Bachelorarbeit, 2018
84 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
2 Liquiditätsrisiken
2.1 Originäre Liquiditätsrisiken
2.1.1 Refinanzierungsrisiko
2.1.2 Terminrisiko
2.1.3 Abrufrisiko
2.2 Derivative Liquiditätsrisiken
2.2.1 Kreditrisiko
2.2.2 Zinsänderungsrisiko
2.2.3 Marktpreisrisiko
2.2.4 Operationelles Risiko
3 Aufsichtsrechtliche Kennzahlen
3.1 Liquiditätsverordnung (LiqV)
3.1.1 Aufbau und Struktur
3.1.2 Angemessenheit und Grenzen
3.2 Liquidity Coverage Ratio (LCR)
3.2.1 Aufbau und Struktur
3.2.2 Angemessenheit und Grenzen
3.3 Net Stable Funding Ratio (NSFR)
3.2.1 Aufbau und Struktur
3.2.2 Angemessenheit und Grenzen
4 Internes Liquiditätscontrolling
4.1 Anforderungen und Aufbau
4.1.1 Liquidiätsablaufbilanz
4.1.2 Notfallmaßnahmen
4.2 Kritik
4.2.1 Problematik der Modellierung der Liquiditätsablaufbilanz
4.2.2 Schwierigkeiten der Erstellung von Notfallmaßnahmen
4.3 Lösungsansätze und Implementierung
4.3.1 Implementierung und Modellierung Liquiditätsablaufbilanz
4.3.2 Implementierung und Parametrisierung Notfallmaßnahmen
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwieweit regulatorische Kontrollmaßnahmen geeignet sind, individuelle Liquiditätsrisiken von Kreditinstituten abzubilden, und wie ein internes Liquiditätscontrolling erweitert werden kann, um institutsspezifische Risiken zu erfassen. Ziel ist die Überprüfung bestehender Kennzahlensysteme auf ihre Eignung sowie die Vorstellung eines praxisnahen Modells zur Kontrolle und Steuerung von Liquiditätsrisiken inklusive Notfallmaßnahmen.
2.1.2 Terminrisiko
Das aktive Terminrisiko betrachtet in einem größeren Maße die Aktivseite der Bilanz und somit die Kapitalbindungsdauer der Einzelpositionen. Dabei beschreibt diese Risikoart die Gefahr, dass Aktivgeschäfte unplanmäßig verlängert werden müssen. Gründe für solche Ungewissheiten können bspw. ausstehende Zins- und Tilgungsleistungen der Gegenparteien, oder auch andere Markthemmnisse, die besonders durch Auslandsaktivitäten begründet werden, sein. Im Gegensatz dazu beschreibt das passivische Terminrisiko die unplanmäßige Verkürzung der Kapitalbindungsdauer bei Passivgeschäften, die durch die vorzeitige Verfügung der Einleger und die Duldung der Kreditinstitute über diese Verfügung entstehen kann. Ein Beispiel für ein Terminrisiko kann folgendes Szenario sein:
Die in Tabelle 1 abgebildete Bilanz dient zur Veranschaulichung des Szenarios und ist deshalb stark vereinfacht dargestellt. Des Weiteren wird eine Fristentransformation der Aktiv- und Passivseite vernachlässigt. Ausgangslage für dieses Szenario ist die Aufnahme von Fremdkapital in Höhe von 200 Tsd. EUR zu einem Zinssatz von 2 %, welches befristet dem Unternehmen zur Verfügung steht. Gleichzeitig wird dieses aufgenommene Kapital Kunden in Form von Darlehen mit gleicher Fristigkeit zur Verfügung gestellt. Sobald die ausgegebenen Darlehen nicht vom Kunden zurückgezahlt werden können, oder nur verspätet gezahlt werden, ist das Kreditinstitut nicht mehr in der Lage, den Verbindlichkeiten nachzukommen, die es eingegangen ist. Somit entsteht eine ungeplante Verlängerung der Kapitalbindungsdauer (Forderung an Kunden) und das Kreditinstitut geht dabei Terminrisiken ein.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Risikomanagements und die Regulierungsmaßnahmen wie Basel III sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Liquiditätsrisiken: Dieses Kapitel unterteilt Liquiditätsrisiken in originäre und derivative Risiken und erläutert deren spezifische Auswirkungen auf die Banken.
3 Aufsichtsrechtliche Kennzahlen: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der regulatorischen Kennzahlen LiqV, LCR und NSFR sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren Grenzen.
4 Internes Liquiditätscontrolling: Das Kernkapitel befasst sich mit den Anforderungen an ein internes Controlling, der Modellierung von Liquiditätsablaufbilanzen, der Risikofrüherkennung sowie der Gestaltung von Notfallmaßnahmen.
5 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der vorgestellten Ansätze im Vergleich zu den regulatorischen Anforderungen.
Liquiditätscontrolling, Liquiditätsrisiko, Risikofrüherkennung, Notfallmaßnahmen, LiqV, LCR, NSFR, Liquiditätsablaufbilanz, Finanzmarktregulierung, Fristentransformation, Stressszenarien, Kreditrisiko, Zinsänderungsrisiko, Bankenaufsicht, Bankrisikomanagement.
Die Arbeit analysiert, wie Kreditinstitute ihre Liquiditätsrisiken identifizieren und steuern können, um sowohl den aufsichtsrechtlichen Anforderungen als auch den institutsspezifischen Gegebenheiten gerecht zu werden.
Die zentralen Felder umfassen die Systematisierung von Liquiditätsrisiken, die Analyse regulatorischer Kennzahlen wie LCR und NSFR sowie die Entwicklung interner Controlling-Instrumente.
Das Ziel ist die Überprüfung der Eignung bestehender Kennzahlensysteme und die Entwicklung eines praxisnahen Modells für das Liquiditätsmanagement, insbesondere für kleine bis mittelgroße Kreditinstitute.
Es wird eine literaturbasierte Analyse durchgeführt, kombiniert mit der theoretischen Modellierung von Risikozusammenhängen und der Ableitung von Notfallmaßnahmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Risikokategorien, die Analyse von Aufsichtskennzahlen, die Modellierung von Liquiditätsablaufbilanzen sowie die Entwicklung von Strategien zur Risikofrüherkennung und Notfallplanung.
Wichtige Begriffe sind Liquiditätscontrolling, Liquiditätsrisiko, Risikofrüherkennung, Notfallmanagement sowie die regulatorischen Kennzahlen LCR, NSFR und LiqV.
Während regulatorische Kennzahlen oft stichtagsbezogen und starr sind, ermöglicht die Liquiditätsablaufbilanz eine individuellere, cashflow-orientierte Betrachtung und Szenarioanalyse.
Da Liquiditätsrisiken oft schwer prognostizierbar sind, dienen Notfallmaßnahmen dazu, die Widerstandsfähigkeit in Stressphasen zu erhöhen und eine geordnete Reaktion auf Engpässe zu ermöglichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

