Magisterarbeit, 2005
99 Seiten, Note: sehr gut
1. Alter und Betreutes Wohnen
1.1 Das soziale Netzwerk
1.2 Gründe für den Einzug in das Betreute Wohnen
1.3 Die Konzeption der Studie
2. Betreutes Wohnen
2.1 Die Bedeutung des objektiven Kontextes
2.1.1 Anforderungen an Räumlichkeiten und Wohnumfeld
2.1.2 Dienstleistungen im Betreuten Wohnen
2.1.3 Die Rolle des Personals
2.2 Die sozialökologischen Aspekte des Betreuten Wohnens
2.2.1 Interaktionsmöglichkeiten
2.2.2 Gruppenbildung und institutionelle Kontrolle
3. Das soziale Netzwerk
3.1 Merkmale sozialer Netzwerke
3.2 Netzwerkgröße
3.3 Leistungen des sozialen Netzwerkes
4. Formelle und informelle soziale Beziehungen
4.1 Informelle Beziehungen
4.2 Formelle Beziehungen
5. Soziale Unterstützung
5.1 Formen sozialer Unterstützung
5.2 Wirkungsweisen formeller und informeller Unterstützung
5.3 Zusammenhang von geleisteter und erhaltener Unterstützung
6. Theoretischer Hintergrund zur Erklärung von sozialen Netzwerken sowie formellen und informellen Beziehungen
6.1 Disengagement- und Aktivitätstheorie
6.2 Ressourcentheorie und Kompetenzmodell
6.3 Austauschtheorie
6.4 Confidant-Beziehung
6.5 Hierarchisch-kompensatorisches Netzwerkmodell und Funktionale Spezifität
7. Methodische Grundlagen der Studie
7.1 Fragestellung
7.2 Daten
7.3 Kodierverfahren
7.3.1 Offenes Kodieren
7.3.2 Axiales Kodieren
7.3.3 Selektives Kodieren
8. Auswertung
8.1 Die objektive Befragung
8.2 Die subjektive Befragung
8.2.1 Fragestellungen und Hypothesen
8.2.2 Kriterien des Fragebogens
8.2.2.1 Fragenkomplex nach B. Mayer
8.2.2.2 Aktivitätsressourcen
8.2.3 Ergebnisse
8.2.3.1 Fragen zur Person und Wohnsituation
8.2.3.2 Fragen zur Gesundheit
8.2.3.3 Das soziale Netzwerk im Betreuten Wohnen
8.2.3.4 Hilfeerwartungen und Hilfsdienste
8.2.3.5 Aktivitäten
8.2.4 Zusammenhänge bei formellen und informellen Beziehungen
8.2.4.1 Zufriedenheit und formelle und informelle Beziehungen
8.2.4.2 Qualität formeller und informeller Beziehungen
8.2.4.3 Zusammenhänge zum sozialen Netzwerk
8.2.4.4 Weitere Auswertungen
9. Interpretation
9.1 Formelle und informelle Beziehungen unter dem Aspekt der emotionalen Einsamkeit
9.2 Soziale Beziehungen: Kontakte und wichtige Personen
9.3 Unterstützung als informelle und formelle Beziehung
9.4 Befunde zum sozialen Netzwerk außerhalb und innerhalb des Betreuten Wohnens
9.5 Befunde zu den theoretischen Grundlagen
9.6 Formelle und informelle Beziehungen
10. Vergleich und Zusammenfassung
10.1 Vergleich
10.2 Zusammenfassung
10.3. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das soziale Netzwerk älterer Menschen im Betreuten Wohnen, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel von formellen und informellen Beziehungen liegt, um Erkenntnisse über das Wohlbefinden und die Qualität der sozialen Einbindung in dieser speziellen Wohnform zu gewinnen.
1.1 Das soziale Netzwerk
Ziel der Studie ist es, das soziale Netzwerk mit seinen formellen und infor mellen Beziehungen im Betreuten Wohnen offen zu legen. Dabei geht die Studie davon aus, dass ein in dieser Hinsicht optimales Netzwerk zum sub jektiven, seelischen Wohlbefinden beiträgt. Dannenbeck ergänzt dazu:
Soziale Isolation im Alter hängt natürlich nicht nur von Größe und Dichte der sozialen Netze ab, auf die man sich jeweils stützen kann. Neben den Sozialbeziehungen wirken sich eine Reihe von altersspezifischen Risiken und auftretenden Belastungen auf das Einsamkeitsempfinden aus. Denn ebenso wie angenommen werden kann, dass der Umfang und die Qualität der sozialen Beziehungen vom Einfluss auf das Einsamkeits empfinden und subjektive Wohlbefinden abhängig ist, kann umgekehrt vermutet werden, dass sich mit dem Eintritt spezifischer Stressfaktoren und gesundheitlich bedingter Einschränkungen Zuschnitt und Qualität des sozialen Netzes verändern.“ (1995, S. 131)
Es sind also verschiedene Faktoren für das subjektive Wohlbefinden wichtig. Wie wir sehen werden, spielt der Faktor Mobilität eine wichtige Rolle bei Art und Umfang der informellen und formellen Beziehungen. (Kapitel 8.2.3.2). Ein wichtiger Indikator des sozialen Netzwerkes ist die Größe und Qualität der sozialen Beziehungen. Dabei kann von der Annahme ausgegangen werden, dass qualitativ gute soziale Beziehungen zur Zufriedenheit des Indivi duums beitragen.
1. Alter und Betreutes Wohnen: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Lebenslagen im Alter und führt in die Konzeption der Untersuchung ein.
2. Betreutes Wohnen: Hier werden der objektive Kontext und die sozialökologischen Aspekte des Betreuten Wohnens analysiert.
3. Das soziale Netzwerk: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Merkmale, die Größe und die Leistungen sozialer Netzwerke.
4. Formelle und informelle soziale Beziehungen: Es erfolgt eine Unterscheidung und Charakterisierung zwischen informellen, persönlichen und formellen, institutionellen Kontakten.
5. Soziale Unterstützung: Der Fokus liegt hier auf den verschiedenen Formen und Wirkungsweisen der Hilfeleistung sowie dem Reziprozitätsprinzip.
6. Theoretischer Hintergrund zur Erklärung von sozialen Netzwerken sowie formellen und informellen Beziehungen: Darstellung relevanter Theorien wie Disengagement-, Aktivitäts-, Austausch- und Ressourcentheorie.
7. Methodische Grundlagen der Studie: Erläuterung der Anwendung der Grounded Theory als methodisches Vorgehen.
8. Auswertung: Detaillierte Darstellung der Ergebnisse aus der objektiven und subjektiven Befragung sowie deren Zusammenhänge.
9. Interpretation: Synthese der empirischen Daten vor dem Hintergrund emotionaler Einsamkeit und theoretischer Konzepte.
10. Vergleich und Zusammenfassung: Abschluss mit einem Vergleich zu bestehenden Studien und Resümee der Arbeit.
Betreutes Wohnen, soziales Netzwerk, formelle Beziehungen, informelle Beziehungen, soziale Unterstützung, Alter, Wohlbefinden, Einsamkeit, Lebensqualität, Grounded Theory, Reziprozität, Austauschtheorie, soziale Integration, Hilfsdienste, Mobilität.
Die Magisterarbeit untersucht die Struktur und Funktion sozialer Netzwerke von Senioren in einer Einrichtung des Betreuten Wohnens.
Im Zentrum stehen die Interaktion zwischen formellen institutionellen Diensten und informellen privaten Beziehungen sowie deren Einfluss auf das Wohlbefinden.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den Beziehungsarten, der Wohnform und Determinanten wie Gesundheit und Zufriedenheit offenzulegen.
Die Autorin nutzt die Grounded Theory, um qualitative Daten systematisch auszuwerten und eine gegenstandsverankerte Theorie zu entwickeln.
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe, die methodische Durchführung der Befragung und präsentiert detaillierte Ergebnisse zu Netzwerkumfang, Unterstützungsleistungen und Wohnzufriedenheit.
Wesentliche Begriffe sind Betreutes Wohnen, soziales Netzwerk, soziale Unterstützung, Reziprozität und emotionale Einsamkeit.
Das Personal wird zwar als formelles Netzwerk eingestuft, kann aber bei intensiveren Kontakten durchaus in den engeren Beziehungskreis der Bewohner rücken.
Die Bewohner zeigen eine hohe Anpassungsfähigkeit, indem sie Hilfsmittel nutzen oder ihre Kontaktstrategien anpassen, um trotz Mobilitätseinschränkungen zufrieden zu leben.
Die Untersuchung bestätigt, dass das Vorhandensein mindestens einer Vertrauensperson (Confidant) ein wesentlicher Schutzfaktor für die psychische Stabilität im Alter ist.
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