Bachelorarbeit, 2016
79 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Das SGB II – Entstehung, Ziele und Grundlagen
2.1 Von der aktiven zu einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik
2.2 Die Zielsetzung des SGB II
2.3 Das Solidarprinzip im SGB II
2.4 Eigenverantwortung und Aktivierung im SGB II
2.5 Grundsatz des Forderns und Förderns
2.5.1 Der Grundsatz des Forderns
2.5.2 Der Grundsatz des Förderns
2.5.3 Kritik am Grundsatz des Forderns und Förderns
3 Motivation und Anreize in der Psychologie
3.1 Die Motivationspsychologie
3.1.1 Die Verhaltensausrichtung
3.1.2 Die Persistenz (Ausdauer)
3.1.3 Verhaltensintensität
3.2 Die Motivation
3.2.1 Die Selbstbestimmungstheorie
3.2.1.1 Die kognitive Bewertungstheorie
3.2.1.2 Die Theorie der Basisbedürfnisse
3.3 Anreize und Anreiztheorien
3.3.1 Das Konzept des Anreizes
4 Motivation und Anreize im SGB II
4.1 Die Anreize im SGB II
4.1.1 Das Solidarprinzip
4.1.2 Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes
4.1.3 Leistungen zur Eingliederung
4.1.4 Die Sanktionen
4.1.4.1 Pflichtverletzungen nach § 31 SGB II
4.1.4.2 Rechtsfolgen bei Pflichtverletzungen nach § 31a SGB II
4.1.4.3 Mögliche Anreize
4.2 Die Motivation im SGB II
4.2.1 Die Arbeitsmotivation von eLb
4.2.2 Motivationstheoretische Ansätze im Sanktionskontext
5 Die Kundenbefragung
5.1 Die Erhebungsmethode
5.2 Die Fragebogengestaltung
5.3 Die Aufbereitung der Daten und die Auswertungsmethode
5.4 Auswertung
5.4.1 Die Zielgruppenmerkmale im Überblick
5.4.2 Anreize für Maßnahmeteilnahme
5.4.3 Sanktionen
5.4.4 Der Perspektivenwechsel
5.5 Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse
6 Mögliche Handlungsoptionen
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anreizstrukturen im Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) und analysiert deren Auswirkungen auf die Arbeitsmotivation erwerbsfähiger Leistungsberechtigter. Ziel ist es, sowohl beabsichtigte als auch unbeabsichtigte Effekte der gesetzlichen Instrumente aufzuzeigen und durch eine empirische Kundenbefragung Erkenntnisse über die tatsächlichen Beweggründe der Betroffenen zu gewinnen.
Die Motivationspsychologie
Die Motivationspsychologie ist eine psychologische Grundlagendisziplin, welche sich mit dem zielgerichteten Verhalten von Menschen beschäftigt. Sie versucht die Aktivitäten, welche erkennen lassen, dass ein bestimmtes Ziel verfolgt wird, anhand deren „Wozu“ und „Wie“ zu erklären. Es werden Ausrichtung, Ausdauer und Intensität des Zielstrebens analysiert. Diese drei Aspekte zielgerichteten Verhaltens sind in verschiedenen Lebensbereichen von Bedeutung. Aus diesem Grund nutzen anwendungsorientierte Disziplinen der Psychologie, wie z. B. die Organisationspsychologie und die pädagogische Psychologie, zur Theoriebildung oft motivationspsychologische Konzepte, woraus verschiedene praktische Interventionen für bspw. Industriebetriebe und Schulen entwickelt wurden.
Neben den drei o. g. Beschreibungsmerkmalen für zielgerichtetes Verhalten gehören aber auch kognitive (z. B. Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse) und affektive Prozesse (z. B. das subjektive Wohlbefinden) zum Themengebiet der Motivationspsychologie, da diese Prozesse ebenfalls eng mit Fragen der Motivation verbunden sind.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Debatte um Arbeitslose und Hartz IV, führt in die Problematik der Motivation und Anreize im SGB II ein und erläutert den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
2 Das SGB II – Entstehung, Ziele und Grundlagen: Dieses Kapitel beschreibt den Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik, die Entstehung des SGB II sowie dessen zentrale Prinzipien wie das Solidarprinzip und das Fordern und Fördern.
3 Motivation und Anreize in der Psychologie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie erarbeitet, einschließlich der Verhaltensausrichtung, der Selbstbestimmungstheorie sowie verschiedener Anreiztheorien.
4 Motivation und Anreize im SGB II: Dieses Kapitel überträgt die psychologischen Theorien auf das SGB II, analysiert "verborgene" Anreize und untersucht die Wirkung von Sanktionen sowie die Arbeitsmotivation von Leistungsberechtigten.
5 Die Kundenbefragung: Hier werden Methodik und Ergebnisse der empirischen Befragung von Kunden des Kommunalen Jobcenters Hersfeld-Rotenburg vorgestellt, um praktische Einblicke in die Perspektive der Betroffenen zu gewinnen.
6 Mögliche Handlungsoptionen: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Reformansätze und Interventionen, um die Anreizstruktur des SGB II zielgerichteter und wirksamer zu gestalten.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, bei der Gestaltung von Maßnahmen stärker auf individuelle Bedarfe und Lebenslagen der Leistungsberechtigten einzugehen.
Anreize, Motivation, SGB II, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, Sanktionen, Solidarprinzip, Eigenverantwortung, Arbeitsmarktpolitik, Kundenbefragung, Leistungsminderung, Arbeitsmotivation, Eingliederung, Sozialwesen, Fordern und Fördern
Die Arbeit analysiert die Anreizstruktur innerhalb des SGB II und deren psychologische Wirkung auf die Leistungsberechtigten, um zu verstehen, wie Motivation in der Grundsicherung entsteht oder gehemmt wird.
Die Schwerpunkte liegen auf der Motivationspsychologie, der gesetzlichen Ausgestaltung des "Forderns und Förderns" im SGB II, der Rolle von Sanktionen und der empirischen Untersuchung der Sichtweisen von Langzeitarbeitslosen.
Ziel ist es, die Wirkungsweise gesetzlicher Anreize zu durchleuchten und aufzuzeigen, an welchen Stellen diese Anreize kontraproduktiv wirken oder durch ein besseres Verständnis der Kundenbedarfe optimiert werden könnten.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus einer fundierten Literaturanalyse und einer teilstrukturierten, empirischen Kundenbefragung (Mixed-Methods-Ansatz) bei Kunden des Kommunalen Jobcenters Hersfeld-Rotenburg.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung von Motivationskonzepten, eine Analyse der Strukturen des SGB II, die Übertragung der Theorie auf das Gesetz sowie die detaillierte Auswertung der eigenen Befragungsergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Anreizstrukturen, SGB II, Sanktionspolitik, Eigenverantwortung, Arbeitsmotivation, Fördern und Fordern, Solidarprinzip und die Perspektive der Leistungsberechtigten.
Überraschend zeigt die Umfrage, dass eine Mehrheit der Befragten Sanktionen grundsätzlich als geeignetes Mittel betrachtet, wenngleich sie Kritik an der Härte der 100-Prozent-Kürzungen üben und alternative Ansätze wie Verwarnungen bevorzugen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Gruppe der SGB-II-Leistungsbezieher keineswegs homogen ist. Sie umfasst Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Qualifikationen und Hemmnissen, weshalb pauschale Anreize nicht bei allen Betroffenen die gleiche Wirkung erzielen.
Sie plädiert für einen "Perspektivwechsel" hin zum Befähigungskonzept, bei dem die individuelle Beratung, Wertschätzung und die Orientierung an den konkreten Lebenslagen der Menschen stärker in den Vordergrund rücken als der reine Sanktionsdruck.
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