Bachelorarbeit, 2016
38 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Quellenlage
3. Ereignisgeschichtlicher Hintergrund
3.1 Die Reichskrise
3.2 Die Soldatenkaiser
3.3 Die Herrschaft des Carus’, Carinus’ und Numerianus’
4. Das dyarchische Prinzip
4.1 Diocletians Weg zur Herrschaft
4.2 Die Ernennung zum Caesar
4.3 Iovius et Herculius
5. Zwischenfazit zum Entschluss der Dyarchie
6. Die Zusammenarbeit der Dyarchen
6.1 Die ersten Schritte der Zusammenarbeit
6.3 Das ‚Sonderreich’ Britannien
7. Die Tetrarchie
7.1 Die Reform des politischen Herrschaftssystems
7.2 Ein geglückter Reformimpuls am Beispiel Britanniens
7.3 In Eintracht regierend
8. Die Übergabe der Regierungsgewalt
9. Schlussfolgerungen
10. Verzeichnis der Quellenausgaben
10.1 Literarische Quellen
10.2 Numismatische Quelle
10.3 Archäologische Quellen
11. Literaturverzeichnis
11.1 Monografien
11.2 Aufsätze in Sammelbänden
11.3 Internetquelle
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des römischen Herrschaftstypus von der Allein- oder Doppelherrschaft zur „Vier-Mann-Herrschaft“ (Tetrarchie) unter Augustus Diocletian als Antwort auf die anhaltenden Krisen des dritten Jahrhunderts. Das Ziel besteht darin, die Tetrarchie als potenziell geplantes Konstrukt zu analysieren und sie in den Vergleich zur vorangegangenen Dyarchie zu setzen.
4.3 Iovius et Herculius
Ein reformierter Aspekt der Dyarchie zeigt sich in der Herrscherideologie, die sich von früheren Herrschern abhebt. Diocletian konnte sein Amt durch die Erhebung des Maximians in den Rang eines Caesars stärken und ernannte ihn nach der erfolgreichen Niederschlagung der Bagauden zum Augustus. Doch war dieser Prozess neu. Nicht im Sinne der Doppelherrschaft, sondern durch das Fehlen einer dynastischen Rangfolge. So waren zum einen immer Söhne oder Adoptivsöhne Teil der Dyarchie und zum anderen durch ein hierarchisches Prinzip strukturiert. Im Beispiel von Carus war der Sohn dem Vater untergeordnet und Carinus regierte im Sinne eines iunior Augustus.
Diocletian wiederrum bekleidete mit Maximian nicht nur gemeinsam das Amt des Augustus, der auch von gleichwertigem Rang war, sondern legitimierte sich dieses Herrscherkollegium durch eine Vergöttlichung. Namque se primus omnium Caligulam post Domitianumque dominum palam dici passus et adorari se appellarique uti deum. Diocletian nahm nicht nur die Bezeichnung „Herr“ sondern auch die eines „Gott(es)“ an und ließ sich über den irdischen Titel hinaus durch einen göttlichen Titel legitimieren. Das Leitmotiv, sich als Herrscher über die Götter zu legitimieren, blieb eine fortwährende Ideologie, die nach Caligula und Domitian die Herrschaft bestärkte. Diesbezüglich führt Kuhoff Publius Licinius Egnatius Gallienus an, der sich unter den Schutz aller Götter, den conservatores, stellte. Die Legitimation durch einen göttlichen Beistand sei schon unter Gallienus als unterstützender Faktor gegen die militärischen Krisen im Inneren und nach Außen zu verstehen gewesen.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsziels: Die Untersuchung der Tetrarchie als geplantes Konstrukt unter Diocletian im Vergleich zur Dyarchie.
2. Quellenlage: Darstellung der verwendeten literarischen, numismatischen und archäologischen Quellen und deren notwendige kritische Interpretation aufgrund ihrer Färbung.
3. Ereignisgeschichtlicher Hintergrund: Analyse der Reichskrise im 3. Jahrhundert, der Soldatenkaiser-Problematik und der Herrschaft von Carus, Carinus und Numerianus als Vorläufer.
4. Das dyarchische Prinzip: Untersuchung der Herrschaftsübernahme durch Diocletian, seiner Ernennung von Maximian zum Caesar und der neuen Herrscherideologie (Iovius et Herculius).
5. Zwischenfazit zum Entschluss der Dyarchie: Zusammenfassende Betrachtung der Entstehung der Dyarchie als spontane Reaktion auf die instabile Lage des Reiches.
6. Die Zusammenarbeit der Dyarchen: Analyse der gemeinsamen Regierungsphase und der Problematik des Usurpators Carausius in Britannien.
7. Die Tetrarchie: Detaillierte Darstellung der Reform des Herrschaftssystems zur Vier-Mann-Herrschaft, der künstlichen Verwandtschaftsbindungen und der symbolischen Bedeutung der concordia.
8. Die Übergabe der Regierungsgewalt: Betrachtung der Abdankung der Augusti nach 20 Jahren und der Folgen für die Stabilität des tetrarchischen Systems.
9. Schlussfolgerungen: Fazit zur Planung des Konstrukts der Tetrarchie, das maßgeblich an die Person Diocletians gebunden war und mit seinem Rücktritt an Stabilität verlor.
Diocletian, Tetrarchie, Dyarchie, Soldatenkaiser, Reichskrise, Herrschaftsideologie, Iovius, Herculius, concordia, Carausius, Caesar, Augustus, Imperium Romanum, Reformen, politische Stabilität
Die Arbeit analysiert, inwieweit die unter Augustus Diocletian eingeführte Tetrarchie ("Vier-Mann-Herrschaft") ein durchdachtes politisches Konstrukt war oder eher eine spontane Improvisation als Antwort auf die Reichskrise des dritten Jahrhunderts.
Die Themen umfassen die historische Entwicklung des römischen Kaisertums von der Soldatenkaiser-Epoche über die Dyarchie hin zur Tetrarchie, die Bedeutung der Herrscherideologie durch göttliche Beinamen sowie die Rolle von Krisenereignissen wie Usurpationen.
Das Ziel ist es, die politische Neuordnung unter Diocletian zu untersuchen und zu bewerten, ob und wie diese als systematischer Reformimpuls geplant wurde, um das römische Reich langfristig zu stabilisieren.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse. Es werden literarische Quellen (wie Aurelius Victor, Eutropius, Panegyrici Latini), numismatische Zeugnisse (Münzprägungen) und archäologische Monumente (Tetrarchengruppe aus Venedig) herangezogen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des dyarchischen Prinzips, der Zusammenarbeit der Dyarchen unter Einbeziehung des Beispiels Carausius, der Ausgestaltung der tetrarchischen Reformen sowie der Bedeutung der Abdankung der Augusti.
Zentrale Begriffe sind Tetrarchie, Dyarchie, Diocletian, Herrschaftslegitimation, concordia, Iovius, Herculius und die historische Epoche der Soldatenkaiser.
Carausius dient als wichtiges Fallbeispiel, da er durch seine Usurpation und den Versuch, sich als dritter Mitregent durch Münzpropaganda zu etablieren, den dringenden Bedarf an einer stabileren Herrschaftsform verdeutlichte, was Diocletian zur Ausweitung der Machtstruktur veranlasste.
Die concordia fungierte als zentrales Propagandawerkzeug und Leitmotiv, um dem Reich nach außen hin die Eintracht und unzerstörbare Einheit des Herrscherkollegiums zu demonstrieren, obwohl die reale Stabilität stark von der persönlichen Autorität Diocletians abhing.
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