Bachelorarbeit, 2018
63 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau und methodisches Vorgehen
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus
2.1.1 Definition
2.1.2 Übertragung
2.1.3 Risikofaktoren
2.1.4 MRSA Prävalenz
2.1.5 Wirtschaftliche Bedeutung
2.2 Das deutsche und das niederländische Gesundheitssystem
2.2.1 Grundstrukturen
2.2.2 Finanzierung
2.2.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen zu MRSA
2.2.4 Vergleich
3 Das MRSA Management Konzept
3.1 Surveillance
3.2 Organisatorische Voraussetzungen
3.3 Personelle Ressourcen
3.4 Interdisziplinäre Kommunikation
3.5 Hygienevorschriften
3.6 MRSA Screening
3.7 Barrierepflege
3.8 Dekolonisierung
3.9 Information und Weiterbehandlung
3.10 Strenge Antibiotika Gabe
3.11 Kontrollinstanzen
4 Schlussfolgerung
4.1 Fazit
4.2 Ausblick
Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Entwicklung eines Konzepts für ein effektives MRSA-Management in deutschen Krankenhäusern durch einen Vergleich mit den niederländischen Strategien. Es soll untersucht werden, ob und wie Deutschland die erfolgreiche niederländische "Search and Destroy"-Strategie sowie andere Organisationsformen zur Reduktion von MRSA-Raten übernehmen kann.
2.1.1 Definition
MRSA zählt zu den häufigsten nosokomialen Infektionen in Europa.12 Der Begriff nosokomial bezeichnet eine Infektion, welche im Zuge eines Aufenthaltes oder einer Behandlung in einem Krankenhaus aufgetreten ist.13 Das Erscheinungsbild sowie die Merkmale der MRSA Bakterien finden sich in anderen Staphylococcen wieder.14 Hierbei handelt es sich um kugelförmige Zellen mit einem Durchmesser zwischen 0,8–1,2μm. Sie sind grampositiv, zeigen keine aktive Eigenbewegung und sind in weintraubenähnlichen Haufen angeordnet.
Ihre gefährlichste Eigenschaft ist ihre Resistenz gegen die gesamte Klasse der Beta-Laktam Antibiotika, welche weltweit zu den wichtigsten Antibiotika gehört.15 Diese Eigenschaft lässt sich ganz einfach begründen. Während man Jahrzehnte lang die Staphyloccocen geradezu mit Antibiotika zugeschüttet hatte, konnten Resistenzen immer mehr zunehmen. Die Beta Laktam-Resistenz beruht auf der Bildung eines veränderten Penicillin-Bindungs-Proteins. Dieses Enzym bewirkte die Spaltung und Inaktivierung der Beta-Lactame, wodurch die Entwicklung der Penizillinase-festen Penizilline, wie z.B. das Oxacillin und das Methicillin, gefördert werden.16 Dem aktuellen Forschungsstand zu Folge ist es dem Bakterium gelungen sich durch mindestens drei verschiedene Mechanismen, vor dem Methicillin zu schützen.17 Diese Entwicklung verdeutlicht die Schwierigkeit der Bekämpfung von MRSA Bakterien, denn die resultierende Resistenz schränkt die medizinischen Möglichkeiten auf ein kleines Sortiment noch wirkungsvoller Antibiotika ein. Damit sind die Möglichkeiten für die antibiotische Therapie einer MRSA Infektion sehr eingeschränkt. Es gibt heutzutage nur noch wenige wirksame Antibiotika, welche sehr teuer und oft nebenwirkungsreich sind.18
1 Einleitung: Hinführung zum Thema MRSA, Darstellung der Problemstellung bezüglich Resistenzbildung und hoher Infektionsraten in Kliniken sowie Erläuterung der Zielsetzung und Methodik.
2 Theoretische Grundlagen: Detaillierte Definition von MRSA, Erläuterung von Übertragungswegen und Risikofaktoren sowie ein Vergleich der Gesundheitssysteme zwischen Deutschland und den Niederlanden.
3 Das MRSA Management Konzept: Zentrale Strategieentwicklung mit Kapiteln zu Surveillance, Organisation, Personal, Kommunikation, Hygienevorschriften, Screening, Barrierepflege, Dekolonisierung und Antibiotic Stewardship.
4 Schlussfolgerung: Zusammenfassendes Fazit der Autorin hinsichtlich der Übertragbarkeit niederländischer Strategien auf deutsche Kliniken sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
MRSA, Krankenhaushygiene, nosokomiale Infektionen, Antibiotikaresistenz, Niederlande, Deutschland, Infektionsprävention, Screening, Surveillance, Antibiotic Stewardship, Klinikmanagement, Gesundheitssystem, Patientensicherheit, Sanierungsstrategie, Infektionsschutzgesetz
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer effektiven Sanierungsstrategie für MRSA in deutschen Krankenhäusern unter Berücksichtigung eines Vergleichs mit dem niederländischen Gesundheitssystem.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der MRSA-Problematik, dem Vergleich der deutschen und niederländischen Versorgungsstrukturen sowie der Erarbeitung von Management-Konzepten für Kliniken.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie deutsche Kliniken die MRSA-Rate durch ein geregeltes Management senken können und welche Aspekte der niederländischen "Search and Destroy"-Strategie als Vorbild dienen könnten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem strukturierten Leitfadeninterview mit einem Experten aus der Klinikhygiene, um die theoretischen Aspekte durch praktische Erfahrungen zu ergänzen.
Im Hauptteil werden konkrete Management-Konzepte entwickelt, darunter Surveillance-Systeme, Anforderungen an Personal und Organisation, Hygienevorschriften, Screening-Verfahren, Barrierepflege sowie Strategien zur Antibiotikagabe.
MRSA, Krankenhaushygiene, Infektionsprävention, Antibiotikaresistenz, Vergleich Deutschland-Niederlande, Screening, Surveillance.
Niederlande verfolgen eine seit 30 Jahren etablierte "Search and Destroy"-Strategie mit früher Isolierung, verfügen über ein Primärarztsystem mit weniger Bettenauslastung und haben eine strengere gesetzliche Vorgabe für Mikrobiologen vor Ort.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass eine 1:1 Übertragung aufgrund der unterschiedlichen Gesundheitsstrukturen und ökonomischen Faktoren nicht rentabel oder sinnvoll ist, dennoch gibt es Ansätze zur Optimierung in Deutschland.
Ein besserer Personalschlüssel ist ein entscheidender Faktor, da er Zeit für die korrekte Durchführung von Hygienemaßnahmen wie die Händedesinfektion bietet, während in Deutschland oft Personalmangel die Compliance erschwert.
Es ist ein zentraler Baustein, da der rationale Einsatz von Antibiotika durch interdisziplinäre Teams (Ärzte, Apotheker, Mikrobiologen) das Risiko der Resistenzbildung minimiert.
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