Bachelorarbeit, 2017
36 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
2. Was versteht man unter Geldpolitik?
2.1 Zielsetzung der Zentralbanken
2.2 Geldpolitische Maßnahmen
3 Transmissionsmechanismen und ihre theoretische Wirkungsweise auf Aktienmärkte
3.1 Der Zinskanal
3.2 Wechselkurseffekte
3.3 Kreditkanal
4. Empirische Befunde
4.1 Erwartete und unerwartete Geldpolitik
4.2. Verschiedene Wege Geldpolitik zu messen
4.3 Auswirkung von unkonventioneller Geldpolitik in Krisenzeiten
4.4 Internationaler Vergleich
5. Stabile Aktienkurse als Ziel der Zentralbank?
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die komplexen Wirkungszusammenhänge zwischen geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken und der Entwicklung an Aktienmärkten. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie geldpolitische Instrumente theoretisch und empirisch die Aktienkurse beeinflussen und ob eine gezielte Steuerung der Märkte durch Zentralbanken sinnvoll oder möglich ist.
3.1 Der Zinskanal
Beim Zinskanal wird zwischen den direkten Wirkungen, dem Kapitalkosteneffekt, und den indirekten Wirkungszusammenhängen unterschieden. Die indirekten Zinswirkungen werden als Substitutions-, Einkommens- und Vermögenseffekt bezeichnet.
Die direkte Wirkung kann durch das IS-LM Modell beschrieben werden. Eine lockere Geldpolitik führt zu niedrigen Refinanzierungskosten der Banken, was eine größere Bereitschaft der Banken Kredite zu vergeben bewirkt und in höheren Investitionen und größerer aggregierter Nachfrage mündet.
Der indirekte Substitutionseffekt ist auf portfoliotheoretischen Vorstellungen begründet. Kommt es durch die Geldpolitik der Zentralbank zu Zinsveränderungen, optimieren die Wirtschaftssubjekte das Rendite-Risiko-Verhältnis Ihrer Portfolios. Im Falle einer expansiven Geldpolitik und sinkender Zinsen werden festverzinslicher Wertpapiere von Banken gekauft, was dazu führt, dass Wertpapierkurse steigen und Kapitalmarktzinsen sinken. Als Folge auf die sinkenden Zinsen strukturieren Unternehmen Ihre Portfolios um und stoßen festverzinsliche Wertpapiere ab und Sachkapital wird attraktiver. Festverzinsliche Wertpapiere werden im Gegensatz zu nicht festverzinslichen Wertpapieren weniger gehandelt und die Nachfrage nach Aktien steigt. Dieser Mechanismus spiegelt sich in steigenden Aktienkursen wieder.
In Folge des Einkommenseffektes – oder auch Cash-Flow-Effekt – verändern sich die Zinseinnahmen von Gläubigern und Zinsausgaben von Schuldnern. Ob der Effekt bei expansiver bzw. kontraktiver Geldpolitik einen positiven oder negativen Effekt auf die Nachfrage ausübt, ist davon abhängig, wie der Verschuldungsgrad der Unternehmen ist, welcher Fristigkeit die Kredite und Anlagen unterliegen und wie Anleihen, oder andere Vermögenswerte, auf die Geldpolitik reagieren. Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad und vielen kurzfristigen Krediten sind stärker von einer kontraktiven Geldpolitik betroffen, als welche mit einem relativ geringen Verschuldungsgrad und kurzfristigen Anlagen. Ausgelöst dadurch führt eine straffe Geldpolitik bei relativ leicht verschuldeten Unternehmen mit hohen Geldanlagen zu Aktienkursgewinnen und bei hoch verschuldeten, mit kurzfristigen Krediten belasteten Unternehmen, zu Verlusten bei den Aktienkursen.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema und Erläuterung der Forschungsrelevanz sowie der Problemstellung hinsichtlich des Einflusses von Geldpolitik auf Aktienmärkte.
2. Was versteht man unter Geldpolitik?: Definition von Geldpolitik, Vorstellung der Zielsetzungen verschiedener Zentralbanken sowie der verfügbaren geldpolitischen Instrumente.
3 Transmissionsmechanismen und ihre theoretische Wirkungsweise auf Aktienmärkte: Detaillierte theoretische Erörterung der Kanäle (Zins, Wechselkurs, Kredit), über die geldpolitische Maßnahmen an die Aktienmärkte übertragen werden.
4. Empirische Befunde: Auswertung wissenschaftlicher Studien zur Reaktion von Aktienmärkten auf Geldpolitik, unterteilt in erwartete Schocks, Krisenzeiten und internationale Vergleiche.
5. Stabile Aktienkurse als Ziel der Zentralbank?: Kritische Diskussion darüber, ob Zentralbanken Aktienkurse aktiv als intermediäres Ziel in ihre Politik einbeziehen sollten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Eignung einer geldpolitischen Steuerung von Aktienmärkten.
Geldpolitik, Zentralbanken, Aktienmärkte, Transmissionsmechanismen, Zinskanal, Kreditkanal, Unkonventionelle Geldpolitik, Quantitative Easing, Forward Guidance, Markteffizienz, Leitzins, Finanzkrise, Inflationssteuerung, Asset Price Bubbles, Geldmenge
Die Arbeit analysiert die theoretischen und empirischen Auswirkungen geldpolitischer Entscheidungen von Zentralbanken auf die Aktienmärkte weltweit.
Die Themen umfassen Transmissionsmechanismen (Zins-, Wechselkurs- und Kreditkanal), die Differenzierung zwischen erwarteter und unerwarteter Geldpolitik, sowie die Rolle unkonventioneller Maßnahmen während der Finanzkrise.
Die zentrale Frage ist, ob Zentralbanken Aktienkurse gezielt steuern sollten bzw. können, um Preisstabilität und Finanzstabilität zu gewährleisten.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die einen breiten Überblick über den aktuellen Stand der empirischen Forschung und theoretische Modelle zur geldpolitischen Transmission bietet.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Wirkungskanäle, präsentiert empirische Ergebnisse zu Zinsentscheidungen und deren Effekten auf Aktienindizes und diskutiert kontrovers, ob Aktienkurse als Zielgröße für Zentralbanken geeignet sind.
Geldpolitik, Zentralbank, Aktienmarkt, Transmissionsmechanismen, Leitzins, Quantitative Easing und Preisstabilität.
In Krisenzeiten können Zinssenkungen von Investoren als Signal für eine schlechtere wirtschaftliche Verfassung gedeutet werden, was das Vertrauen schwächt und zu fallenden Kursen führt.
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Messmethoden zu ungenau sind und keine signifikanten Vorteile gegenüber der klassischen Inflationssteuerung erkennbar sind.
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