Masterarbeit, 2018
126 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Heterogenität des Begriffsverständnisses
2.2 Entwicklung der Arbeitsdefinition
2.3 Mögliche Geschäftsmodelle
2.4 Umfeld und Rahmenbedingungen
2.4.1 Sektor Staat
2.4.2 Sektor Markt
2.4.3 Dritter Sektor
2.4.4 Social Business als Hybrid
3 Chancen für Social Business in Deutschland
3.1 Fördernde Rahmenbedingungen
3.1.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
3.1.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
3.2 Wettbewerbsvorteile
3.2.1 Innovationskraft
3.2.2 Finanzielle Tragfähigkeit
3.3 Transformationspotenzial
3.3.1 Institutionelle Transformation
3.3.2 Transformation des Wirtschaftssystems
4 Hürden für Social Business in Deutschland
4.1 Zielkonflikt
4.2 Steuer- und zivilrechtliche Rahmenbedingungen
4.2.1 Steuerrechtliche Rahmenbedingungen - Gemeinnützigkeit
4.2.2 Zivilrechtliche Rahmenbedingungen - Rechtsform
4.3 Institutionelle Rahmenbedingungen
4.4 Finanzierung
4.4.1 Innenfinanzierung
4.4.2 Außenfinanzierung
4.5 Wirkungsmessung
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine präzise Definition von "Social Business" im spezifischen Kontext des deutschen Sozialstaats zu erarbeiten und die damit verbundenen Chancen und Hürden für entsprechende Unternehmen zu identifizieren und zu bewerten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und unter welchen Bedingungen das Social-Business-Konzept in einem ausdifferenzierten Sozialstaat wie Deutschland funktionieren kann.
2.1 Heterogenität des Begriffsverständnisses
Um der Heterogenität der Begriffe im Bereich des Social Business gerecht zu werden, wird in diesem Abschnitt auf die verschiedenen Sichtweisen auf soziales Unternehmertum eingegangen. Begonnen wird mit einer Darstellung der Termini seitens der akademischen Literatur. Im Anschluss werden die Vorstellungen politischer Akteure dargestellt und abschließend die Ideen Yunus‘ erläutert. Die akademische Literatur und Experten haben teilweise fundamental unterschiedliche Ansichten darüber, was ein Social Business ist (vgl. Mauksch, Engelke, Darkow et al. 2011, S. 29). So schreibt beispielsweise Jansen, dass Sozialunternehmen sowohl Gründungsorganisationen, als auch Neuausrichtungen bestehender Sozialorganisationen (Social Intrapreneurship) sein können. Sie arbeiten an unternehmerischer Entwicklung von innovativen und skalierbaren Blueprints zur Lösung selbst definierter sozialer Probleme (vgl. Jansen 2013, S. 75).
Das Unternehmerische an Sozialunternehmen sei „[...] die vorrangig operativ-produktive Rekombination von Ressourcen [...]“ (Jansen 2013, S. 74). Klare Abgrenzungen bezüglich Rechtsformen, Organisationsstrukturen oder Governance gibt es nicht. „[...] Social entrepreneurship is not defined by legal form [...]“ (Austin, Stevenson & Wei-Skillern 2006, S. 2). Deshalb bieten sich primär zwei Herangehensweisen an, das breite Feld abzustecken. Zum einen ist es die „intentionsorientierte Definition“ des Sozialunternehmertums. Diese konzentriert sich auf die Zielstellung des Unternehmens und wird von den meisten Autoren als Ausgangsbasis verwendet. Sie stellt heraus, dass die unternehmerische Tätigkeit von Social Businesses bzw. Social Entrepreneurs zum Ziel hat, direkt zur gesellschaftlichen Problemlösung beizutragen bzw. mit geringer Bedeutung einer Gewinnerzielungsabsicht (vgl. Beckmann 2011, S. 69; vgl. Dees 2001, S. 1). Damit wird gleichzeitig jegliche Corporate Social Responsibility (CSR) Aktivität profitorientierter Unternehmen vom Begriff des Social Business ausgeschlossen, denn bei der herkömmlichen unternehmerischen Tätigkeit steht die Gewinnmaximierung weiterhin im Vordergrund und die sozialen Ziele sind eher Mittel zum Zweck zu verstehen. „The social responsibility of business is to increase its profits“ (Friedmann 1970, S. 122).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Social Business ein, begründet die Relevanz der Untersuchung und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel arbeitet ein Begriffsverständnis für Social Business heraus, entwickelt eine Arbeitsdefinition und ordnet das Konzept in den Kontext des Drei-Sektoren-Modells ein.
3 Chancen für Social Business in Deutschland: Hier werden fördernde Rahmenbedingungen, Wettbewerbsvorteile durch Innovationskraft sowie das Transformationspotenzial für den Sozialstaat und das Wirtschaftssystem analysiert.
4 Hürden für Social Business in Deutschland: Dieses Kapitel identifiziert zentrale Hürden, darunter Zielkonflikte, steuer- und zivilrechtliche Rahmenbedingungen, institutionelle Gegebenheiten, Finanzierungsfragen sowie Herausforderungen der Wirkungsmessung.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf im Bereich des Social Business.
Social Business, Sozialunternehmertum, Deutschland, Sozialstaat, Rahmenbedingungen, Geschäftsmodelle, Finanzierung, Gemeinnützigkeit, Wirkungsmessung, Drei-Sektoren-Modell, Social Entrepreneurship, Rechtsformen, Innovationskraft, Transformation, Mission Drift.
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Social Business" im Kontext des deutschen Sozialstaats, um dessen Potenzial als unternehmerische Lösung für soziale Probleme zu bewerten.
Die zentralen Felder sind die begriffliche Einordnung, die institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland, die Chancen (wie Innovation) und die Hürden (rechtlich, finanziell) für Social Businesses.
Das Ziel ist die Erarbeitung einer angemessenen Definition für Social Business in Abgrenzung zu anderen Formen und die Beantwortung der Frage, ob das Konzept in Deutschland erfolgreich praktiziert werden kann.
Die Autorin nutzt einen Methodenmix, basierend auf der Auswertung vorhandener akademischer Literatur sowie der Einbeziehung aktueller Online-Quellen (Interviews, Blogbeiträge), um die theoretischen Erkenntnisse zu validieren.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen gelegt, Chancen und Wettbewerbsvorteile von Social Businesses aufgezeigt sowie Hürden, wie etwa rechtliche Anforderungen und Finanzierungsprobleme, detailliert analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Social Business, Sozialstaat, Deutschland, Finanzierung, Gemeinnützigkeit, Wirkungsmessung und Transformationspotenzial.
Der Gemeinnützigkeitsstatus bietet steuerliche Vorteile und Privilegien, die für viele Social Businesses entscheidend sein können, aber gleichzeitig mit strengen Auflagen und Zielvorgaben verbunden sind.
Da Social Businesses soziale Wirkung erzielen wollen, dient eine systematische Wirkungsmessung als Beleg für Investoren und Geldgeber, um Transparenz über den "Social Impact" zu schaffen.
Es existiert in Deutschland keine spezifische Rechtsform für Social Businesses, weshalb Gründer oft zwischen klassischen, teils unpassenden Formen (wie gGmbH oder Verein) wählen müssen, was mit administrativer Komplexität verbunden ist.
Mission Drift beschreibt das Risiko, dass ein Social Business bei der Suche nach finanzieller Stabilität oder Renditeerwartungen von Investoren sein primäres soziales Ziel vernachlässigt.
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