Bachelorarbeit, 2016
91 Seiten, Note: 1,3
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der weltweiten Finanzkrise ab 2007/2008 auf lokale Wohnimmobilienmärkte, exemplarisch am Beispiel der Stadt Osnabrück. Dabei wird das Resilienz-Konzept als theoretischer Rahmen genutzt, um die Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit des Marktes gegenüber externen Störungen zu analysieren.
3. Vorstellung des deutschen Wohnimmobilienmarktes
Warum nun ausgerechnet in den Folgejahren der Finanzkrise eine Aufschwungsphase zu beobachten ist, lässt sich vordergründig mit der steigenden Nachfrage nach Wohnraum beantworten (KHOLODILIN et al. 2014), die unter anderem durch die derzeit fortschreitende Singularisierung der Haushalte hervorgerufen wird (DORFFMEISTER & GLUCH 2009; HELD & WALTERSBACHER 2015). Die hohe Nachfrage resultiert zudem aus der auf Sicherheit ausgerichteten Finanzierungspolitik, die sich durch mehrjährige und festverzinste Vertragslaufzeiten auszeichnet (SCHÜRT 2012; HOFER 2012) und somit einen hohen Anreiz für potenzielle Käufer bietet. Ebenso besitzt Deutschland aber auch einen attraktiven Mietwohnungsmarkt³, der durch stabile Mietpreissteigerungen und einen markanten Mieterschutz gekennzeichnet ist. Werden beide Faktoren in die Überlegung mit einbezogen, besteht eine gute Wahlmöglichkeit zwischen den Wohnformen ,Eigentum' und „Mieteʻ (SCHÜRT 2012). Nicht grundlos wird Deutschland mit einer Mieterquote von etwa 55 Prozent (STATISTISCHES BUNDESAMT 2014: 16) auch als die Mieternation in Europa bezeichnet (STRÖHLE & LISSNER 2013: 1).
Infolgedessen scheint es wenig überraschend, dass besonders die (stetig steigenden) Mieten ein sehr wichtiges Kriterium für Investoren darstellen, an dem sie ihre Renditeerwartungen orientieren und anhand dessen sie ihre Investitionsentscheidungen treffen. Summa summarum sind die Renditen am deutschen Wohnimmobilienmarkt bereits seit einigen Jahren solide, sodass sehr viele Finanziers diesen Bereich als langfristig sichere und vor allem profitable Wertanlage einschätzen (HAGEN 2015; HENGER et al. 2012): Deutschland ist zu einem stabilen Investitionsstandort geworden (SCHÜRT 2012), wodurch sich mittlerweile auch eine zunehmende Internationalisierung der in Deutschland agierenden Immobiliennachfrager ergibt (BBSR 2012). In einer Pressemitteilung der Deutschen Bundesbank hieß es, in letzter Zeit hätten insbesondere die Käufe aus Russland und China moderat zugenommen (HANDELSBLATT-Online 2013). Auch für private, eher risikoaverse Anleger ist die Attraktivität von Wohnimmobilien als Anlageform in letzter Zeit immer mehr gestiegen, da andere Dispositionen mit ähnlicher Sicherheit oftmals weniger Rendite versprechen (HAAS et al. 2013; DORFFMEISTER 2012). So sieht auch JUST (2015, zit. n. DB Research 2015) die Gründe für eine Kapitalanlage am deutschen Wohnimmobilienmarkt in den niedrigen Zinsen und dem Mangel an attraktiven Alternativen. Wie auch in Abbildung 3 zu erkennen ist, sanken zum Beispiel die Renditen der Bundesanleihen in den letzten zehn Jahren, während die Mietrenditen relativ konstant geblieben sind. Für KABESCH & CALLIES (2011) ist dies der zentrale Grund für die Zunahme an Investitionen im Immobiliensektor.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Ausgangssituation am deutschen Wohnimmobilienmarkt im Kontext der Finanzkrise und formuliert die Forschungsfragen sowie das Ziel der Arbeit, den Einfluss der Krise auf Osnabrück zu untersuchen.
2. Resilienz-Ansatz im Immobiliensektor: Hier wird der theoretische Rahmen des Resilienz-Konzepts vorgestellt, seine historische Entwicklung und seine Anwendung in verschiedenen Wissenschaftsbereichen diskutiert, um eine Basis für die Analyse des Immobilienmarktes zu schaffen.
3. Vorstellung des deutschen Wohnimmobilienmarktes: Das Kapitel beschreibt die allgemeine Struktur und jüngere Entwicklung des deutschen Wohnimmobilienmarktes und identifiziert die maßgeblichen Einflussfaktoren wie gesellschaftliche Trends, Kaufkraft, Zinsniveau und die Rolle nationaler und internationaler Investoren.
4. Fallbeispiel des Wohnimmobilienmarktes der Stadt Osnabrück: Dieses Kapitel präsentiert die empirische Untersuchung am Beispiel Osnabrücks, legt das methodische Vorgehen dar (Experteninterviews und Datenanalyse) und analysiert die lokalen Auswirkungen der Finanzkrise auf Bautätigkeit, Kauf- und Mietpreisentwicklung.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, bewertet den Einfluss der Finanzkrise auf den deutschen und den Osnabrücker Wohnimmobilienmarkt und schließt mit einer kritischen Auseinandersetzung des angewandten Resilienz-Ansatzes ab.
Finanzkrise, Wohnimmobilienmarkt, Osnabrück, Resilienz, Immobilienpreise, Mietpreise, Bautätigkeit, Investoren, Deutschland, Kaufkraft, Zinsniveau, Demographie, Stadtentwicklung, Krisenfestigkeit, Anpassungsfähigkeit.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der weltweiten Finanzkrise ab 2007/2008 auf lokale Wohnimmobilienmärkte, mit einem speziellen Fokus auf die Stadt Osnabrück, und nutzt dabei den Resilienz-Ansatz als konzeptionellen Rahmen.
Zentrale Themenfelder sind die Analyse des deutschen Wohnimmobilienmarktes, die Rolle von Einflussfaktoren wie Demographie und Zinsniveau, die Anwendung des Resilienz-Konzepts und die detaillierte Untersuchung des Immobilienmarktes in Osnabrück (Bautätigkeit, Kauf- und Mietpreise).
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern sich der Einfluss der weltweiten Finanzkrise am Osnabrücker Wohnimmobilienmarkt abbildet und welche Auswirkungen sie auf diesen lokalen Markt hatte.
Es wird eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden verwendet, bestehend aus Sekundärdatenanalyse, Literaturrecherche und leitfadengestützten Experteninterviews mit lokalen Akteuren in Osnabrück.
Der Hauptteil behandelt die Vorstellung des deutschen Wohnimmobilienmarktes, seine allgemeine Struktur, jüngere Entwicklung und Einflussfaktoren, gefolgt von einem Fallbeispiel des Wohnimmobilienmarktes der Stadt Osnabrück, einschließlich methodischem Vorgehen, allgemeiner Stadtcharakteristik und den Auswirkungen der Finanzkrise auf Bautätigkeit, Kauf- und Mietpreise.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Finanzkrise, Wohnimmobilienmarkt, Osnabrück, Resilienz, Immobilienpreise, Mietpreise, Investoren und Demographie charakterisiert.
Im Gegensatz zu den großen "A-Städten, die enorme Veränderungen durch gestiegene Bautätigkeit und Preisanstiege erlebten, zeigte der Osnabrücker Markt nur bedingt einen so ausgeprägten Einfluss der Finanzkrise, vor allem aufgrund seiner soliden Grundstruktur und geringeren Attraktivität für ausländische Großinvestoren.
Niedrige Kreditzinsen führten zu einer erhöhten Attraktivität von Immobilien als Anlageform, da andere Anlageklassen weniger Rendite boten. Die Angst vor Inflation verstärkte zudem die Tendenz vieler Anleger, ihr Geld in Sachwerte wie Immobilien zu investieren, was die Kaufpreisentwicklung antrieb.
Während im lokalen Neubausegment erste Anzeichen einer spekulativen Überbewertung erkannt wurden, wurde eine umfassende Preisblase am Osnabrücker Wohnimmobilienmarkt, ähnlich wie in anderen europäischen Ländern, in der Arbeit nicht bestätigt.
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