Bachelorarbeit, 2018
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Lesen in der Kindheit
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Lesen
2.1.2 Außerschulisches Lesen
2.1.3 Kinder- und Jugendliteratur
2.2 Außerschulisches Lesen als Bildungsfaktor
2.3 Kurzer Einblick in die Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur
3. Theoretische Fundierung
3.1 Das Habituskonzept nach Bourdieu
3.2 Die Kapitalien nach Bourdieu
3.3 Das Modell der Klassenlage nach Bourdieu
4. 1980-1989
4.1 Kindliche Lebenswelten – Ein Rückblick
4.2 Studienergebnisse zum kindlichen Leseverhalten in den 1980ern
5. 2010-2017
5.1 Kindliche Lebenswelten in diesem Jahrzehnt
5.2 Studienergebnisse zum kindlichen Leseverhalten in den 2010ern
6. Gegenüberstellung 1980er und 2010er
6.1 Gemeinsamkeiten
6.2 Unterschiede
6.3 Beantwortung der Forschungsfrage
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des außerschulischen Leseverhaltens von Kindern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren im deutschsprachigen Raum durch einen Generationenvergleich zwischen den 1980er Jahren und dem Zeitraum 2010 bis 2017. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu identifizieren und die maßgeblichen Einflussfaktoren auf das Leseverhalten der jeweiligen Generation zu bestimmen.
3.1 Das Habituskonzept nach Bourdieu
Will man das Konzept des Habitus nach Bourdieu verstehen, darf man es nicht isoliert von anderen wichtigen Strukturkategorien der Soziologie, nämlich von Klasse, Geschlecht und sozialem Feld, betrachten (Krais & Gebauer, 2017, S.31). Die Kategorie der sozialen Klasse umfasst dabei jegliche vertikalen sozialen Ungleichheiten wie z.B. die Verteilung des Vermögens auf die gesamte Bevölkerung. Mit der Kategorie des Geschlechts wird die in der Gesellschaft übliche Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau angesprochen. Durch die Unterscheidung differenter sozialer Felder verweist die Soziologie auf die funktional differenzierte, arbeitsteilige Aufteilung der modernen Gesellschaft (Krais & Gebauer, 2017, S.35). Daher werden die folgenden Erläuterungen zum Habitus als soziale Seinsweise, als „verinnerlichte, inkorporierte Geschichte“ (Krais & Gebauer, 2017, S.6) in diesen Kontext eingebettet vorgenommen.
Der Begriff des Habitus wird bei Bourdieu „als System von Dispositionen, die im Alltagsleben als Denk-, Wahrnehmungs- und Beurteilungsschemata fungieren“ (Müller, 2016, S.38) definiert. Gleiche Dispositionen können dabei bedingt durch die soziale Situation und den sozialen Kontext zu verschiedenen Handlungsweisen führen. Das bedeutet, dass Menschen sich trotz ähnlicher kognitiver, genetischer oder psychischer Grundvoraussetzungen wie bestimmter Begabungen und persönlicher Stärken bzw. Schwächen bedingt durch äußere Einflüsse unterschiedlich entwickeln.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema des Wandels im Leseverhalten von Kindern und Präsentation der Forschungsfrage sowie der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
2. Lesen in der Kindheit: Definition zentraler Begriffe wie Lesen und Kinderliteratur sowie Einordnung des außerschulischen Lesens als Bildungsfaktor.
3. Theoretische Fundierung: Erläuterung der soziologischen Grundlagen durch Bourdieus Konzepte von Habitus, Kapitalarten und Klassenlage zur Erklärung von Leseverhalten.
4. 1980-1989: Analyse der kindlichen Lebenswelten und Studienergebnisse zum Leseverhalten in den 1980er Jahren unter Berücksichtigung der damaligen Medienlandschaft.
5. 2010-2017: Untersuchung der kindlichen Lebenswelten und Lesegewohnheiten in der Gegenwart unter Einbeziehung aktueller Studien.
6. Gegenüberstellung 1980er und 2010er: Direkter Vergleich der beiden Generationen zur Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Beantwortung der Forschungsfrage.
7. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse, kritische Einordnung der Arbeit und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Leseverhalten, Kindheit, Lesesozialisation, Generationenvergleich, Bourdieu, Habitus, Medienlandschaft, Kinder- und Jugendliteratur, Bildungsfaktor, Freizeitgestaltung, 1980er, 2010er, Medienkompetenz, Schichtzugehörigkeit, Lesemotivation.
Die Arbeit analysiert den Wandel im Leseverhalten von Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren durch einen Vergleich zwischen den 1980er Jahren und dem Zeitraum 2010 bis 2017.
Die zentralen Themen umfassen Lesesozialisation, den Einfluss familiärer Bildungsressourcen, die Rolle der Medien in der Freizeit sowie die Anwendung soziologischer Theorien von Pierre Bourdieu auf das kindliche Leseverhalten.
Die zentrale Frage lautet: Welche Faktoren beeinflussen das außerschulische Leseverhalten von 6- bis 13-Jährigen in den 1980ern und in den 2010ern?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse und dem Vergleich wissenschaftlicher Studien und Literatur aus den jeweiligen Zeitabschnitten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Untersuchung der Lebenswelten und Studienergebnisse beider Jahrzehnte sowie deren direkte Gegenüberstellung.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Leseverhalten, Lesesozialisation, Medienlandschaft, Bourdieu, Bildungsfaktor und Generationenvergleich.
Während in den 1980ern das Fernsehen als primärer Medienkonkurrent auftrat, zeichnet sich die heutige Zeit durch eine hohe digitale Medienvielfalt aus, die das Buch in der Gunst der Kinder weiter zurückdrängt.
Ja, laut der Analyse korrelieren das kulturelle Kapital und der Bildungsgrad der Eltern weiterhin stark mit dem Leseverhalten der Kinder, was die Theorie Bourdieus zur Reproduktion sozialer Ungleichheit bestätigt.
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