Bachelorarbeit, 2014
56 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Begriffserklärung Schrift
2.1 Kurze Einführung zur Genese der Schrift
2.2 Definition und Funktionen von Schrift
2.3 Definition und Funktionen von Schreiben
2.4 Bedeutung von Schreiben in der Grundschule
3. Ansätze aus der Schreibprozessforschung
3.1 Ursprünge der Schreibprozessforschung
3.2 Vorstellung des Schreibprozessmodells nach Flower und Hayes
3.3 Vorstellung des Schreibprozessmodells nach Ludwig
3.4 Schreibblockaden
4. Ansätze aus der Schreibkompetenzforschung
4.1 Überblick über Schreibkompetenz und Schreibentwicklung
4.2 Ausschnitt von Jean Piagets Stufentheorie des Lernens
4.3 Vorstellung des Schreibkompetenzmodells nach Bereiter
4.4 Resümee
5. Kreatives Schreiben
5.1 Begriffserklärung, Entstehung und Entwicklung
5.2 Kern des kreativen Schreibens nach Spinner
5.3 Bedeutung im modernen Deutschunterricht
5.4 Methodenvielfalt
5.6 Zusammenhang zu der Schreibprozess- und Schreibkompetenzforschung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des kreativen Schreibens in der Grundschule unter Einbeziehung aktueller Modelle der Schreibprozess- und Schreibkompetenzforschung. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die individuellen Schreibvorgänge von Kindern zu entwickeln, um daraus fundierte Überlegungen für einen motivierenden und förderlichen Schreibunterricht abzuleiten, der den Schreiber als Individuum in den Mittelpunkt stellt.
3.1 Ursprünge der Schreibprozessforschung
Bis zu den 1960er Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler der bis dahin bekannten Textforschung in ihren Untersuchungen überwiegend um das in Schulen stattfindende Schreiben (vgl. Merz-Grötsch 2005, S. 77). Im unterrichtlichen Geschehen steht stets das Produkt im Vordergrund und nicht etwa der Schreiber selbst. Schwerpunkt des Interesses ist die Entwicklung von Kriterien, Beurteilung von Texten und Richtlinien für die Schreiber, welche sie während des Schreibvorgangs zu beachten haben, um ein entsprechendes Schreibprodukt zu erhalten (vgl. Merz-Grötsch 2005, S. 77). So wird im wissenschaftlichen Bereich versucht, Rückschlüsse über die Vorgänge beim Schreiben zu ziehen, infolgedessen der Unterricht ausgelegt werden soll (vgl. Girgensohn/Sennewald 2012, S. 79).
Ab den 1960/70er Jahren jedoch hat sich, dank fundierter wissenschaftlicher Untersuchungen zur Textproduktion im angloamerikanischen Raum, ein neues, autonomes Forschungsfeld gebildet (vgl. Huneke/Steinig 2011, S. 133; Bartnitzky u.a. 2009, S. 450), welches tiefgreifende Auswirkungen auf die Schreibforschung und den Umgang von Schreibern und Schreiben im didaktischen Bereich hat. Die Rede ist von der kognitiv orientierten Schreibforschung (vgl. Jechle 1992, S. 1), die sich als sogenannte Schreibprozessforschung etabliert hat und ab den 1980er Jahren ebenso in Deutschland Aufmerksamkeit fand (vgl. Becker-Mrotzek/Böttcher 2006, S. 133). Dieser neue Forschungszweig wird von verschiedenen Teilgebieten der Psychologie, wie etwa der Entwicklungs-, Sozial- sowie kognitiven Psychologie in den Blick genommen (vgl. Jechle 1992, S. 1). Dies hat zur Folge, dass das Schreibprodukt mit seinen Merkmalen nicht mehr Grundlage der Prozesserschließung ist, sondern der individuelle Schreiber. Dabei wird sich mit den internen und externen Bedingungen, die diesbezüglich eine Rolle spielen, auseinandergesetzt (vgl. Jechle 1992, S. 1). Das heißt, dass die textlinguistische Auseinandersetzung von Schreibprodukten, einer kognitionspsychologischen Betrachtung von Schreiben weicht (vgl. Fix 2008, S. 36), was einen Paradigmenwechsel in der Schreibforschung und -didaktik mit sich bringt. Konkret bedeutet das: „[weg] von einer Produktorientierung hin zu einer Prozessorientierung“ (Girgensohn/Sennewald 2012, S. 79).
1. Einleitung: Hinführung zum Thema unter Bezugnahme auf die Bedeutung des Schreibens für das Denken und die Identitätsentwicklung des Kindes.
2. Begriffserklärung Schrift: Historische Genese der Schrift sowie Definition und Funktionen von Schrift und Schreiben in der heutigen Gesellschaft.
3. Ansätze aus der Schreibprozessforschung: Darstellung kognitiver Problemlösemodelle zur Textproduktion, insbesondere nach Flower, Hayes und Ludwig.
4. Ansätze aus der Schreibkompetenzforschung: Analyse von Schreibentwicklungsprozessen basierend auf Theorien von Piaget und Bereiter.
5. Kreatives Schreiben: Untersuchung des kreativen Schreibens als Methode zur Förderung von Schreibfreude, Persönlichkeitsentfaltung und Identitätsgewinnung.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Schreibentwicklung als komplexer Prozess, der eine individuelle Förderung und ein kreatives Umfeld erfordert.
Kreatives Schreiben, Schreibprozessforschung, Schreibkompetenz, Schreibdidaktik, Primarstufe, Identitätsentwicklung, Textproduktion, Schreibblockaden, Schreibmotivation, kognitive Wende, Schreibprozessmodell, Schreibanlässe, Methodenvielfalt, Kulturtechnik, Prozessorientierung.
Die Bachelorarbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Ansätze des kreativen Schreibens in der Grundschule, eingebettet in die aktuelle Schreibprozess- und Schreibkompetenzforschung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung der Schreibfähigkeit bei Kindern, die kognitiven Vorgänge beim Schreiben sowie die Bedeutung von Kreativität im Deutschunterricht.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kreatives Schreiben nicht nur als literarisches Handwerk, sondern als Instrument zur Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung im Grundschulalltag genutzt werden kann.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die verschiedene Modelle der Schreibforschung (u.a. von Flower & Hayes, Ludwig und Bereiter) analysiert, vergleicht und mit fachdidaktischen Konzepten zum kreativen Schreiben in Verbindung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der kognitiven Schreibprozessmodelle, die Analyse von Schreibkompetenzstufen sowie die detaillierte Betrachtung der Prinzipien und Methoden des kreativen Schreibens.
Schlüsselbegriffe sind Kreatives Schreiben, Schreibprozess, Schreibkompetenz, Identitätsbildung und Grundschule.
Ludwig erweitert das Modell von Flower und Hayes um didaktische Aspekte, indem er zusätzlich motivationale und motorische Prozesse explizit in den Schreibprozess einbezieht.
Unnatürliche Schreibanlässe sind künstlich geschaffene Aufgaben ohne persönliche Funktion für den Schreiber (wie Diktate oder Abschreiben), die oft zu starrer Orientierung an Vorgaben führen und die Schreibmotivation hemmen können.
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