Magisterarbeit, 2013
76 Seiten, Note: 2,00
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
0. Einleitung
1. Deutsch als eine plurizentrische, plurinationale und plurireale Sprache
1.1 Varietät und Varianten
1.2 Standardvarietät
1.3 Das Dialekt-Standard-Kontinuum
1.4 Nationale Standardvarietät von Österreich
1.5 Nationale Standardvarietät von der Schweiz
1.6 Nationale Standardvarietät von Deutschland
1.7 Sprachsituation in den Halbzentren
1.8 Asymmetrie zwischen den Vollzentren
1.9 Zusammenfassung
2. Variation – Norm - Standard
2.1 Variation
2.2 Sprachnormen und ihre Funktionen
2.3 Zum Begriff Standard und seiner Grenzbestimmung
3. Nationale lexikalische Variation im Rahmen des DaF-Unterrichts
3.1 Argumente für die Vermittlung der nationalen Varianten im DaF-Unterricht
3.2 Argumente dagegen
3.3 Der plurizentrische Ansatz im DaF-Unterricht
3.4 DaF- vs. DaZ-Unterricht
4. Nationale lexikalische Variation in DaF-Lehrwerken
4.1 Verwendung authentischer Materialien
4.2 Additiver vs. integrativer Ansatz
4.3 Ausgewählte Lehrwerke
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Plurizentrizität der deutschen Sprache mit einem spezifischen Fokus auf lexikalische Variation. Ziel ist es, zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen die nationalen Varietäten des Deutschen im Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF) sowie in entsprechenden Lehrwerken vermittelt werden sollten, um den Lernenden ein realistisches Bild der Sprache zu vermitteln.
1.1 Varietät und Varianten
Variation kann als „Vorhandensein oder Wahl verschiedener Möglichkeiten bei gleich bleibender Intention“ (Löffler 2005: 24) definiert werden. Anders gesagt bedeutet Variation, dass die Sprache variiert. Ein Wort kann mehrere Aussprachemöglichkeiten haben, eine Bedeutung mehrere Ausdrücke. Mit der regionalen Variation wird in der vorliegenden Arbeit die Existenz der unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb des gesamten deutschsprachigen Raumes (Deutschland, die Schweiz, Österreich und weitere Länder) verstanden.
Unter dem Begriff der Varietät wird ein konstitutives Subsystem des Gesamtsystems einer Sprache verstanden, das auf allen Ebenen des Sprachsystems beschreibbar ist (vgl. Dittmar, Schmidt-Regener 2001: 521). Die Varietäten einer Sprache werden durch die Dimensionen: Zeit, Schicht/Gruppe, Situation, Raum kategorisiert und entsprechend in diachrone, diastratische, diaphasische und diatopische Variation gegliedert (vgl. ibid., 521). Die diatopische oder räumliche Variation steht im Mittelpunkt unserer Untersuchung und wird im Folgenden ausführlicher und näher in Betracht gezogen.
Die spezifischen Sprachformen der Varietät als Subsystems werden als Varianten bezeichnet. Während es sich bei Varietäten um ganze Sprachsysteme handelt, sind Varianten die einzelnen Einheiten dieses Systems. Die Varianten können sich in Lexik, Wortbildung, Orthographie, Aussprache und in Syntax finden. So existieren auf der lexikalischen Ebene unterschiedliche Bezeichnungen für gleiche Sache, z.B, der Tacker (in Deutschland) – die Klammermaschine (in Österreich) – der Bostitch (in der Schweiz) (vgl. Ammon 2005: 30). Die Menge aller einander entsprechender einzelner Sprachformen verschiedener Varietäten bildet eine Variable (Ammon 1995: 61). Als Oberbegriff zu den Begriffen Varietät, Variante und Variable wird die Bezeichnung Variation benutzt.
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Plurizentrizität der deutschen Sprache ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Vermittlung nationaler Varianten im DaF-Unterricht.
1. Deutsch als eine plurizentrische, plurinationale und plurireale Sprache: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, stellt die Standardvarietäten von Deutschland, Österreich und der Schweiz vor und thematisiert die Asymmetrie zwischen diesen Sprachzentren.
2. Variation – Norm - Standard: Der theoretische Rahmen wird hier erläutert, indem das komplexe Verhältnis von Variation, Sprachnormen und dem Begriff des Standards aus linguistischer Sicht analysiert wird.
3. Nationale lexikalische Variation im Rahmen des DaF-Unterrichts: Hier werden Argumente für und gegen die Behandlung nationaler Variation im DaF-Unterricht diskutiert sowie Ansätze wie das D-A-CH-(L)-Konzept und die Abgrenzung zum DaZ-Unterricht dargestellt.
4. Nationale lexikalische Variation in DaF-Lehrwerken: Dieses Kapitel analysiert exemplarisch, wie verschiedene DaF-Lehrwerke das plurizentrische Konzept umsetzen, und beleuchtet die Verwendung authentischer Materialien sowie den additiven versus den integrativen Ansatz.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Kernpunkte und betont die Notwendigkeit, Lernende für die plurizentrische Realität des Deutschen zu sensibilisieren, ohne sie zu überfordern.
Plurizentrizität, Deutsch als Fremdsprache, DaF-Unterricht, Standardvarietät, nationale Variation, Lexik, Sprachnorm, Varietät, Variante, D-A-CH-Konzept, Sprachlehrwerk, Sprachdidaktik, Identität, Mehrsprachigkeit, Sprachsoziologie.
Die Arbeit befasst sich mit der Plurizentrizität der deutschen Sprache und untersucht, wie nationale und regionale Varianten des Deutschen im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache (DaF) berücksichtigt werden können und sollten.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Plurizentrizitätskonzepts, die Rolle von Sprachnormen und Standards, die spezifische Situation der nationalen Varietäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie deren Umsetzung in DaF-Lehrwerken.
Das primäre Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen und in welcher Form nationale Varianten des Deutschen im DaF-Unterricht vermittelt werden können, um ein realistisches Sprachbild zu vermitteln, ohne die Lernenden zu überfordern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender soziolinguistischer und fremdsprachendidaktischer Forschung sowie der Untersuchung und Evaluation ausgewählter DaF-Lehrwerke.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen zu Varietäten und Normen, diskutiert Argumente für und gegen die Behandlung nationaler Variation im Unterricht, stellt didaktische Ansätze (wie das D-A-CH-Konzept) vor und analysiert die Umsetzung dieser Aspekte in Lehrwerken.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Plurizentrizität, DaF-Unterricht, Standardvarietät, nationale Variation, Sprachnorm, Varietät und D-A-CH-Konzept.
Es dient dazu, die Vielfalt des deutschsprachigen Raumes anzuerkennen und den Unterricht über die rein bundesdeutsche Perspektive hinaus zu öffnen, um interkulturelle Kompetenz und ein realistisches Sprachverständnis zu fördern.
Die Schweiz weist eine mediale Diglossie auf, bei der im Alltag Dialekt gesprochen wird und das Standarddeutsche (Schweizerhochdeutsch) vorwiegend in formalen Bereichen und als Fremdsprache in der Schule erlernt wird, was sich stark von der Situation in Deutschland und Österreich unterscheidet.
Es dient als zentrale wissenschaftliche Datenbasis für die Dokumentation und differenzierte Erfassung nationaler und regionaler Varianten und ermöglicht damit eine fundierte Auseinandersetzung mit der lexikalischen Variation.
Die Herausforderungen liegen in der Gefahr der Überforderung der Lernenden, dem Mangel an geeignetem Lehrmaterial, der oft noch bestehenden binnendeutschen Perspektive sowie der Komplexität, die Grenzen zwischen den Varietäten präzise zu ziehen.
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