niederländischen Konzept „Kwartiermaken“.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Inklusion und Teilhabe, die Bedeutung sozialer Netzwerke, die Definition von Freundschaft sowie die praktische Ausgestaltung von Freundschaftsdiensten und deren professionelle Begleitung.
Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: „Wie kann eine Psycho-Patenschaft anhand des Konzeptes Kwartiermaken gelingen?“
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener Konzepte, Literatur und Studien, die durch eine professionelle Reflexion und Zusammenfassung ergänzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagenkapitel zur Gesellschaft und Teilhabe, eine Analyse des Alltags psychisch Kranker, die detaillierte Darstellung des Konzeptes Kwartiermaken, eine Untersuchung des Freundschaftsbegriffs sowie die Erörterung von Psycho-Patenschaften und der Kooperation zwischen Freiwilligen und Fachkräften.
Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Kwartiermaken, Inklusion, soziale Teilhabe, Psycho-Paten, soziale Netzwerke und professionelle Soziale Arbeit charakterisiert.
Ein Psycho-Pate agiert auf Basis von Freundschaft und Verbundenheit, nicht als Therapeut. Die Beziehung ist nicht lösungsorientiert oder instrumentalisiert, sondern zielt auf die Teilhabe am normalen Leben und gegenseitige Wertschätzung ab.
Die Autorin verdeutlicht, dass eine gleichzeitige Freundschaft und professionelle Therapie problematisch sein kann, da die unterschiedlichen Rollen zu Verunsicherung und zur Gefährdung der therapeutischen Beziehung führen können.
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