Bachelorarbeit, 2018
52 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Das münsterländische Platt (Kleiplatt): Eine Gegenwartsanalyse der Sprachpflege im Raum Münster aus varietätenlinguistischer Sicht
2.1 Besondere grammatische Merkmale des münsterländischen Platts (Kleiplatts) auf der Wortebene
2.2 Sprachpflege des münsterländischen Platts (Kleiplatts)
3 Fazit und Zukunftsprognosen
Die Arbeit analysiert das münsterländische Platt als sprachliche Variation aus der Perspektive der Varietätenlinguistik, wobei der Schwerpunkt auf den aktuellen Möglichkeiten und Herausforderungen der Sprachpflege im Raum Münster liegt.
1 Einleitung
Zum besseren Verständnis soll zunächst das Adjektiv platt definiert werden, welches zu der Bezeichnung münsterländisches Platt gehört. Das Adjektiv wurde aus dem Französischen plat entlehnt, welches auf das früh-romanische *plattus zurückzuführen ist. Übersetzt bedeutet es „flach, eben, weit” und „ausgedehnt”. Im 16. Jahrhundert wurde das Adjektiv plattdeutsch für eine „nicht-stilisierte und nicht gehobene Sprache” verwendet. Die Bezeichnung plattdeutsch ist seit Beginn negativ wie auch positiv konnontiert. Einerseits wird das Adjektiv mit „verständlich, rund heraus“ assoziiert und andererseits mit „unterlegen, minderwertig, grob“.
Jedoch ist nicht vom münsterländischen Plattdeutsch die Rede, sondern vom münsterländischen Platt. Die verwendete Kurzform Platt entspringt der „künstliche(n) Bildung Mundart“. Demnach bezeichnen die Mundartsprecher ihr gesprochenes Wort „Dialekt (südd.) oder Platt (md.,nordd.)“.
Das Substantiv Münster wurde ab dem 6. Jahrhundert etymologisch für die Bezeichnung des Klosters verwendet. Aus dem heutigen Ort Münster in Nordrhein-Westfalen soll das münsterländische Platt seine Bezeichnung tragen. Diese Arbeit wird das münsterländische Platt als eine Variation betrachten, um es aus der Perspektive der Varietätenlinguistik beleuchten zu können. Dies ist möglich, weil das münsterländische Platt als Variante der Varietät Niederdeutsch aufgefasst werden kann. Das Niederdeutsche ist als Varietät eine „[...] spezifische Konstellation von Variablen-Varianten-Kombinationen [...]“.
1 Einleitung: Dieses Kapitel liefert grundlegende Definitionen zur Begrifflichkeit und führt in das Konzept der Varietätenlinguistik im Kontext des münsterländischen Platts ein.
2 Das münsterländische Platt (Kleiplatt): Eine Gegenwartsanalyse der Sprachpflege im Raum Münster aus varietätenlinguistischer Sicht: Der Hauptteil untersucht die grammatischen Besonderheiten auf Wortebene sowie die sprachpflegerischen Aktivitäten und Herausforderungen unter Berücksichtigung medialer Faktoren.
3 Fazit und Zukunftsprognosen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die methodische Vorgehensweise der Experteninterviews und wagt einen Ausblick auf die Zukunft der münsterländischen Sprachvariation.
Münsterländisches Platt, Varietätenlinguistik, Sprachpflege, Niederdeutsch, Grammatische Merkmale, Westfälische Brechung, Kürzendiphthonge, Medialität, Kodifizierung, Dialekt, Sprachwandel, Regionalsprache, Identifikation, Experteninterviews, Sprachnorm.
Die Arbeit befasst sich mit dem münsterländischen Platt als eigenständiger sprachlicher Variation und untersucht deren gegenwärtigen Status sowie die Bemühungen zu deren Erhalt und Pflege im Raum Münster.
Zentrale Themen sind die linguistische Einordnung der Mundart, ihre spezifischen grammatischen und phonologischen Merkmale sowie die soziolinguistischen Aspekte der Sprachpflege und Identitätsstiftung.
Das Ziel ist es, das münsterländische Platt varietätenlinguistisch zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, wie künstliche Kodifizierungsversuche und Sprachpflege den Fortbestand der Variation beeinflussen.
Neben der theoretischen Fundierung durch Fachliteratur wurden qualitative Experteninterviews mit drei ausgewiesenen Kennern des Münsterländischen geführt, um praktische Einblicke in die Sprachpflege zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse grammatischer Besonderheiten, wie z.B. Pluralbildung und Diphthongierung, sowie eine Auseinandersetzung mit der Rolle der Sprachpflege in Schulen, Vereinen und Medien.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Varietätenlinguistik, Sprachpflege, Münsterländisches Platt, Kodifizierung und den soziolinguistischen Diskurs um den Erhalt regionaler Dialekte beschreiben.
Die Interviews bieten wertvolle subjektive Einschätzungen von Praktikern und ermöglichen es, die theoretischen Ansätze der Sprachpflege mit der realen, teilweise widersprüchlichen Anwendungssituation abzugleichen.
Die Prognosen fallen gemischt aus; während einige Experten den Rückgang als nahezu unausweichlich sehen, betonen andere die Bedeutung der Sprache als identitätsstiftendes Kulturgut, das trotz Kodifizierungsbemühungen eine stetige Dynamik beibehält.
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