Bachelorarbeit, 2015
37 Seiten
I Einleitung
II Vorbetrachtungen
2.1 Kontextualisierung der Protestbewegung
2.2 Kurze Chronologie der Juniproteste 2013
2.3 Reaktion der Regierung
2.4 Reaktion der FIFA
III Analyse
3.1 Skizzierung der brasilianischen Medienlandschaft
3.2 Probleme der Medienlandschaft
3.3 Charakteristika der Berichterstattung
3.4 Wendepunkt der Berichterstattung
3.5 Verhältnis zwischen Medien und FIFA
3.6 Darstellung der wirtschaftlichen Effekte in den Medien
IV Schlussbetrachtung
V Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Positionierung der traditionellen brasilianischen Massenmedien, insbesondere des Konzerns Organizações Globo und der Zeitung Folha de São Paulo, während der Juniproteste 2013. Ziel ist es, die Medienmanipulation und die tendenziöse Berichterstattung zu analysieren, wobei auch der Aufstieg alternativer Medien wie Mídia Ninja sowie deren Einfluss auf den Wandel der journalistischen Darstellung beleuchtet werden.
3.1 Skizzierung der brasilianischen Medienlandschaft
Paradoxerweise spiegelt sich die extreme ethnische und kulturelle Vielfalt der brasilianischen Bevölkerung nicht in der Medienlandschaft wider. Die Berichterstattung des Landes beschränkt sich auf wenige Familien, die die öffentliche Meinung durch ihre Presseorgane dominieren: Familie Marinho (Organizações Globo), Familie Frias (Grupo Folha) und Familie Mesquita (Grupo Estado). Ferner können in einem weiteren Sinn sieben weitere Familien identifiziert werden, die die Bildung der öffentlichen Meinung entscheidend lenken. Ich werde mich jedoch im Folgenden auf die beiden erst genannten Konzerne beschränken, da das Analysematerial ihren Online-Publikationen entnommen ist.
Organizações Globo dominiert als zweitgrößtes Medienkonglomerat weltweit den Markt. Der TV-Sender TV Globo ist mit einer Einschaltquote von 99,9 % größter Sender des Landes. Da das private Firmenkonglomerat mit Sitz in Rio de Janeiro in öffentlichen Einrichtungen, in der Gastronomie und in Krankenhäusern omnipräsent ist, besitzt es einen immensen Einfluss auf die Bevölkerung. Auf den ersten Blick scheint Globo gar nicht solch eine Monopolstellung zu haben, da es offiziell aus verschiedenen Unternehmen besteht: TV Globo (Rede Globo), Rádio Globo und O Globo im Printbereich. Der Name stammt von der Zeitung O Globo, die 1925 von Irineu Marinho ins Leben gerufen wird. Ab 1965 ist sein Sohn Roberto Marinho an der Spitze des Unternehmens, seit seinem Tod im Jahr 2003 sind es dessen Söhne Roberto Irineu Marinho und João Roberto Marinho. Insbesondere Roberto Marinho ist in der Vergangenheit aufgrund seines politischen Einflusses starker Kritik ausgesetzt (vgl. Spranz 2015).
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der brasilianischen Juniproteste 2013 ein und definiert den Fokus der Arbeit auf die Analyse der medialen Berichterstattung sowie der Rolle der traditionellen Massenmedien.
II Vorbetrachtungen: Dieses Kapitel kontextualisiert die Protestbewegung, beschreibt deren Chronologie sowie die Reaktionen der Regierung Rousseff und der FIFA auf die massiven Demonstrationen.
III Analyse: Der Hauptteil analysiert die Struktur und die Probleme der brasilianischen Medienlandschaft, beleuchtet die Charakteristika der Berichterstattung und untersucht kritisch das Verhältnis zwischen Medien, Sportpolitik und wirtschaftlichen Effekten.
IV Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert das Scheitern der manipulativen Medienstrategien sowie die Bedeutung alternativer Medien für die Demokratisierung der Informationslandschaft.
V Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen und die für die Analyse herangezogenen medialen Dokumente auf.
Juniproteste 2013, Brasilien, Medienlandschaft, Organizações Globo, Folha de São Paulo, Medienkonzentration, Partida de Imprensa Golpista, Mídia Ninja, Digitaler Journalismus, Protestbewegung, FIFA, Sportpolitik, Medienmanipulation, Demokratie, Berichterstattung.
Die Arbeit analysiert kritisch, wie die großen brasilianischen Medienkonzerne über die landesweiten Massenproteste im Juni 2013 berichteten und welche Rolle sie dabei spielten.
Zu den zentralen Themen gehören die Machtkonzentration in der brasilianischen Medienlandschaft, das Verhältnis zwischen Medien und Politik, die Rolle der FIFA sowie der Aufstieg digitaler, alternativer Medien.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Tendenzen der Medienmanipulation und die spezifische Positionierung von Medien wie Globo und Folha de São Paulo während der Unruhen offenzulegen.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Online-Pressestimmen und Videobeiträgen, ergänzt durch eine Auswertung wissenschaftlicher Publikationen zu Medienstrukturen und den soziopolitischen Hintergründen der Proteste.
Im Hauptteil wird die Medienlandschaft Brasiliens skizziert, der Einfluss der Korruptionsproblematik thematisiert und der deutliche Wandel in der Berichterstattung durch das Eingreifen alternativer Medien und Journalisten aufgezeigt.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Medienkonzentration, Partida de Imprensa Golpista, Mídia Ninja, Protestbewegung und Sportpolitisierung.
Der Begriff, der "Partei der Presseputschisten" bedeutet, beschreibt die kritische Wahrnehmung der extremen Medienkonzentration und der vermeintlich voreingenommenen, konservativen Agenda der großen Medienkonzerne.
Nachdem an diesem Tag Journalisten durch die Polizei verletzt wurden, änderte sich die Berichterstattung der großen Zeitungen merklich, da nun die Pressefreiheit der eigenen Akteure direkt bedroht war.
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