Masterarbeit, 2018
110 Seiten, Note: 1,15
A. Die Entwicklung des Arbeitsrechts und die Frage nach ihrer Umsetzung
B. Historischer Rückblick
I. Der Dualismus zwischen Konfuzianismus und Legalismus
1. Entstehung und Sichtweise des Konfuzianismus und des Legalismus
2. Auswirkungen auf das chinesische Rechtssystem und die Gesellschaft
II. Erste arbeitsrechtliche Entwicklungen
III. Die Öffnungspolitik und ihre Folgen
IV. Das Phänomen der Wanderarbeiter und das Hukou-System
C. Kollektives Arbeitsrecht und die Rolle der Gewerkschaften
I. Die Entstehung und die Funktion der Gewerkschaften
II. Gewerkschaftsrecht
III. Kollektivverträge
IV. Arbeitskämpfe und die Legitimationskrise der Gewerkschaften
D. Individuelles Arbeitsrecht
I. Das Arbeitsvertragsgesetz
1. Zielsetzung
2. Geltungs- und Anwendungsbereich
a. Arbeitgeber
b. Arbeitnehmer
3. Formerfordernis und Mindestinhalt
4. Dauer, Teil- und Probezeit
a. Befristete Arbeitsverträge
b. Unbefristete Arbeitsverträge
c. Teilzeit Arbeitsverträge
d. Mindestbeschäftigungsdauer
5. Arbeitsentsendung
6. Vergütung und Abfindungsansprüche
7. Kündigung
a. Arbeitnehmer
aa. Fristgemäße Kündigung
bb. Fristlose Kündigung
b. Arbeitgeber
aa. Fristgemäße Kündigung
bb. Fristlose Kündigung
c. Betriebsbedingte Kündigung
d. Auswirkung einer unrechtmäßigen Kündigung
II. Das Arbeitsgesetz und weitere arbeitsrechtliche Bestimmungen
1. Arbeitszeit
2. Urlaub
3. Mindestlohnbestimmungen
4. Besondere Personengruppen und Diskriminierungsschutz
III. Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten
E. Diskrepanz zwischen Recht und Realität und ihre Ursachen
I. Arbeitsrechtsverstöße und Missstände
1. Untersuchung auf der Mikroebene
2. Untersuchung auf der Makroebene
II. Gründe für die Missverhältnisse
1. Das Nachwirken des Konfuzianismus und die Ablehnung von Gesetzen
2. Die staatliche und gewerkschaftliche Umsetzung des Arbeitsrechts
3. Zusammenfassung
F. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, den Inhalt sowie die praktische Akzeptanz des chinesischen Arbeitsrechts im Kontext der wirtschaftlichen Transformation der Volksrepublik China und beleuchtet die Diskrepanz zwischen den gesetzlichen Bestimmungen und der gelebten Realität von Arbeitnehmern.
1. Entstehung und Sichtweise des Konfuzianismus und des Legalismus
Der Begriff Konfuzianismus geht auf jesuitische Missionare zurück, welche zum Ende des 16. Jahrhunderts den Namen latinisierten. Im asiatischen Raum war der Meister Kong bekannt als Kǒng Fūzǐ. Der Konfuzianismus ist dabei keine von Konfuzius gegründete Lehre, sondern geht auf ältere Weisheiten zurück, auf die sich Konfuzius stets berief. Karl-Heinz Pohl stellt fest, dass der Konfuzianismus keine Religion im eigentlichen Sinne ist, da ein transzendentes Wesen und ein Leben nach dem Tod keine Bedeutung haben. Dem Sinnieren über das Jenseits sowie allem Übernatürlichen stand Konfuzius ablehnend gegenüber. Das philosophische Interesse gilt den menschlichen und sozialen Beziehungen. Als Rettung für den staatlichen und sittlichen Verfall seiner Zeit sah Konfuzius die Wiederbelebung antiker Sitten und eine von der Sitte getragene Staatsverfassung. Im Zentrum der Lehren Konfuzius steht das richtige Verhalten eines Individuums gegenüber der Gesellschaft und vice versa. Aufgebaut sind die Lehren auf fünf Tugenden/wǔcháng, die sich zusammensetzen aus Menschlichkeit/rén, Gerechtigkeit/yì, Riten und Sitten/lǐ, Weisheit und Bildung/zhì und Aufrichtigkeit/xin. Je nach Literatur ist auch von vier Säulen die Rede, die ähnlich aufgebaut sind: Menschlichkeit, Sittlichkeit, Rechtschaffenheit/Gerechtigkeit und Riten. Der Begriff der Menschlichkeit ist ein konfuzianischer Zentralbegriff, unter dem sich alle Tugenden und Idealvorstellungen vereinen lassen. Die Ordnung einer Gesellschaft beruht auf fünf grundlegenden menschlichen Beziehungen/wǔlún.
A. Die Entwicklung des Arbeitsrechts und die Frage nach ihrer Umsetzung: Einleitung in die historische und politische Ausgangslage des chinesischen Arbeitsrechts und deren westliche Einflüsse.
B. Historischer Rückblick: Analyse der prägenden Einflüsse von Konfuzianismus und Legalismus auf das chinesische Rechtsverständnis sowie erste Schritte der Arbeitsgesetzgebung.
C. Kollektives Arbeitsrecht und die Rolle der Gewerkschaften: Untersuchung der Entstehung, Funktion und aktuellen Rolle der Gewerkschaften, die stark von westlichen Vorstellungen abweicht.
D. Individuelles Arbeitsrecht: Detaillierte Darstellung des Arbeitsvertragsgesetzes sowie weiterer Bestimmungen zu Arbeitsbedingungen, Kündigungsschutz und Streitbeilegung.
E. Diskrepanz zwischen Recht und Realität und ihre Ursachen: Kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung des Rechts, aufgezeigt anhand von Fallbeispielen und soziokulturellen Faktoren.
F. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Resümee über den Stand des Arbeitsrechts und die Herausforderungen für die Zukunft unter Berücksichtigung des sozialen und wirtschaftlichen Drucks.
Arbeitsrecht, Volksrepublik China, Konfuzianismus, Gewerkschaften, Arbeitsvertragsgesetz, Wanderarbeiter, Hukou-System, Rechtswirklichkeit, Arbeitsbedingungen, Kündigungsschutz, Betriebsbedingte Kündigung, Diskriminierungsschutz, Arbeitsstreitigkeiten, Transformation, Arbeitsmarkt
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die inhaltliche Ausgestaltung und die praktische Anwendung des Arbeitsrechts in der Volksrepublik China.
Zentral sind die historische Prägung des chinesischen Rechtssystems, die Rolle der Gewerkschaften, die Bestimmungen des individuellen Arbeitsvertragsgesetzes und die Diskrepanz zwischen Gesetz und Realität.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das geschriebene Recht in der Praxis umgesetzt wird und welche soziokulturellen Ursachen für die existierenden Missstände verantwortlich sind.
Es handelt sich um eine Literatur- und Gesetzesanalyse, die durch die Auswertung bestehender Statistiken und Berichte ergänzt wird, um die Diskrepanz zwischen Recht und Wirklichkeit darzulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Rückschau, die kollektive und individuelle arbeitsrechtliche Analyse sowie eine detaillierte Untersuchung der Missstände auf Mikro- und Makroebene.
Wichtige Begriffe sind Arbeitsrechtsverstöße, Wanderarbeit, Konfuzianismus, ACGB, Arbeitsvertragsgesetz und soziale Diskrepanz.
Der Autor zeigt auf, wie konfuzianische Prinzipien der Harmonie und Unterordnung auch heute noch das Verständnis von Arbeitsbeziehungen und die Rolle staatlicher Organisationen beeinflussen.
Das Hukou-System schränkt die Freizügigkeit ein und führt zu einer sozialen Spaltung, die Wanderarbeitern den legalen Zugang zu sozialen Leistungen und rechtlicher Absicherung in Städten erschwert.
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