Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Grundlegende Begriffe
2.2 Nation-Building
2.3 Bildung als Nation-Building-Instrument
2.4 Bildung und Erziehung bei Marx und Engels
3 Ghana 1951 – das koloniale Erbe
3.1 Einseitige Exporte und wirtschaftliche Subsistenz
3.2 Politische Schwächen
3.3 Gesellschaftliche Heterogenität und Risiken
4 Bildung als Nation-Building-Instrument bei Nkrumah
4.1 Nkrumahs Idee von Bildung
4.2 Der erste Fünf-Jahres-Plan von 1952
4.3 Der Zweite Fünf-Jahres-Plan von 1959
4.4 Ghanas Bildungssystem 1964 – Auswirkungen der Bildung für alle
5. Auswirkungen der 15 Jahre CPP-Administrative
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern der erste Präsident Kwame Nkrumah Bildung als politisches Instrument einsetzte, um den neuen Staat Ghana nach der Unabhängigkeit zu formen und zu konsolidieren. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Diskrepanz zwischen den bildungspolitischen Zielen, den tatsächlich implementierten Reformen und den daraus resultierenden sozioökonomischen Auswirkungen auf die junge Nation.
4.2 Der erste Fünf-Jahres-Plan von 1952
Mit der Wahl Kwame Nkrumahs zum Leiter der Regierungsangelegenheiten erhielt die CPP die Möglichkeit erste Entscheidungen in Richtung eines eigenständigen Ghanas zu treffen. Die zentrale Rolle der Bildung innerhalb der CPP-Agenda beschrieb der erste Bildungsminister, Kojo Botsio, 1951 wie folgt:
„Education is the keystone of a people’s life and happiness.” (McWilliam, 1962 (1959), S. 83)
Um eine Entwicklung auf allen Ebenen erfolgreich und nachhaltig zu starten, konzentrierte sich der Accelerated Development Plan (ADP) von 1952 auf den Ausbau der Schulbildung. Vor allem in den ersten Jahren sollte das Grundschulangebot in den Maßen ausgebaut werden, sodass innerhalb weniger Jahre alle Kinder im Schulalter auch ihre Grundschulausbildung erhielten. Damit begegnete man zum einen der großen öffentlichen Nachfrage nach Bildung und zum anderen der Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklungsagenda. Waren 1951 lediglich nur 90000 Kinder im schulpflichtigen Alter in einer Grundschule eingeschrieben, so wurden im Jahr 1957 bereits 450000 erfolgreich unterrichtet. Dies ist der Verdienst umfassender Maßnahmen innerhalb jener fünf Jahre. Zu aller erst wurden die Schulgebühren für Grundschulen abgeschafft. Somit wurde allen Kindern der Zugang zu einer Grundausbildung ermöglicht. Eltern hatten nun auch mehr Anreize ihre Zöglinge in neue Karrierebahnen zu lenken. Und diese Chancen wurden wohlwollend genutzt, zumal Bildung aufgrund ihrer kolonial-elitären Vergangenheit den Stellenwert einer hohen Anlage besaß. Neben der Grundschule musste sodann auch auf den nachfolgenden Ebenen erheblich investiert werden, um den Schülern eine unproblematische Bildungskarriere und dem neuen Staat eine Zukunft zu ermöglichen. Das Herz jener Planung waren die Lehrer. Ihre Zahl musste in Relation zur steigenden Schülerzahl immer mehr steigen, um nicht die Qualität der Schulausbildung aufs Spiel zu setzen.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Nutzung von Bildung als politisches Instrument durch Kwame Nkrumah zur Formung des neuen Staates Ghana vor und skizziert den theoretischen Kontext.
2 Theorie: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Kapitalismus, Imperialismus, Nation-Building sowie die Bildungsauffassungen von Marx und Engels analysiert, um eine theoretische Basis für die Untersuchung zu schaffen.
3 Ghana 1951 – das koloniale Erbe: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftliche, soziale und politische Situation Ghanas zum Zeitpunkt der Machtübergabe und arbeitet die Herausforderungen der kolonialen Erblast heraus.
4 Bildung als Nation-Building-Instrument bei Nkrumah: Hier wird detailliert auf Nkrumahs Bildungsideen, die Umsetzung der Fünf-Jahres-Pläne von 1952 und 1959 sowie die Etablierung einer nationalen Bildungsordnung eingegangen.
5. Auswirkungen der 15 Jahre CPP-Administrative: Dieses Kapitel analysiert die langfristigen sozioökonomischen Folgen der Bildungsexpansion und die Gründe für das Scheitern bestimmter Entwicklungsziele innerhalb der 15-jährigen Regierungszeit.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Beitrag der Bildungspolitik zum Nation-Building-Prozess sowie die Ambivalenz zwischen Bildungszuwachs und gesellschaftlicher Spaltung.
Ghana, Kwame Nkrumah, Bildungspolitik, Nation-Building, CPP, Kolonialismus, Marxismus, Fünf-Jahres-Plan, Schulwesen, Sozialismus, Bildungsreform, Arbeitsmarkt, Eliten, soziale Mobilität, Dekolonialisierung
Die Arbeit analysiert die Bildungspolitik Kwame Nkrumahs im jungen, unabhängigen Ghana und untersucht, inwiefern Bildung als bewusstes politisches Instrument für den Aufbau eines neuen Nationalstaates genutzt wurde.
Zentrale Themen sind das Konzept des Nation-Building, die Implementierung der Bildungsreformen durch die CPP, der Einfluss marxistischer Ideen auf Nkrumahs Rhetorik sowie die sozialen und ökonomischen Auswirkungen dieser Maßnahmen.
Die Hauptfrage lautet: Inwiefern verwendete der erste Präsident Kwame Nkrumah das politische Instrument Bildung, um den neuen Staat Ghana zu formen, und welche Ziele sowie Zielerreichungsgrade lassen sich dabei feststellen?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturstudie, die primäre Quellen zur Bildungspolitik der Goldküste und Ghanas mit weiterführender Literatur sowie theoretischen Diskursen (wie Marx und Engels) kombiniert.
Der Hauptteil deckt die koloniale Ausgangssituation 1951 ab, analysiert die beiden Fünf-Jahres-Pläne zur Bildungsexpansion und untersucht die Auswirkungen dieser Politik, insbesondere im Hinblick auf Arbeitsmarktprobleme und soziale Spannungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ghana, Nkrumah, Bildungspolitik, Nation-Building, Dekolonialisierung, Fünf-Jahres-Plan und soziale Mobilität beschreiben.
Obwohl Nkrumah den Zugang zu Bildung massiv ausweitete, fehlte es an korrespondierenden Institutionen für die Integration der Absolventen in den Arbeitsmarkt, was zu hoher Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen führte.
Die Rolle der traditionellen Chiefs und konservativer Gruppen wurde von Nkrumah als Hindernis für die Modernisierung gesehen, was zu Konflikten und einer zunehmenden Zentralisierung der Bildungshoheit führte.
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