Bachelorarbeit, 2018
63 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Entwicklung der Sprachenvielfalt
1.1 Vorkoloniale Sprachsituation
1.2 Situation der Sprache im kolonialen Algerien
1.3 Arabisierung nach der Unabhängigkeit
2. Mehrsprachigkeit im Alltag
2.1 Probleme und Konsequenzen der Arabisierung
2.2 Digitale Medien
2.3 Presse
2.4 Musik
2.5 Schilderung verschiedener Situationen im studentischen Alltag unter dem Aspekt der Mehrsprachigkeit – Beobachtungen
2.5.1 Mehrsprachigkeit im häuslichen Umfeld
2.5.2 Mehrsprachigkeit im städtischen Umfeld
2.5.3 Mehrsprachigkeit in Universität und Bibliothek
2.5.4 Mehrsprachigkeit in der Freizeit
2.5.5 Mehrsprachigkeit in Behörden
2.5.6 Mehrsprachigkeit in der Mediennutzung
3. Analyse der aktuellen Sprachsituation der Studenten am Beispiel der Universität Sétif
3.1 Zur sprachlichen Situation in Sétif
3.2 Die Unterrichtssprache an der Universität
3.3 Umfrage unter Studenten zu deren sprachlichen Situation
3.4 Auswertung der Umfrageergebnisse
3.4.1 Muttersprache und Denksprache
3.4.2 Unterrichtssprache von der Grundschule bis zum Lycée
3.4.3 Unterrichtssprache an den Universitäten in Sétif
3.4.4 Fragen zur Mediennutzung
3.4.5 Sprache in Gesprächssituationen
3.4.6 Gewünschte Unterrichtssprache
3.4.7 Literaturverständnis auf Arabisch
3.4.8 Fragen zur Sprachpolitik
Zusammenfassung
1. Aussagekraft der Untersuchung
2. Fortschritt der Arabisierung
3. Fazit
Die Arbeit untersucht die komplexe sprachliche Situation in Algerien mit einem spezifischen Fokus auf die Stadt Sétif. Ziel ist es, den Fortschritt des seit 1990 andauernden Arabisierungsprozesses im Hochschulwesen zu analysieren und zu bewerten, inwiefern die angestrebte Etablierung des Hocharabischen als primäre Bildungs- und Amtssprache im akademischen Alltag von Studenten realisiert wurde.
1.2 Situation der Sprache im kolonialen Algerien
Die Besetzung Algeriens durch Frankreich verletzte zum einen die religiöse Identität Algeriens zutiefst, indem die Ausübung des dort zuvor ausgelebten Islams beschränkt wurde. Dies führte im Jahre 1832 zum ersten Höhepunkt, als die „Katchaoua-Moschee“ zur „Kathédrale von Algier“ umfunktioniert wurde. Bereits 1848 wurde Algerien ein Teil Frankreichs, nachdem es brutal von Frankreich eingenommen worden war und die Bevölkerungszahl sich dadurch deutlich dezimierte. Daraufhin begannen Europäer sich in Algerien anzusiedeln. Doch nicht nur dieser Aspekt wurde den Algeriern aufgebürdet, sondern auch sprachlich änderte sich durch die Kolonisierung Algeriens vieles. Ein Land lebt von seiner Sprache, von der dadurch entstehenden Mimik und Gestik, die die Emotionen im Inneren des Menschen zum Ausdruck bringt. Nachdem jedoch Frankreich den Lebensstandard und die arabisch-islamischen Werte zum Sinken gebracht hatte, begannen auch die Veränderungen in der Bildungspolitik. Sie wurde von Grund auf kolonisiert. Knapp 100 Jahre später (1938) brachte es die französische Kolonialherrschaft so weit, dass die arabische Sprache den Status einer Fremdsprache erhielt. Zum größten Teil lernt ein Mensch in Bildungseinrichtungen seine Sprache weiter und vervollständigt sie dort, da alle Lehrbücher und Lehrkräfte in dieser Sprache unterrichten. Wenn jedoch plötzlich in der Bildung die neue Sprache gesprochen wird, so wird den Schülern zugleich eine komplett neue Kultur aufgezwungen. Demnach war es für Frankreich wichtig, dass die Konzentration auf der Bildung liegt, denn dort wird eine neue Generation ausgebildet, die noch formbar ist. Auf diese Weise wurde der Lehrplan neu erstellt und nach französischem Muster zugeschnitten und die französische Sprache war dabei der Kern.
1. Entwicklung der Sprachenvielfalt: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss, der von der vorkolonialen Situation über die französische Kolonialherrschaft bis hin zum Prozess der Arabisierung nach der Unabhängigkeit reicht.
2. Mehrsprachigkeit im Alltag: Hier werden die Probleme und Konsequenzen der Arabisierung im täglichen Leben beleuchtet und der Einfluss von digitalen Medien, Presse, Musik sowie verschiedenen Alltagssituationen auf das Sprachverhalten analysiert.
3. Analyse der aktuellen Sprachsituation der Studenten am Beispiel der Universität Sétif: Dieser Hauptteil beinhaltet eine detaillierte empirische Untersuchung unter Studenten der Stadt Sétif, bei der mittels Fragebögen Sprachpräferenzen in Studium, Mediennutzung und Alltag ermittelt werden.
Zusammenfassung: Dieser Abschnitt reflektiert die Aussagekraft der erhobenen Daten, zieht eine Bilanz zum Fortschritt der Arabisierung und schließt mit einem Fazit zur Mehrsprachigkeit als Chance für das algerische Volk.
Algerien, Sétif, Arabisierung, Mehrsprachigkeit, Sprachpolitik, Französisch, Hocharabisch, Tamazight, Bildungswesen, Sprachsituation, Soziolinguistik, Fremdsprache, Identität, Kolonialgeschichte, Studenten.
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen sprachlichen Situation in Algerien, insbesondere unter dem Aspekt des langjährigen Arabisierungsprozesses und dessen Umsetzung im Bildungsbereich.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Sprachenvielfalt, der Einfluss der französischen Kolonialisierung, die Bedeutung von Mehrsprachigkeit im alltäglichen Leben sowie die Sprachpräferenzen der jungen Generation.
Das Hauptziel besteht darin, herauszufinden, inwiefern der seit 1990 vorangetriebene Arabisierungsprozess an algerischen Hochschulen, exemplarisch an der Universität Sétif, tatsächlich von Erfolg gekrönt ist.
Es handelt sich um eine qualitativ-empirische Untersuchung, die auf Beobachtungen sowie einer anonymen Umfrage unter 38 Studenten verschiedener Fakultäten basiert.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Umfrage zu Themen wie Muttersprache, Unterrichtssprache, Mediennutzung, Sprachwahl in verschiedenen Gesprächssituationen und die Einstellung der Studenten zur nationalen Sprachpolitik.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Arabisierung, Mehrsprachigkeit, Soziolinguistik, Sprachwahl, Bildungspolitik und dem Spannungsfeld zwischen Arabisch und Französisch.
Die Untersuchung zeigt, dass der Fachbereich stark beeinflusst, welche Sprache als bevorzugt gilt: Während in den Geisteswissenschaften das Arabische eine größere Rolle spielt, dominieren in naturwissenschaftlichen Fächern oft französische Fachbegriffe und Unterrichtsmaterialien.
Trotz der offiziellen Arabisierung bleibt Französisch eine präsente Prestigesprache, die im Alltag, in den Medien und insbesondere in der akademischen Kommunikation, auch durch ausländische Lehrwerke, fest verankert ist.
Die Autorin plädiert dafür, Mehrsprachigkeit nicht als Belastung, sondern als Geschenk und Chance zu betrachten, um in einer globalen Welt zu bestehen.
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