Bachelorarbeit, 2016
30 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der Begriff des Motivs und seine Forschungslage
2.1 Abgrenzung des Motivbegriffs von benachbarten Bezeichnungen
2.2 Angewandte Definition des Begriffs Motiv
3. Die Gattung des Jugenddromans
3.1. Klassische Motive des Adoleszenzromans
3.2 Einordnung von „Bilder deiner großen Liebe“ als Adoleszenzroman
4. Die Konzeption von Freiheit als zentrales Motiv
4.1 Die Polarität von Begrenzung und Freiheit
4.2 Verrückt-sein als Möglichkeit sich frei zu verhalten
4.3 Diskrepanz zur Gesellschaft: Isa und „die Anderen“
4.4 Die Natur als Ort der Freiheit
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Konzeption von Freiheit als zentrales Motiv in Wolfgang Herrndorfs unvollendetem Adoleszenzroman „Bilder deiner großen Liebe“. Ziel ist es, die spezifische Funktion und Darstellung des Freiheitsbegriffs in diesem Werk unter Berücksichtigung der Gattungstradition des Adoleszenzromans sowie der damit verknüpften Motive (wie Reise, Natur und Außenseitertum) zu analysieren.
4.4 Die Natur als Ort der Freiheit
Isa fühlt sich der Natur unmittelbar zugehörig, dies wird in ihren Betrachtungen und auch in ihren absurden Aussagen immer wieder deutlich: „Manchmal bin ich ein Marder.“ Ihre „Ausflüge“ in die Realität erscheinen dagegen häufig in Verbindung mit der Erfahrung oder der Einbildung einer bestimmten Fremdartigkeit. Wiederholt nennt sie Vergleiche in Anlehnung an Science-Fiction-Metaphern: „in der Nacht steht eine Tankstelle […] wie ein frisch gelandetes Raumschiff“ und einige Male bezeichnet sie sich auch selbst als Außerirdische oder „Herrscherin des Universums“. Das zeigt, wie sehr sie sich von der Zivilisation abgeschnitten fühlt. In ihrer Ablehnung von Sesshaftigkeit, Konsum und Besitz, aber auch Nähe und Zärtlichkeit, findet sich die Vorstellung der Kyniker, die Freiheit in der „absoluten Bedürfnislosigkeit“ zu finden. In der von Menschen gemachten Welt orientiert sie sich vor allem an der Natur, sie solidarisiert sich „mit der Natur gegen eine Außenseiter generierende Kultur“.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte von „Bilder deiner großen Liebe“ ein und erläutert die Zielsetzung, den Freiheitsbegriff im Roman motivisch zu untersuchen.
2. Der Begriff des Motivs und seine Forschungslage: Dieses Kapitel definiert den Motivbegriff literaturwissenschaftlich und grenzt ihn von Stoff und Thema ab, um eine Basis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Die Gattung des Jugenddromans: Hier werden die Merkmale des Adoleszenzromans dargelegt und „Bilder deiner großen Liebe“ als hybride Form zwischen Moderne und Postmoderne eingeordnet.
4. Die Konzeption von Freiheit als zentrales Motiv: Das Hauptkapitel analysiert das Freiheitsmotiv anhand der Polarität von Begrenzung und Freiheit, Isas Verrücktheit, der Distanz zur Gesellschaft sowie der Natur als Freiheitsraum.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Figur der Isa in ihrer Jagd nach unbeschränkter Freiheit scheitert und das Werk eine düstere Dekonstruktion klassischer Adoleszenzmotive darstellt.
Wolfgang Herrndorf, Bilder deiner großen Liebe, Adoleszenzroman, Freiheit, Motivforschung, Isa, Identität, Natur, Außenseiter, Moderne, Postmoderne, Tschick, Literaturwissenschaft, Identitätsdiffusion, Flucht
Die Arbeit analysiert die Darstellung und Konzeption des Freiheitsmotivs im Roman „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf.
Zentrale Felder sind die literaturwissenschaftliche Motivforschung, die Gattung des Adoleszenzromans sowie das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlicher Integration.
Die Arbeit fragt danach, wie Freiheit als zentrales Motiv im Roman konzeptioniert ist und wie sich die Protagonistin Isa durch dieses Motiv gegenüber der Gesellschaft positioniert.
Es erfolgt eine motivtheoretische Untersuchung auf Basis gängiger Forschungsliteratur (u.a. Daemmrich, Frenzel, Kayser) sowie eine gattungs- und werkanalytische Betrachtung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Einordnung des Romans in die Gattung des Adoleszenzromans und eine detaillierte Analyse der Freiheitskonzeption anhand von Figurenkonstellationen, Isas psychischer Verfassung und ihrer Beziehung zur Natur.
Die wichtigsten Begriffe sind Freiheit, Adoleszenzroman, Außenseitertum, Natur, Identitätskrise und der Autor Wolfgang Herrndorf.
Die Arbeit sieht in Isas Entwicklung ein Scheitern der klassischen Adoleszenz, da sie sich der Identitätsbildung verweigert und in ihre kindliche Erfahrungswelt zurückkehrt.
Die Natur fungiert für Isa als einziger Raum, der Sicherheit, Geborgenheit und eine Abkehr von der zivilisierten, „unfreien“ Welt ermöglicht, die sie zutiefst ablehnt.
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