Bachelorarbeit, 2016
33 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problematik der Bestimmung des korrekten Verrechnungspreises
1.2 Vorgehensweise und Aufbau
2 Begriff des Verrechnungspreises
3 Verrechnungspreise aus Sicht des Controlling
3.1 Merkmale und Funktionen von Verrechnungspreisen
3.2 Mögliche Zielkonflikte zwischen den Funktionen des Verrechnungspreises
3.3 Funktionen der Verrechnungspreise in der Praxis
3.4 Bestimmung der Verrechnungspreise
3.4.1 Marktpreisorientierte Verrechnungspreise
3.4.2 Kostenorientierte Verrechnungspreise
3.4.3 Verhandelte Verrechnungspreise
4 Auswirkungen des Steuerrechts auf die Ermittlung des Verrechnungspreises
4.1 Internationale Vorschriften
4.2 Funktionen und Risiken
4.3 Von Steuerbehörden vorgeschriebene Verrechnungspreismethoden
4.3.1 Standardmethoden
4.3.2 Gewinnmethoden
4.4 Bandbreiten
5 Analyse der Verrechnungspreismethoden
6 Methodenwahl in der Praxis
7 Zusammenfassung/Fazit
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel zu analysieren, welcher Ansatz – der betriebswirtschaftliche aus Controlling-Sicht oder der steuerrechtliche – die Bestimmung von Verrechnungspreisen innerhalb multinationaler Konzerne maßgeblich beeinflusst. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen den Spagat zwischen interner Leistungssteuerung und steuerlichen Compliance-Anforderungen bewältigen.
3.1 Merkmale und Funktionen von Verrechnungspreisen
Verrechnungspreise werden immer dann gebraucht, wenn in einem Unternehmen eine dezentrale Organisationsstruktur herrscht. Es findet eine „fiktive Übertragung des Marktes auf die Unternehmung“ statt. Die einzelnen Bereichsmanager handeln dabei wie eigenständige Unternehmensleiter. Dadurch können die einzelnen Sektoren ihre Entscheidungen selbst treffen. Das Ziel ist es dabei, die Motivation der einzelnen Mitarbeiter zu steigern, die zur Maximierung des Bereichserfolgs führt. Profit Center wird die Geschäftsbereichsorganisation genannt, bei der die Leiter unabhängig von der Zentrale handeln, wobei sowohl Kosten als auch Erlöse zur Beurteilung des Erfolgs mitberücksichtigt werden. So spielt der Verrechnungspreis eine entscheidende Rolle, wenn es beispielsweise um die Erfolgsermittlung eines verbundenen Unternehmens geht. Im Folgenden sollen die internen Funktionen von Verrechnungspreisen analysiert werden.
Die Erfolgsermittlung stellt eine der wichtigsten Funktionen der Verrechnungspreise dar, wenn „Leistungsverflechtungen“ innerhalb des Konzerns existieren. Die Transaktion zwischen den Unternehmen stellt auf der einen Seite, den Erlös des liefernden, und auf der anderen Seite die Kosten des beziehenden Bereichs dar. Anhand des Preises kann dann der Leiter des Teilbereichs seine Entscheidung treffen, ob die Leistungsbeziehung einen Vorteil bietet. Man spricht von der Erfolgszuweisungsfunktion, wenn der Preis zur Spaltung des Gesamterfolgs dient, um so den Teilerfolg den einzelnen Unternehmen zuordnen zu können. Kostentransparenz und Kostenbewusstsein des Managements wird damit gefördert. Folglich kann die Motivation des Managements zur höheren Effizienz und somit auch zur Erfüllung der Koordinationsfunktion führen, die im nächsten Abschnitt behandelt wird.
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik bei der Bewertung innerbetrieblicher Leistungen und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der Beeinflussung durch Controlling versus Steuerrecht.
2 Begriff des Verrechnungspreises: Definition des Begriffs sowie Abgrenzung zum Transferpreis unter Berücksichtigung internationaler Konzernstrukturen.
3 Verrechnungspreise aus Sicht des Controlling: Analyse der internen Funktionen, insbesondere Erfolgsermittlung und Koordinationsaufgaben in Profit-Center-Strukturen.
4 Auswirkungen des Steuerrechts auf die Ermittlung des Verrechnungspreises: Erläuterung der OECD-Richtlinien, des Fremdvergleichsprinzips und der steuerrechtlich akzeptierten Methoden.
5 Analyse der Verrechnungspreismethoden: Theoretischer Vergleich der betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Verfahren zur Preisfindung.
6 Methodenwahl in der Praxis: Auswertung einer Umfrage zur Anwendung verschiedener Verrechnungspreismethoden in deutschen Großunternehmen.
7 Zusammenfassung/Fazit: Synthese der Ergebnisse mit der Schlussfolgerung, dass steuerrechtliche und betriebswirtschaftliche Ansätze einen komplementären Charakter aufweisen.
Verrechnungspreise, Controlling, Steuerminimierung, Fremdvergleichsprinzip, OECD-Richtlinien, Profit Center, Konzernsteuerplanung, Erfolgsermittlung, Kostenaufschlagsmethode, Koordinationsfunktion, Doppelbesteuerung, Transferpreise, Ressourcenallokation, Steuerliche Compliance, Betriebswirtschaft.
Die Arbeit untersucht die Spannungsfelder und Einflüsse bei der Bestimmung von Verrechnungspreisen in multinationalen Unternehmen, insbesondere das Zusammenspiel zwischen betriebswirtschaftlichen Controlling-Zielen und steuerrechtlichen Vorgaben.
Zentral sind die Funktionen von Verrechnungspreisen (wie Steuerung und Erfolgszuweisung), die steuerlichen Risiken (wie Doppelbesteuerung), die OECD-Methoden sowie deren tatsächliche Anwendung in der Praxis.
Ziel ist es zu ermitteln, ob die Bestimmung von Verrechnungspreisen stärker durch betriebswirtschaftliche Methoden des Controlling oder durch steuerrechtliche Reglementierungen beeinflusst wird.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der relevanten wissenschaftlichen Grundlagen sowie einer Auswertung empirischer Umfragedaten zur Methodenwahl in der Unternehmenspraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Controlling-Funktionen, die Auswirkungen des Steuerrechts auf die Preisfindung, einen theoretischen Methodenvergleich und eine Praxisanalyse mittels Umfragedaten.
Wesentliche Begriffe sind Verrechnungspreise, Fremdvergleichsprinzip, Controlling, Steueroptimierung und OECD-Richtlinien.
Falsch gewählte Preise können zu Konflikten mit Steuerbehörden, Steuernachzahlungen und Reputationsschäden durch negative Medienberichterstattung führen.
Die Analyse zeigt eine Tendenz zur beidseitigen Erfüllung der Funktionen, wobei die Kostenaufschlagsmethode als häufigste Lösung gewählt wird, da sie Vorteile beider Welten vereint.
Verhandelte Preise werden erstaunlich häufig genutzt, obwohl sie nicht immer dem strengen Fremdvergleichsprinzip entsprechen; dies deutet auf einen gewissen Spielraum bei der internen Preisbildung hin.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass betriebswirtschaftliche und steuerrechtliche Ansätze keinen Widerspruch darstellen, sondern sich ergänzen, wobei die Controlling-Methoden oft als Grundlage für steuerkonforme Lösungen dienen.
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