Masterarbeit, 2018
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Bevölkerungsalterung in Deutschland
3 Theorie direkter und indirekter Steuern
3.1 Direkte Steuern
3.1.1 Die optimale Einkommensteuer
3.1.2 Die Lafferkurve
3.2 Indirekte Steuern
3.2.1 Die optimale Umsatzsteuer
3.2.2 Diskussion differenzierter Umsatzsteuersätze
4 Die Steuerreformen seit 2000
4.1 Einkommenssteuerreform von 2000
4.2 Umsatzsteuerreform von 2006
5 Die Generationenbilanz
5.1 Theorie und Methodologie der Generationenbilanz
5.2 Verwendete Methodik
5.3 Daten
5.4 Ergebnisse
5.4.1 Deskriptive Darstellung der Ergebnisse
5.4.2 Diskussion der Ergebnisse
5.5 Grenzen der Generationenbilanz
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die intergenerativen Verteilungswirkungen der Einkommensteuerreform von 2000 sowie der Umsatzsteuerreform von 2006 mittels der Methode der Generationenbilanzierung retrospektiv zu analysieren und deren Auswirkungen auf die langfristige fiskalische Nachhaltigkeit zu bewerten.
3.1.2 Die Lafferkurve
Eine weitere theoretische Möglichkeit, die optimale Höhe der Einkommensteuer zu bestimmen, bietet die s.g. Lafferkurve, die von dem Journalisten Wanniski 1974 in der Zeitschrift National Affairs nach einem Gespräch mit Arthur Laffer publik gemacht wurde. Die Grundidee von Laffer war nicht neu, sondern lässt sich auf den bereits im 14. Jahrhundert lebenden Philosophen Ibn Khaldun zurückführen und wurde von John Maynard Keynes in den 1930er-Jahren erneuert aufgegriffen (Laffer 2004, S. 2). Laffer erklärt in seiner Theorie, dass das Steueraufkommen bei den Steuersätzen von 0 und von 100 Prozent jeweils null sein muss, da es sich bei einem Steuersatz von 100 Prozent für niemanden lohnen würde, zu arbeiten. Zwischen den beiden Punkten bildet sich eine umgekehrte Parabel mit einem Höhepunkt, also einem Punkt, in dem das Steueraufkommen bei einem bestimmten Steuersatz maximal ist. Wo genau dieser Punkt liegt und welche Form die Parabel hat, kann allerdings nicht genau bestimmt werden und hängt von der Progressivität des Steuersystems, der Stärke der Angebotseffekte sowie der Größe des Schwarzmarktes ab (Feige/McGee 1982, S. 499).
Wird eine proportionale Einkommensteuer übergreifend um 15 Prozent gesenkt, dann sinkt der aggregierte Steuersatz um 15 Prozent. Bei einer progressiven Einkommensteuer hingegen wäre das lediglich der Fall, wenn sich die Bemessungsgrundlage nicht verändert. Steigt durch die Steuersenkung die Bemessungsgrundlage, erfolgt ein endogener Anstieg des aggregierten Steuersatzes, was einen Teil der ursprünglichen Steuersenkung rückgängig machen wird (Feige/McGee 1982, S. 500). Je nach Substitutionselastizitäten zwischen nicht besteuerbarer Produktion zu Hause und besteuerbarer Produktion am Markt verändert sich das Angebot. Des Weiteren steigen mit höheren Steuern die Anreize, auf dem Schwarzmarkt zu handeln; es geht also zum einen um Steuervermeidung und zum anderen um Steuerhinterziehung. Die Lafferkurve lässt sich anhand folgender Abbildung verdeutlichen:
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle fiskalische Situation in Deutschland ein und definiert das Ziel der Arbeit, die intergenerativen Verteilungswirkungen der Steuerreformen seit 2000 mithilfe der Generationenbilanz zu analysieren.
2 Die Bevölkerungsalterung in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die demografischen Prozesse in Deutschland, insbesondere den Einfluss von Fertilitätsraten und Lebenserwartung auf die Bevölkerungsstruktur.
3 Theorie direkter und indirekter Steuern: Hier werden die theoretischen Grundlagen der optimalen Besteuerung, unterteilt in direkte und indirekte Steuern sowie die Lafferkurve, diskutiert.
4 Die Steuerreformen seit 2000: Dieses Kapitel bietet einen deskriptiven Überblick über die Einkommensteuerreform von 2000 und die Umsatzsteuerreform von 2006.
5 Die Generationenbilanz: Der Hauptteil erläutert die Theorie, Methodik, Datengrundlage und Ergebnisse der Generationenbilanz zur Analyse intergenerativer Verteilungseffekte.
6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Auswirkungen der Reformen sowie Ansätze für weitere Forschung.
Generationenbilanz, Steuerreform, Einkommensteuer, Umsatzsteuer, demografischer Wandel, intergenerative Umverteilung, Nachhaltigkeitslücke, Fiskalpolitik, Lafferkurve, optimale Besteuerung, Sozialstaat, öffentliche Finanzen.
Die Arbeit analysiert die intergenerativen Verteilungswirkungen bedeutender Steuerreformen der letzten 20 Jahre in Deutschland, spezifisch der Einkommensteuerreform von 2000 und der Umsatzsteuerreform von 2006, vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft.
Die zentralen Themen umfassen die demografische Alterung, die Theorie der optimalen direkten und indirekten Besteuerung sowie die Anwendung und methodischen Grenzen der Generationenbilanz als Instrument der Finanzwissenschaft.
Das Ziel ist es, retrospektiv zu prüfen, wie die genannten Steuerreformen die Lastenverteilung zwischen heutigen und zukünftigen Generationen beeinflusst haben und ob die fiskalische Nachhaltigkeit dadurch verändert wurde.
Es wird die Methode der Generationenbilanzierung angewendet, ergänzt durch eine ceteris paribus Analyse der Steuerverteilung, um intergenerative Effekte unter Verwendung von Bevölkerungs- und EVS-Daten zu quantifizieren.
Im Hauptteil stehen die theoretische Auseinandersetzung mit Steuersystemen, der deskriptive Vergleich von Steueraufkommen und Steuersätzen seit 2000 sowie die quantitative Simulation der Generationenkonten.
Wichtige Begriffe sind Generationenbilanz, fiskalische Nachhaltigkeit, intergenerative Umverteilung, demografischer Wandel sowie die Einkommen- und Umsatzsteuerpolitik.
Die Lafferkurve wird als didaktisches Konzept genutzt, um zu diskutieren, dass Steuersenkungen unter bestimmten Bedingungen das Steueraufkommen erhöhen können, wobei der Autor jedoch auf die Grenzen ihrer praktischen Anwendbarkeit und empirischen Messbarkeit hinweist.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Steuerreformen seit 2000 für sämtliche Generationen vorteilhaft waren, da die Nachhaltigkeitslücke bei Anwendung der Steuerverteilung von 2016 kleiner ausfällt als bei der Verteilung von 1999.
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