Bachelorarbeit, 2018
52 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Das Stillleben
2.1 Definition, Entwicklungsgeschichte und Artenvielfalt
2.2 Reputation damals und heute
2.3 Bildbeschreibung und Analyse von Stillleben aus der flämischen Tradition: Willem Kalf, Stilleben mit Nautiluspokal und Porzellandose, Öl auf Leinwand, 1662
2.4 Bildbeschreibung und Analyse von Stillleben nach der Digitalisierung: Arvida Byström, Personal Project, 2016
3 Kalfs Stillleben versus Byströms Stillleben
4 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Gattung Stillleben vom 17. Jahrhundert bis zur digitalen Gegenwart. Dabei wird analysiert, wie sich formale und inhaltliche Aspekte sowie die Symbolik im Stillleben durch den Übergang von klassischer Ölmalerei zur zeitgenössischen Fotografie verändert haben, wobei insbesondere die Rolle des weiblichen Blicks und die Auswirkungen der Digitalisierung im Fokus stehen.
2.3 Bildbeschreibung und Analyse von Stillleben aus der flämischen Tradition: Willem Kalf, Stilleben mit Nautiluspokal und Porzellandose, Öl auf Leinwand, 1662
Willem Kalf (1619-1693), gebürtig aus Rotterdam, gilt zumindest in Kennerkreisen als einer der wichtigsten Stilllebenmaler des holländischen Goldenen Zeitalters. Seine Bekanntheit verdankt er seinen sublimen Prunkstillleben, die er in seiner Amsterdamer Periode ab 1635 malte. Diese strotzen, wie der Name schon sagt, von prunkvoll funkelnden, wertvollen Luxusgegenständen, die meist auf einer Tischplatte erhaben drapiert sind. So auch in Willem Kalfs „Stilleben mit Nautiluspokal und Porzellandose“ von 1662 (Abb. 1), wo sogar die Tischplatte aus Marmor ist, was dem holländischen pronk entspricht. Auf ihr liegt ein scheinbar locker zusammengeschobener Teppich, deren Verlauf in der rechten Bildhälfte vom Bildrand abgeschnitten wird. Obenauf ist ein funkelnder Silberteller platziert, dessen Rand über die Tischkante und einige Fransen des schweren Teppichs bis fast in den Betrachterraum reicht. Im mittleren und oberen Bildrand erblicken wir mehrere exquisite, seltene Kostbarkeiten, die hauptsächlich durch ihr Funkeln und Blitzen im Licht, das der Künstler von oben links einfallen lässt, sichtbar werden. Darunter ist eine Porzellandose mit Deckel, die auf der Silberschale steht, rechts dahinter ein goldener Nautiluspokal und in einer weiteren Ebene dahinter zentral ein hohes Glas mit roter Flüssigkeit darin. Diese kostbaren Begehrlichkeiten sind annähernd in einer Dreieckskomposition angeordnet und den Objekten zuzuordnen, die von Menschenhand geschaffen wurden.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur formalen und inhaltlichen Veränderung des Stilllebens durch die Digitalisierung vor und führt die Vergleichswerke von Willem Kalf und Arvida Byström ein.
2 Das Stillleben: Dieses Kapitel widmet sich der Definition, der historischen Entwicklung und der Bedeutung der Gattung Stillleben sowie der detaillierten Analyse der zwei gewählten Fallbeispiele.
3 Kalfs Stillleben versus Byströms Stillleben: In diesem Teil werden die beiden Künstler und ihre Werke kontrastierend gegenübergestellt, um Unterschiede in der Geschlechtercodierung und in der Wirkung des Lichts und der Wahrnehmung aufzuzeigen.
4 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert den Mentalitätswandel und bestätigt die These, dass das Stillleben als Medium für die kritische Reflexion gesellschaftlicher Verhältnisse fungiert.
Stillleben, Willem Kalf, Arvida Byström, Digitalisierung, Metapikturalität, Vanitas, Geschlechterrollen, Female Gaze, Konsumkultur, Fotografie, Symbolik, Bildanalyse, Smartphone, Realismus, Kunstgeschichte.
Die Arbeit analysiert den historischen und inhaltlichen Wandel der Gattung Stillleben, vom flämischen Prunkstillleben des 17. Jahrhunderts bis zur heutigen Stillleben-Fotografie im digitalen Zeitalter.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Bildsprache, die Symbolik von Alltagsgegenständen, der Einfluss der Digitalisierung auf die Kunst sowie die feministische Auseinandersetzung mit dem sogenannten männlichen versus weiblichen Blick.
Das Ziel ist es, den inhaltlichen Wandel des Stilllebens zu erarbeiten und aufzuzeigen, wie Künstlerin Arvida Byström durch ihre moderne Bildsprache patriarchale Bildstrategien kritisiert und subvertiert.
Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, basierend auf ikonographischen und ikonologischen Ansätzen, sowie bildtheoretische Diskurse, um die Symbolik und den Kontext der untersuchten Werke zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs Stillleben, eine detaillierte Bildbeschreibung und Analyse der Werke von Willem Kalf und Arvida Byström sowie einen direkten Vergleich dieser beiden Positionen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Stillleben, Vanitas, Metapikturalität, Digitalisierung, Female Gaze, Symbolik und Konsumkritik.
Das Smartphone fungiert als zentrales, leuchtendes Objekt, das einerseits die heutige digitale Lebenswelt und Technik repräsentiert und andererseits durch seine Kamera die Spiegelung des Betrachters und damit die Rückgabe des Blicks ermöglicht.
Der "weibliche Blick" wird als Reaktion auf die traditionell männlich dominierte Kunstgeschichte eingeführt, um zu verdeutlichen, wie zeitgenössische Künstlerinnen wie Byström eigene Wirklichkeiten abseits von Objektivierung und Fremdbestimmung inszenieren.
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