Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 2.3
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
3. Zusammenhang zwischen Sklavenhandel und Einkommen
3.1 Historische Beweise
3.2 Methode der kleinsten Quadrate
3.3 Instrumentvariable Methode
4. Mögliche kausale Wirkungsmechanismen
4.1 Entstehung von Misstrauen
4.1.1 Empirische Untersuchung
4.1.2 Kausalitätsüberprüfung
4.2 Die Rolle der ethnischen Zersplitterung
4.3 Auswirkung auf die Rechtsstaatlichkeit
5. Spezifischer Effekt der geographischen Gegebenheiten in Afrika
5.1 Robustheitsanalysen
5.2 Rolle des Sklavenhandels in dem Schroffheitsparadox
5.3 Ökonomische Interpretation des Schroffheitseffekts
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die langfristigen wirtschaftlichen Folgen des transatlantischen Sklavenhandels auf den afrikanischen Kontinent. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, durch welche kausalen Wirkungsmechanismen der Sklavenhandel die heutige ökonomische Unterentwicklung in Afrika maßgeblich erklärt.
4.1 Entstehung von Misstrauen
Die weitere Analyse beschäftigt sich mit den möglichen Gründen der Unterentwicklung Afrikas. Zunächst wird das Papier von Nunn und Wantchekon „The Slave Trade and the Origins of Mistrust in Africa“ behandelt. Die Autoren untersuchen, ob der Sklavenhandel einen langfristigen kausalen Effekt auf das Vertrauen der Menschen in den betroffenen Regionen hat. Die empirische Strategie der Forschung fokussiert sich auf die Veränderung der kulturellen Normen und die langfristige Verschlechterung der Institutionen durch den Sklavenhandel. Daraus folgt die Schlussforderung, dass das Misstrauen schlecht für die ökonomische Entwicklung des Landes ist. Die Ergebnisse ergänzen die Resultate von anderen Forschungen, die die Wichtigkeit des Vertrauens für die wirtschaftliche Entwichlung (Knack und Keefer, 1997; Fafchamps, 2006), als auch für den internationalen Handel (Greif, 1989) und für die politische Institutionen (Putnam, 2000) beweisen.
Zum Beginn des transatlantischen Sklavenhandels ist die Gefahr durch Personen außerhalb der lokalen Gemeinschaft enstanden. Die Menschen wurden durch Kriege und Entführungen zwischen den verschiedenen Gemeinden versklavt. Die Sicherheit der eigenen Gemeinschaften ist aber mit der Zeit verschwunden. Eine spezifische Eigenschaft des transatlantischen Sklavenhandels war, dass Individuen sich gegeneinander wenden konnten, um der eigenen Versklavung zu entgehen. Die Bedrohung kam nicht mehr nur von außen, sondern entstand auch innerhald der lokalen Gemeinschaften. Das führte zu größerer Unsicherheit und mehr Exporten von Sklaven. Außerdem hatten die Händler Interesse für eine instabile Umgebung und verursachten verschiedene internen Konflikte, damit sie mehr Menschen versklaven konnten (Barry, 1992; Inikori, 2003; Klein, 2003). Mit der Verbreitung des Sklavenhandels vermehrten sich auch die möglichen Mechanismen zur Versklavung.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der wirtschaftlichen Unterentwicklung Afrikas ein und stellt den transatlantischen Sklavenhandel als zentralen historischen Erklärungsfaktor vor.
2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel skizziert den atlantischen Dreieckshandel und verdeutlicht dessen demografische und soziale Auswirkungen auf den Kontinent zwischen 1400 und 1900.
3. Zusammenhang zwischen Sklavenhandel und Einkommen: Das Kapitel belegt mittels OLS- und Instrumentvariablen-Methoden einen negativen Zusammenhang zwischen der Anzahl der exportierten Sklaven und dem heutigen BIP pro Kopf.
4. Mögliche kausale Wirkungsmechanismen: Hier werden die Kanäle Vertrauen, ethnische Zersplitterung und Rechtsstaatlichkeit analysiert, über die der Sklavenhandel die heutige Wirtschaftsleistung beeinflusst.
5. Spezifischer Effekt der geographischen Gegebenheiten in Afrika: Dieses Kapitel diskutiert das "Schroffheitsparadoxon", bei dem schwieriges Gelände in Afrika durch Schutz vor Sklavenhandel einen indirekten positiven ökonomischen Effekt entfaltet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Sklavenhandel durch interne und externe Faktoren eine langfristig schwächere Basis für die ökonomische Entwicklung Afrikas geschaffen hat.
Sklavenhandel, Afrika, ökonomische Entwicklung, BIP pro Kopf, Institutionen, Misstrauen, ethnische Zersplitterung, Rechtsstaatlichkeit, Schroffheit, Geographie, transatlantischer Sklavenhandel, Instrumentvariable, kulturelle Normen, Kolonialgeschichte
Die Arbeit untersucht die langfristigen Auswirkungen des historischen transatlantischen Sklavenhandels auf die heutige ökonomische Performance afrikanischer Staaten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Korrelation zwischen Sklavenhandel und Einkommen, der Veränderung gesellschaftlicher Vertrauensstrukturen, ethnischen Konflikten und der Qualität staatlicher Institutionen.
Ziel ist es, die kausalen Wirkungsmechanismen zu identifizieren, durch die der Sklavenhandel die heutige Unterentwicklung auf dem afrikanischen Kontinent maßgeblich mitverursacht hat.
Die Arbeit nutzt hauptsächlich ökonometrische Analysen, insbesondere OLS-Regressionen und Instrumentvariablen-Methoden, um historische Daten mit aktuellen ökonomischen Indikatoren in Beziehung zu setzen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die empirische Überprüfung des Einkommenszusammenhangs, eine Untersuchung kausaler Kanäle wie Misstrauen und Rechtsstaatlichkeit sowie eine geographische Analyse der Geländebeschaffenheit.
Zentrale Begriffe sind Sklavenhandel, wirtschaftliche Entwicklung, Misstrauen, Institutionenqualität und Schroffheit als geographischer Faktor.
Das Paradoxon beschreibt, dass in Afrika ein eigentlich ökonomisch nachteiliges, schroffes Gelände vor dem Sklavenhandel schützte und somit zu einem indirekten, langfristig positiven ökonomischen Effekt führte.
Die Forschung zeigt, dass der Sklavenhandel durch Verrat und Entführungen kulturelle Normen so veränderte, dass langfristig ein höheres Misstrauen gegenüber anderen Menschen und Institutionen in den betroffenen Regionen entstand.
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