Akademische Arbeit, 2018
86 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Naturwissenschaftlicher Blick und Relevanz des Klimaproblems
3 Theoretische Grundlagen zur umweltökonomischen Analyse
3.1 Umwelt als öffentliches Gut
3.2 Externe Effekt und Marktversagen
3.3 Übersicht ausgewählter umweltpolitischer Instrumente zur Internalisierung externer Effekte
3.3.1 Ordnungsrechtliche Maßnahmen (Gebote, Verbote)
3.3.2 Moralische Appelle und Bildung
3.3.3 Abgaben (Preis-Standard-Ansatz)
3.3.4 Pigou-Steuer
3.3.5 Mengenlösung (Zertifikate)
3.4 Verhandlungen als Strategie zur Internalisierung externer Effekte
3.4.1 Das Coase-Theorem
3.4.2 Kritische Würdigung des Coase-Theorems
3.5 Theoretische Gestaltung eines Emissionsrechtehandels
3.5.1 Teilnehmerkreis
3.5.2 Wahl des Umweltstandards
3.5.3 Allokation der Zertifikate
3.5.4 Zeitliche Flexibilität
3.5.5 Kontrolle und Sanktionen
3.6 Theoretische Betrachtung projektbezogener Mechanismen
3.7 Kriterien zur Bewertung eines Emissionsrechtehandels und Wertung
3.7.1 Ökologische Treffsicherheit
3.7.2 Statische ökonomische Effizienz
3.7.3 Dynamische ökonomische Effizienz
3.7.4 Transaktionskosten
3.7.5 Gesellschaftliche und politische Durchsetzbarkeit
4 Analyse der Umsetzung des CO2-Emissionsrechtehandels in der EU
4.1 Das Kyoto-Protokoll als völkerrechtliche Grundlage
4.2 Praktische Betrachtung von projektbezogenen Mechanismen
4.2.1 Joint Implementation
4.2.2 Clean Development Mechanism
4.3 Der CO2-Zertifikatehandel in der EU
4.3.1 Hintergrund und historische Entwicklung
4.3.2 Teilnehmerkreis
4.3.3 Wahl des Umweltstandards
4.3.4 Allokation der Zertifikate
4.3.5 Zeitliche Flexibilität
4.3.6 Kontrolle und Sanktionen
4.4 Kritische Diskussion und Bewertung des EU ETS
4.4.1 Ökologische Treffsicherheit
4.4.2 Statische ökonomische Effizienz
4.4.3 Dynamische ökonomische Effizienz
4.4.4 Transaktionskosten
4.4.5 Gesellschaftliche und politische Durchsetzbarkeit
4.5 Kritische Diskussion der Preisentwicklung der Emissionsrechte
5 Resümee
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des CO2-Emissionshandels sowie dessen praktische Umsetzung im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS). Ziel ist es, die Wirksamkeit dieses umweltpolitischen Instruments zu evaluieren, die Preismechanismen kritisch zu beleuchten und zu klären, ob der Zertifikatehandel ein geeignetes Mittel zur Erreichung politisch gewollter Umweltqualitäten darstellt.
3.4.1 Das Coase-Theorem
Der britische Wirtschaftswissenschaftler Ronald H. Coase veröffentlichte 1960 in seiner Arbeit „The Problem of Social Cost“ eine Theorie zur Internalisierung externer Effekte. Die nach ihm benannte Lösung – das Coase-Theorem – ist ein ordnungspolitisches Mittel, um wirtschaftliche Aktionen und Entscheidungen von Marktteilnehmern auszulösen. Als Vertreter der „Chicagoer Schule“ war Coase der Ansicht, im Gegensatz zu Arthur Cecil Pigou, dass zur Internalisierung von externen Effekten nicht automatisch staatliche Eingriffe notwendig sind, sondern dass die Wirtschaftssubjekte durch Verhandlung in der Lage sind, eine effiziente Lösung zu erzielen. Durch die Zuweisung von Eigentumsrechten werden Emissionsstoffe zum marktfähigen Gut gemacht, wobei der Staat lediglich die Anfangsausstattung der Beteiligten vor Beginn sowie den rechtlichen Rahmen festlegt.
Das von Coase postulierte Theorem behauptet, dass es keine Rolle spielt, wem der verhandelnden Parteien die Eigentumsrechte an Umweltgütern zugewiesen worden, sondern dass das gemeinsame Gewinnmaximum allein durch Verhandeln erzielt werden kann. Es ist also unerheblich, ob man jemandem, der Schadstoffe emittiert, das Recht für diese Schädigung zubilligt oder ihn dafür haftbar macht. Bei der Betrachtung ging Coase davon aus, dass Externalitäten wechselseitiger, also reziproker Natur seien. Damit ist gemeint, dass der Verursacher des externen Effekts (z.B. der Schadstoffemittent) nicht zwangsläufig auch der Verursacher der externen Kosten ist. Die Identifikation von Schädiger und Geschädigtem und eine Zuweisung der Eigentumsrechte stellt nach Coase nicht nur ein Werturteil dar, sondern klärt vor allem, wer wen beeinträchtigt. Die daraus resultierende Frage formulierte er so: „The real question that has to be decided is: should A be allowed to harm B or should B be allowed to harm A?“
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Klimawandels ein und definiert das Ziel, die Theorie des Emissionsrechtehandels auf das EU-System anzuwenden.
2 Naturwissenschaftlicher Blick und Relevanz des Klimaproblems: Dieses Kapitel erläutert die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Treibhauseffekts und diskutiert die anthropogenen Ursachen sowie die Debatte um Klimaskepsis.
3 Theoretische Grundlagen zur umweltökonomischen Analyse: Hier werden Umweltgüter als öffentliche Güter definiert, Marktversagen durch externe Effekte erklärt und verschiedene umweltpolitische Instrumente theoretisch hergeleitet.
4 Analyse der Umsetzung des CO2-Emissionsrechtehandels in der EU: Das Kapitel vergleicht die theoretischen Konzepte mit der praktischen Gestaltung des EU ETS, inklusive der historischen Entwicklung und der kritischen Diskussion seiner Kriterien.
5 Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Emissionshandel der EU als wichtiges, wenn auch durch externe Einflüsse und politische Rahmenbedingungen herausgefordertes Instrument.
Emissionshandel, EU ETS, CO2-Zertifikate, Umweltökonomie, Marktversagen, Coase-Theorem, Kyoto-Protokoll, Externe Effekte, Ökologische Treffsicherheit, Kosteneffizienz, Transaktionskosten, Klimawandel, Treibhauseffekt, Grandfathering, Benchmarking.
Die Arbeit untersucht das Instrument des CO2-Emissionshandels aus einer umweltökonomischen Perspektive, um zu bewerten, wie effizient und effektiv es Klimaschutzziele in der Europäischen Union umsetzt.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Theorie externer Effekte, die theoretische Ausgestaltung eines Zertifikatehandels sowie die praktische Analyse des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS).
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Wirksamkeit von Emissionsrechtehandels-Systemen, wobei das theoretische Referenzmodell an der realen Ausgestaltung der EU-Phasen gemessen wird.
Die Arbeit nutzt eine umweltökonomische Analyse, vergleicht ordnungspolitische Instrumente und wertet wissenschaftliche Literatur sowie aktuelle Berichte zur Umsetzung des Emissionshandels aus.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (u.a. Coase-Theorem) erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der EU-Praxis inklusive Teilnehmerkreis, Allokation und Sanktionsmechanismen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Emissionsrechtehandel, EU ETS, externe Effekte, Kosteneffizienz und ökologische Treffsicherheit charakterisiert.
Transaktionskosten sind entscheidend für die Effizienz; das System ist dann effizient, wenn diese Kosten niedrig gehalten werden können, was jedoch bei kleinen Anlagen oft nicht der Fall ist.
Das Grandfathering-Prinzip wird kritisiert, da es Anreize zu ineffizientem Verhalten schaffen kann und Unternehmen belohnt, die zuvor wenig für den Umweltschutz getan haben.
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