Masterarbeit, 2018
65 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Methodische Herangehensweise
3. Was ist ein Tier?
3.1 Bestimmung des Tierbegriffs
3.2 Kategorisierungen von Tieren
3.3 Mensch-Tier-Beziehungen
4. Tiere in den Geistes- und Sozialwissenschaften
4.1 Die Anthropologische Differenz „im Wanken“
4.1.1 Sprache und Kommunikation
4.1.2 „Geist“ bei Tieren
4.1.3 Emotionen, Empathie und Moral
4.1.4 Kultur bei Tieren
4.2 Tiere in der Anthropologie
4.3 Methodische Herausforderungen und Chancen
5. Tierbilder in ausgewählten Populärmedien
5.1 Tiere im 20. Jahrhundert
5.1.1 Theodor Zell: Ist das Tier unvernünftig?
5.1.2 Bastian Schmid: Was kennzeichnet die Tierseele?
5.1.3 Vitus B. Dröscher: Wie menschlich sind Tiere?
5.2 Peter Wohlleben: Tiere als Personen
5.3 Gegenüberstellung und Analyse der Tierbilder
5.4. Einordnung in den theoretischen Kontext
6. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Tierbild in populärwissenschaftlicher Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, um zu prüfen, ob der Ansatz von Peter Wohlleben eine grundlegend neue Perspektive im Vergleich zu älteren Werken darstellt und wie sich diese Tierbilder in den anthropologischen Diskurs einordnen lassen.
Die Anthropologische Differenz „im Wanken“
Die strikte Trennung zwischen Mensch und Tier, die charakteristisch für das westliche Denken ist, wird als „Anthropologische Differenz“ bezeichnet. Diese grundlegende Unterscheidung von menschlichem und tierischem Bereich beschreibt Borgards folgendermaßen: „In dieser Perspektive hat der Mensch etwas, das den Tieren fehlt, insbesondere Vernunft und Sprache, und daraus abgeleitet dann auch Moral, Kultur, Recht, Politik, Bildung, Geschichte, Institutionen, Gesellschaft, Schrift, Werkzeug, Technik und Kunst […].“ (Borgards 2016, 1)
Bei der Anthropologischen Differenz wird somit eins bzw. werden mehrere Merkmale als einzigartig für den Menschen erklärt und ihm dadurch eine Sonderstellung zugeschrieben. Dadurch stellt er sich über das Tier und es wird ein hierarchisches Mensch-Tier-Verhältnis geschaffen. Borgards weist darauf hin, dass zu diesen ebengenannten Alleinstellungsmerkmalen des Menschen genau die Bereiche gehören, mit denen sich die Geisteswissenschaften befassen und folgert daraus, dass sie sich auf Basis dieser Differenz nicht mit dem Tier als eigenständige Größe beschäftigen, sondern es immer nur als Beiwerk des Menschen betrachten könne (vgl. ebd.). Mit der Mensch-Tier-Dichotomie ist gleichzeitig eine Kultur-Natur-Dichotomie verbunden, sodass das menschliche Handeln und Schaffen dem tierischen Verhalten gegenübersteht.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Allgegenwart von Tieren in unserem Alltag ein und problematisiert das unausgewogene Verhältnis zwischen Mensch und Tier, insbesondere im Kontext aktueller populärwissenschaftlicher Bestseller.
2. Methodische Herangehensweise: Dieses Kapitel erläutert die Gestaltung der Arbeit als Literaturarbeit und begründet die Auswahl der primär untersuchten Sachbücher aus dem 20. und 21. Jahrhundert.
3. Was ist ein Tier?: Hier wird die anthropozentrische Einteilung von Tieren anhand von Funktionen sowie die Bedeutung der sozialen Konstruktion der Kategorien „Mensch“ und „Tier“ diskutiert.
4. Tiere in den Geistes- und Sozialwissenschaften: Das Kapitel befasst sich mit der Anthropologischen Differenz, der Rolle von Tieren in der Anthropologie sowie den methodischen Herausforderungen der interdisziplinären Tierforschung.
5. Tierbilder in ausgewählten Populärmedien: Dieser Hauptteil analysiert die Tierdarstellungen in Werken von Zell, Schmid, Dröscher und Wohlleben und stellt diese in einen theoretischen Kontext.
6. Schlussbemerkungen: Die Arbeit resümiert, dass Wohllebens Tierbild das Verhältnis von Mensch und Tier neu bewertet, indem es die strikte anthropozentrische Differenz zugunsten gemeinsamer biologischer und emotionaler Grundlagen aufbricht.
Mensch-Tier-Beziehung, Anthropologie, Anthropologische Differenz, Tierbild, Populärwissenschaft, Anthropomorphismus, Human-Animal-Studies, Tierseele, Kognition, Emotionen, Ethik, Soziale Konstruktion, Verhaltensforschung, Kultur, Tierhaltung.
Die Arbeit analysiert, wie sich das Verständnis und die Darstellung von Tieren in populären Sachbüchern über den Zeitraum von über hundert Jahren gewandelt haben.
Zentrale Themen sind die Mensch-Tier-Beziehung, das Konzept der Anthropologischen Differenz, wissenschaftliche Tierethik sowie die Frage nach Intelligenz, Bewusstsein und Gefühlen bei Tieren.
Ziel ist es zu untersuchen, ob Peter Wohllebens „Das Seelenleben der Tiere“ eine neue Perspektive auf das Tier bietet, die sich von den Darstellungen des 20. Jahrhunderts unterscheidet.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturarbeit, die anthropologische und kulturwissenschaftliche Theorien mit der Analyse von vier populären Sachbüchern verknüpft.
Im Hauptteil werden die Tierdarstellungen bei Theodor Zell, Bastian Schmid, Vitus B. Dröscher und Peter Wohlleben herausgearbeitet und in ihrem jeweiligen historischen sowie theoretischen Kontext analysiert.
Wichtige Begriffe sind Mensch-Tier-Beziehung, Anthropologie, Anthropologische Differenz, Tierbild, Anthropomorphismus und Human-Animal-Studies.
Während die Autoren des 20. Jahrhunderts meist strikte Unterschiede zwischen Mensch und Tier betonten, hebt Wohlleben die biologischen und emotionalen Gemeinsamkeiten hervor und stellt die Sonderstellung des Menschen infrage.
Er ist ein Streitpunkt in der Wissenschaft: Während er oft als unzulässige Vermenschlichung kritisiert wird, plädieren moderne Ansätze für einen „kritischen“ Anthropomorphismus als Methode, um sich der Innenwelt von Tieren anzunähern.
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