Fachbuch, 2019
78 Seiten
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung der Mietpreispolitik in Deutschland
3 Preisbildung und Preisbindung auf dem Mietwohnungsmarkt
3.1 Mietpreisbildung und ihre Einflussfaktoren
3.2 Mietpreisbindung
4 Darstellung des Mietwohnungsmarktes in Deutschland
4.1 Miete, örtliche Vergleichsmiete und Mietspiegel
4.2 Weitere Mietbegriffe
4.3 Entwicklung der Mietpreise in Deutschland
5 Das Mietrechtsnovellierungsgesetz
5.1 Politische Argumente für die Regulierung des Mietwohnungsmarktes
5.2 Rechtliche Umsetzung des Regulierungsbedarfs im Mietrechtsnovellierungsgesetz
5.3 Ziele und mögliche Folgen des Mietrechtsnovellierungsgesetzes
5.4 Einführung der Mietpreisbremse und Absenkung der Kappungsgrenze in den Bundesländern
6 Wirksamkeit der Mietpreisbremse
6.1 Wohnungsmarktmodell von DiPasquale/Wheaton
6.2 Studie zur Evaluation der Mietpreisbremse
7 Alternativen zur Mietpreisbremse
7.1 Soziale Wohnraumförderung
7.2 Wohngeld
7.3 Förderung der Wohneigentumsbildung
8 Fazit
9 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Eignung und Wirksamkeit der Mietpreisbremse als wohnungspolitisches Instrument in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit die gesetzliche Deckelung der Wiedervermietungsmieten tatsächlich dazu beiträgt, den angespannten Wohnungsmarkt in Ballungszentren zu entlasten und einkommensschwache Haushalte vor Verdrängung zu schützen.
6.1.3 Zusammenfassung
Der Mietwohnungsmarkt besitzt eine polypolistische Struktur und setzt sich aus verschiedenen Teilmärkten zusammen. Der Marktprozess auf dem Mietwohnungsmarkt ist dadurch gekennzeichnet, dass sowohl Angebot als auch Nachfrage kurzfristig preisunelastisch sind. Das Wohnungsangebot kann erst mittel- bis langfristig auf Veränderungen der Mietwohnungsnachfrage reagieren. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass aufgrund der langen Produktionsdauer von Wohnungen eine Angebotserhöhung nur mit zeitlicher Verzögerung möglich ist. Die preisunelastische Reaktion der Wohnungsnachfrage wiederum resultiert daraus, dass Nachfrager auf eine Preisänderung nur durch einen Wohnungswechsel reagieren können, der für sie jedoch mit Transaktionskosten verbunden ist. Darüber hinaus stellen Investitionen in den Mietwohnungsbau eine besonders riskante Kapitalanlage dar. Ursachen hierfür sind die hohen Investitionskosten, die starke Abhängigkeit des Marktwertes einer Mietwohnung von externen Faktoren sowie die langfristige Bindung des investierten Kapitals. Aus diesen Gründen bilden stabile politische Rahmenbedingungen eine wichtige Grundvoraussetzung für Anbieter von Mietwohnungen. Greift nun der Gesetzgeber mittels einer Mietbegrenzung in den Mietwohnungsmarkt ein, führt dies bereits mittelfristig zu einer Verringerung des Wohnungsangebots.
Dieser Effekt tritt ein, weil die Mieten hinter der Marktmiete zurückbleiben und sich dadurch die Renditeaussichten der Anbieter verschlechtern. Einige Wohnungsanbieter werden infolgedessen Neubaupläne nicht weiter verfolgen, Investitionen in die Instandsetzung und Modernisierung von Gebäuden reduzieren und Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandeln. Da die künstlich niedrig gehaltenen Mieten überdies die Wohnungsnachfrage erweitern, droht die Mietbegrenzung im Ergebnis einen Wohnungsengpass hervorzurufen bzw. auszuweiten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Dynamik des deutschen Wohnungsmarktes ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Mietpreisbremse.
2 Historische Entwicklung der Mietpreispolitik in Deutschland: Das Kapitel schildert die Entwicklung der deutschen Wohnungswirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg und beleuchtet die wichtigsten mietpreispolitischen Maßnahmen.
3 Preisbildung und Preisbindung auf dem Mietwohnungsmarkt: Hier werden die ökonomischen Theorien zur Mietpreisbildung sowie die Auswirkungen von staatlichen Mietpreisobergrenzen theoretisch fundiert dargestellt.
4 Darstellung des Mietwohnungsmarktes in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert relevante Fachbegriffe der Wohnungswirtschaft und analysiert die Entwicklung der Nettokaltmieten in deutschen Großstädten.
5 Das Mietrechtsnovellierungsgesetz: Es werden die politischen Argumente, die rechtliche Umsetzung und die Ziele der Mietpreisbremse sowie des Bestellerprinzips detailliert behandelt.
6 Wirksamkeit der Mietpreisbremse: Dieses Kapitel nutzt das DiPasquale/Wheaton-Modell und eine empirische Studie zu Berlin, um die Auswirkungen und die Wirksamkeit der Mietpreisbremse zu evaluieren.
7 Alternativen zur Mietpreisbremse: Hier werden alternative wohnungspolitische Instrumente wie die soziale Wohnraumförderung, das Wohngeld und die Förderung der Wohneigentumsbildung bewertet.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Mietpreisbremse kritisch hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und unbeabsichtigter negativer Folgen.
9 Ausblick: Der Ausblick beleuchtet zukünftige wohnungspolitische Vorhaben, wie sie im Koalitionsvertrag 2018 vereinbart wurden.
Mietpreisbremse, Mietrechtsnovellierungsgesetz, Wohnungsmarkt, Miete, Mietspiegel, Wohnraumknappheit, Wohnungsbau, Soziale Wohnraumförderung, Wohngeld, Wohneigentum, Mietpreisbildung, Immobilienmarkt, Gentrifizierung, Bestellerprinzip, Berlin
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Mietpreisbremse als wohnungspolitisches Instrument in Deutschland und untersucht deren Wirksamkeit bei der Dämpfung von Mietpreisen in angespannten Märkten.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Mietpreisrechts, die ökonomischen Grundlagen von Angebot und Nachfrage am Mietwohnungsmarkt sowie die rechtliche Ausgestaltung und die tatsächliche Wirkung des Mietrechtsnovellierungsgesetzes.
Das Ziel ist es, zu bewerten, ob die Mietpreisbremse tatsächlich geeignet ist, einkommensschwache Haushalte zu schützen, ohne dabei das Wohnungsangebot negativ zu beeinflussen.
Die Arbeit nutzt makroökonomische Wohnungsmarktmodelle (DiPasquale/Wheaton) sowie deskriptive Statistiken und Regressionsanalysen (Difference-in-Differences-Verfahren), um die kausalen Effekte der Mietpreisbremse zu quantifizieren.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Analyse des Wohnungsmarktmodells von DiPasquale/Wheaton und der Evaluation empirischer Daten zur Mietpreisentwicklung in Berlin.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Mietpreisbremse, Mietrechtsnovellierungsgesetz, Wohnungsmarkt, Wohnraumknappheit, Wohnungsbau, Soziale Wohnraumförderung, Wohngeld und Wohneigentumsbildung.
Die Analyse zeigt, dass die Mietpreisbremse vor allem bei kleinen Wohnungen in begehrten Lagen wirkungslos bleibt, da eine hohe Nachfrage durch Studenten, Berufsanfänger und Rentner besteht, die bereit sind, hohe Preise zu zahlen.
Vermieter entziehen ihre Wohnungsangebote zunehmend der Regulierung, indem sie diese möbliert anbieten, da für möblierten Wohnraum andere Regelungen gelten können, was die Wirksamkeit der Mietpreisbremse untergräbt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

