Masterarbeit, 2018
117 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsklärungen
2.1.1 Kompetenz
2.1.2 Reflexionskompetenz
2.1.3 Urteilskompetenz
2.1.4 Kritisch und Konstruktiv
2.2 Ethik in der Pflegeausbildung
2.2.1 Begriffsklärung
2.2.2 Ethische Prinzipien nach Rabe (2009)
2.2.3 Ethik im Pflegeunterricht
2.3 Theoretischer Hintergrund
2.3.1 Coolout-Studien nach Kersting (2002, 2016a)
2.4 Theorie des Kommunikativen Handelns nach Habermas (1981)
2.5 Bildungstheoretischer Hintergrund
2.5.1 Kritisch-konstruktive Didaktik nach Klafki (1985)
2.5.2 Kritisch-konstruktive Pflegelernfelddidaktik nach Wittneben (2003)
2.5.3 Fallorientierte Didaktik in der Pflegeausbildung
3. Forschungsfrage
4 Methodik
5 Ergebnisse
5.1 Didaktische Perspektive
5.1.1 Didaktische Perspektive nach Wittneben
5.1.2. Didaktische Perspektive der Fallorientierten Didaktik
5.1.3 Anzubahnende Kompetenzdimensionen
5.2 Konstruktionsmerkmale eines Falls und fallbezogenes Verfahren
5.2.1 Falldarstellung-Inhalte und Konstruktionsmerkmale
5.2.2. Fallbezogenes Verfahren
5.3 Exemplarische Darstellung
5.3.1 Exemplarische Herleitung einer Lernsituation
6. Diskussion
7 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie durch eine gezielte Fallkonstruktion und ein strukturiertes Bearbeitungsverfahren kritisch-konstruktive Kompetenzen in der Pflegeausbildung angebahnt werden können, ohne dabei ethisch-moralische Prinzipien zu vernachlässigen.
2.3.1.2.1 Reaktionsmuster: Idealisierung falscher Praxis
Den Probanden des Reaktionsmusters „Idealisierung falscher Praxis“ (Kersting,2013, S.170) ist der Norm- und Funktionskonflikt deutlich bewusst. Es werden vielfältige Strategien gesucht, um den Norm- Funktionskonflikt entgegenzuwirken. Denn ohne aktives Engagement für die gute Pflege kommt es zur Realisierung funktionaler Prinzipien. Jedoch orientieren sich die Probanden bei der Entwicklung von Lösungsstrategien unbewusst an der funktionalen Pflege. Die Gestaltung und Organisation des pflegerischen Handelns orientiert sich stets an der funktionalen Pflege (ebd.). Durch diesen Trugschluss vertreten sie die Ansicht trotz der wirtschaftlichen Anforderungen den Normativen Anspruch zu erfüllen, „falsche Praxis wird idealisiert“ (ebd., S.184)
Ergebnis der Pflege-Studien (2002):
Insgesamt 14 Lernende einer Gesundheits- und Krankenpflegeklasse zeigen kreative Verhaltensmuster die den Norm-Funktionskonflikt praktisch bearbeiten, um den normativen Anspruch zu gewährleisten (Kersting,2013). Es können eine Vielzahl von Bewältigungsmustern beschrieben werden, die in der vorliegenden Arbeit nicht alle dargestellt werden können. Nachfolgend werden exemplarisch zwei Verhaltensweisen aufgezeigt, die das Reaktionsmuster besonders verdeutlichen.
Die Verhaltensstrategie Empathie und Priorisierung von Aufgaben ist für Pflegende wichtig, da es sie unterstützt zwischen den Aufgaben abzuwägen. Eine sachliche Begründung bleibt jedoch offen, vielmehr werden Entscheidungen auf Basis des knappen Zeitfensters getroffen, um der funktionalen Pflege gerecht zu werden. Eine Priorisierung beinhaltet auch immer Abstriche an Maßnahmen vorzunehmen, die jedoch für den gesamtbetrachteten Pflegekontext wichtig sind. Eine weitere typische Strategie ist die Kompromissbildung, um die normativen und wirtschaftlichen Anforderungen zu vereinbaren. Oftmals werden Pflegetechniken oder administrative Aufgaben schneller erledigt. Diese Strategie unternimmt vorrangig Abstriche an der normativen Pflege, da nur einseitige Zugeständnisse gemacht werden (Kersting,2013).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Widerspruch in der Pflegepraxis zwischen normativen Ansprüchen und ökonomischen Zwängen und skizziert die Notwendigkeit kritisch-konstruktiver Kompetenzanbahnung.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Kompetenz, Ethik, das Coolout-Phänomen, die Theorie des kommunikativen Handelns sowie didaktische Ansätze von Klafki und Wittneben.
3. Forschungsfrage: Die Forschungsfrage befasst sich mit der methodischen Konstruktion einer Falldarstellung zur Anbahnung kritisch-konstruktiver Kompetenzen.
4 Methodik: Der methodische Teil beschreibt die systematische Literaturrecherche, die zur Fundierung der Arbeit und zur Beantwortung der Forschungsfrage durchgeführt wurde.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren eine Modifikation des Modells der multidimensionalen Patientenorientierung und leiten einen kritisch-konstruktiven Fallbearbeitungsprozess ab.
6. Diskussion: Im Diskussionsteil werden die gewonnenen Erkenntnisse kritisch reflektiert und auf ihre praktische Anwendbarkeit in der Pflegeausbildung hin bewertet.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der entwickelten Fallkonstruktion für die Unterrichtspraxis zusammen und unterstreicht das Ziel der moralischen Sensibilisierung.
Kritisch-konstruktive Kompetenz, Pflegeausbildung, Coolout-Phänomen, Patientenorientierung, Fallorientierte Didaktik, Ethik in der Pflege, Reflexionskompetenz, Urteilskompetenz, Norm-Funktionskonflikt, Pflegewirklichkeit, Handlungskompetenz, Didaktik, Kommunikation, Habermas, Klafki.
Die Arbeit untersucht, wie Pflegeauszubildende in der Schule befähigt werden können, die defizitäre Pflegewirklichkeit kritisch zu hinterfragen und dennoch ethisch-moralisch professionell zu handeln.
Die zentralen Felder sind die Pflegeethik, die Coolout-Theorie nach Kersting, Theorien des kommunikativen Handelns sowie didaktische Konzepte zur Fallarbeit in der Pflege.
Das Ziel ist die Entwicklung eines didaktisch fundierten Fallbearbeitungsverfahrens, das Lernenden hilft, den unauflösbaren Widerspruch zwischen normativen Pflegeansprüchen und funktionalen Arbeitszwängen zu erkennen und handlungsorientiert zu bearbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturanalyse, die theoretische Konzepte mit empirischen Studien (z.B. den Coolout-Studien) verknüpft, um daraus ein methodisches Modell für den Pflegeunterricht abzuleiten.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, diskutiert die Coolout-Theorie im Kontext des Pflegealltags und stellt einen detaillierten, kritisch-konstruktiven Fallbearbeitungsprozess vor.
Kritisch-konstruktive Kompetenz, Pflegewirklichkeit, Norm-Funktionskonflikt, Patientenorientierung und Fallorientierte Didaktik sind die tragenden Konzepte.
Das Coolout-Phänomen beschreibt die moralische Desensibilisierung. Die Arbeit zeigt auf, wie Lernende durch das Erkennen dieser Mechanismen aus der Erstarrung der Normalitätstendenz gelöst werden können.
Er integriert explizit die Reflexion der Pflegewirklichkeit und den Norm-Funktionskonflikt, wodurch Lernende nicht nur Entscheidungen treffen, sondern diese kritisch gegenüber gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen rechtfertigen müssen.
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