Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 1,3
1.Prozess/Entwicklung
1.1 Historische Entwicklungen der Sozialen Arbeit als Profession
1.1.1 Frauenbewegungen
1.1.2 Konfessioneller Einfluss auf die Profession
1.2 Gesellschaftliche Strukturen
1.2.1 Geschlecht als Strukturkategorie
1.2.2 Hegemoniale Männlichkeit als überlegenes Prinzip
1.3 Strukturierung von Erwerbsarbeit in Deutschland: Einordnung Sozialer Arbeit in den Arbeitsmarkt
Zwischenfazit
2. Gegenwärtige Situation: Die Besonderheiten der helfenden Profession
2.1 Soziale Arbeit als Frauenberuf
2.2 Status und Löhne
2.2.1 Einfluss der Kirche
2.2.2 Einfluss der Care-Debatte
2.2.3 Einfluss von Ehrenamt
2.3 Gewerkschaftliches Engagement
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Anerkennung der Sozialen Arbeit unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten. Ziel ist es, die strukturellen Ursachen für die im Vergleich zu anderen Professionen geringe Entlohnung und das verminderte gesellschaftliche Ansehen aufzudecken sowie die Rolle von Geschlechterkonstruktionen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu analysieren.
1.2.1 Geschlecht als Strukturkategorie
Der Einfluss der bürgerlichen Frauenbewegung und damit einhergehend die Auffassung, Praxis und Theorie der Sozialen Arbeit seien maßgeblich von Vorstellungen und Geschlechterperspektiven dieser Bewegung geprägt, wird bis heute in gängigen Arbeiten zur Entstehungsgeschichte (vgl. Rerrich 2010; vgl. Hering 2006; vgl. Voigt-Kehlenbeck 2010) betont. Eine fortlaufende Thematisierung von Geschlechterperspektiven durch die Frauenbewegungen haben die Profession Sozialer Arbeit verändert. Jedoch zeigt die Autor*innen Bereswill und Stecklina eine erstaunliche Lücke hinsichtlich der Geschlechterperspektiven innerhalb der Sozialen Arbeit auf: Auch wenn der Einfluss bestimmter Akteurinnen als Mitbegründerinnen der Frauenbewegung auf die Soziale Arbeit heute fest verankert zu seien scheint, bleibt die Bedeutung der Analysekategorie Geschlecht für die Untersuchung, Konzeptualisierung und Praxis der gesellschaftlichen Bearbeitung sozialer Fragen jedoch häufig ausgeblendet (Bereswill & Stecklina 2010, S. 7).
Aufgrund dessen wird in diesem Kapitel zuerst erläutert, welche Dimension die Kategorie Geschlecht (die binäre Einteilung in weiblich und männlich) einnehmen kann und in einem weiteren Schritt folgt eine Erläuterung zum Geschlecht als eine zentrale strukturierende Kategorie. Die Autor*innen Lenz und Adler führen auf, dass Geschlecht als eine Grundkategorie „sozialen Arrangements“ (2010, S.21) begriffen wird, welches alltägliche Handlungen bestimmt und die soziale Strukturen durchzieht. Die Einordnung in die Gruppe der Frauen oder der Männer hat demnach erheblichen Einfluss über die Zugänge zu gesellschaftlichen Ressourcen. Geschlecht wird demnach als ein Prinzip „gesellschaftlicher Gliederung und Hierarchiebildung“ verstanden (Ehlert 2012, S.15).
1.Prozess/Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entstehung der Sozialen Arbeit aus der Frauenbewegung nach und analysiert, wie gesellschaftliche Machtstrukturen und Geschlechterrollen das Fundament der Profession prägten.
2. Gegenwärtige Situation: Die Besonderheiten der helfenden Profession: Das Kapitel untersucht die aktuelle berufliche Situation der Sozialen Arbeit, wobei insbesondere Lohnstrukturen, der Einfluss kirchlicher Arbeitgeber, die Care-Debatte und gewerkschaftliches Engagement thematisiert werden.
Soziale Arbeit, Gender, Anerkennung, Geschlechterordnung, Professionalisierung, Care-Debatte, Erwerbsarbeit, Lohnstrukturen, Frauenberuf, Geschlechtersegregation, Soziale Gerechtigkeit, Wohlfahrtsverband, Gewerkschaft, Hegemoniale Männlichkeit, Wertschöpfung.
Die Arbeit untersucht, warum die Soziale Arbeit im Vergleich zu anderen Berufen eine vergleichsweise geringe gesellschaftliche Anerkennung und Entlohnung erfährt.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Profession, die gesellschaftliche Geschlechterordnung, die ökonomische Bewertung von Fürsorgearbeit sowie die gewerkschaftliche Organisation.
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen historisch gewachsenen Geschlechterzuschreibungen (wie dem Prinzip der Mütterlichkeit) und der heutigen, oft benachteiligten Situation der Sozialen Arbeit aufzuzeigen.
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse gesellschaftswissenschaftlicher Konzepte, insbesondere zur Geschlechterforschung, Arbeitssoziologie und zu Gerechtigkeitstheorien wie dem Umverteilungs-Anerkennungs-Dilemma von Nancy Fraser.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse (Prozess/Entwicklung) und die Untersuchung der gegenwärtigen Situation, inklusive konkreter Faktoren wie der Rolle der Kirche und der Care-Debatte.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Soziale Arbeit, Gender, Anerkennung, Geschlechtersegregation, Professionalisierung und Care-Ökonomie.
Da kirchliche Träger einen enormen Anteil am Sozialsektor stellen, nutzen sie ihren Sonderstatus und ihr Selbstbestimmungsrecht oft zur Umgehung von Tarifstandards, was zu einer Zersplitterung und insgesamt niedrigeren Gehältern beiträgt.
Der Begriff resultiert aus der diffusen Abgrenzung zwischen professionellem Fachwissen und laienhaftem, ehrenamtlichem Engagement sowie der historischen Zuschreibung als "naturgemäße" Frauenarbeit, was den Status als hochqualifizierter Beruf erschwert.
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