Bachelorarbeit, 2018
61 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Einführung in die Republik Chile
2.1 Geographische Relevanz
2.2 Geschichtlicher Kontext und politisch relevante Entwicklungen
3 Erosionen der Demokratie
3.1 Die Zeit vor 1970
3.2 Die Unidad Popular und das Scheitern Allendes Reformpolitik
4 Die Regierung mit eiserner Hand
4.1 Die Chicago Boys und der Neoliberalismus in Chile
4.2 Machtstruktur und Repression
4.3 Charakteristika der Verfassung von 1980
5 Der Volksentscheid von 1988 als „Transformationsstrategie“
5.1 Zu den Alternativen
5.2 Risiken und „Kosten“ der Plebiszitstrategie
5.3 Gründe für den Erfolg
6 Fazit
Die Arbeit untersucht den chilenischen Volksentscheid von 1988 als entscheidendes Schlüsselereignis für die Regimetransformation von der Militärdiktatur Augusto Pinochets zurück zur Demokratie. Dabei wird analysiert, warum die Plebiszitstrategie trotz hoher Risiken und eines autoritären Verfassungsrahmens erfolgreich war und welche Faktoren sowie strategischen Entscheidungen der Opposition diesen friedlichen Übergang ermöglichten.
Die Regierung mit eiserner Hand
Der Militärputsch am 11. September 1973 begrub den Traum eines gerechteren Chiles. Der Regierungspalast La Moneda wurde von Kampfflugzeugen der chilenischen Streitkräfte bombardiert, Salvador Allende kam ums Leben – ob durch Mord oder Selbstmord ist bis heute strittig. Tausende Chilen_innen wurden in den folgenden Tagen und Wochen inhaftiert, gefoltert und ermordet, am Ende der Militärdiktatur sollten es mehr als 3.000 Tote und Verschwundene sowie zehntausende Gefolterte sein. Während dieser 17 Jahre waren die Menschenrechtsverletzungen der Regierung, nicht zuletzt wegen der vielen Exilierten, auch in der deutschen Linken ein wichtiges Thema. Insgesamt 500.000 Chilen_innen verließen ihr Heimatland.
Wie im Vorfeld angemerkt, kam der Putsch auch deswegen, weil trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Niederlage der UP aus sich heraus gar nicht zu erkennen war. Dieser wurde somit aufgrund wahrgenommenen Alternativmangels forciert. Vor dem Putsch spitzte sich der Klassenkampf zwar zu und die politische Organisation war extrem chaotisch, doch hat die UP ihren Stimmanteil gehalten und sogar verbessert, weshalb das Entsetzen über die militärische Intervention so groß war. Die darauffolgende Diktatur war die langlebigste in der jüngeren Geschichte auf dem Subkontinent. So heißt es, dass keine der in den siebziger Jahren etablierten Diktaturen länger dauerte als die des Generals Pinochet und mit Ausnahme des argentinischen ‚Proceso‘ kaum eine blutrünstiger und gewalttätiger war und mehr Flüchtlinge und Exilanten hervorbrachte.
1 Einleitung: Die Einleitung etabliert das Thema des Volksentscheids von 1988 als entscheidendes Ereignis für die Regimetransformation in Chile und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich Risiken, Alternativen und Erfolgsfaktoren.
2 Einführung in die Republik Chile: Dieses Kapitel skizziert geographische Merkmale sowie den historischen Kontext Chiles und legt dar, wie diese Faktoren die nationale Identität und das politische System beeinflussen.
3 Erosionen der Demokratie: Der Abschnitt beleuchtet die politische Entwicklung vor 1970 und die Ära der Unidad Popular unter Salvador Allende, wobei die zunehmende Polarisierung und die wirtschaftlichen Herausforderungen analysiert werden.
4 Die Regierung mit eiserner Hand: Das Kapitel behandelt die Ära der Militärdiktatur, den neoliberalen wirtschaftlichen Umbruch durch die „Chicago Boys“, die Repressionsstrukturen sowie die restriktive Verfassung von 1980.
5 Der Volksentscheid von 1988 als „Transformationsstrategie“: Hier werden die Alternativen zum Plebiszit, die damit verbundenen Risiken sowie die Gründe für den Erfolg der Opposition detailliert dargelegt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass die Transition das Ergebnis einer bewussten strategischen Entscheidung der Opposition war, das Regime mit seinen eigenen legalen Mitteln zu schlagen.
Chile, Volksentscheid 1988, Augusto Pinochet, Regimetransformation, Unidad Popular, Neoliberalismus, Chicago Boys, Verfassung 1980, Demokratisierung, Plebiszitstrategie, Menschenrechtsverletzungen, Opposition, Wahlkampf, politische Stabilität, Sozialismus.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem historischen Übergang Chiles von der 17-jährigen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet zurück zur Demokratie, wobei der Fokus auf dem Volksentscheid von 1988 liegt.
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Transformation durch neoliberale Reformen, die Rolle der Verfassung von 1980 zur Machterhaltung sowie die strategische Bündnisbildung der Opposition.
Das Ziel ist es zu analysieren, wie die Opposition das Regime durch das von ihr selbst erzwungene Plebiszit „mit seinen eigenen Mitteln“ besiegen konnte und welche Risiken dabei in Kauf genommen wurden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung historischer sowie politikwissenschaftlicher Dokumente, um den Prozess der Regimetransformation kontextualisiert darzustellen.
Der Hauptteil analysiert chronologisch die Erosion der Demokratie unter Allende, die gewaltsame Konsolidierung des Pinochet-Regimes und schließlich die strategische Vorbereitung und Durchführung des Volksentscheids 1988.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Regimetransformation, Neoliberalismus, Autoritarismus, Plebiszitstrategie und Demokratisierung beschreiben.
Da Pinochet sich auf die verfassungsrechtliche Legitimation durch die Verfassung von 1980 stützte, war er gezwungen, das Plebiszit durchzuführen. Eine Niederlage bedeutete für ihn, die Kontrolle über den weiteren politischen Prozess zu verlieren, auch wenn er versuchte, durch Bestimmungen in der Verfassung seine Macht für die Übergangsphase zu sichern.
Die Arbeit zeigt, dass die wirtschaftliche Effizienz des Modells der „Chicago Boys“ in der späten Phase der Diktatur einen nicht zu unterschätzenden Teil der Wählerschaft überzeugte, während die Opposition gleichzeitig glaubhaft machen musste, dass sie nach einem Wahlsieg nicht zu den chaotischen Verhältnissen der Allende-Zeit zurückkehren würde.
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